Mit 26 gewonnenen Academy Awards ist Walt Disney noch immer der ungeschlagene König Hollywoods – und es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis sein Oscar-Rekord eingeholt wird. Das gilt auch für Meryl Streep, die mit insgesamt 21 (!) Nominierungen unter den Schauspieler*innen ebenfalls eine Bestmarke hält – und das mit großem Abstand. Mit insgesamt vier Goldstatuen wiederum führt John Ford die Liste der Regisseure an, während es sich bei „Ben Hur“-Schöpfer William Wyler um den meistnominierten Filmemacher handelt. Doch welche Schauspielerin oder welcher Schauspieler hat eigentlich die meisten Oscars abgeräumt?
Nominierungs-Rekordhalterin Meryl Streep („Kramer gegen Kramer“) steht mit drei Auszeichnungen „nur“ auf dem zweiten Platz – den sie sich mit Kolleg*innen wie Frances McDormand („Fargo“), Jack Nicholson („Einer flog über das Kuckucksnest“), Daniel Day-Lewis („There Will Be Blood“) und Ingrid Bergman („Das Haus der Lady Alquist“) teilt. Ob der „Mamma Mia“-Star, der zuletzt 2018 für Steven Spielbergs Historiendrama „Die Verlegerin“ auf einen Oscar hoffen durfte, irgendwann noch einmal zur Erstplatzierten aufschließen wird?
Das wird die Zeit zeigen – doch bis es so weit ist, bleibt Katharine Hepburn die unangefochtene Rekordhalterin. Denn bereits 1982 gewann sie ihren vierten Oscar, was seitdem keinem anderen Hollywood-Star gelungen ist. Was ihre Leistung sogar noch beeindruckender macht: Jeden ihrer Preise hat die 2003 im Alter von 96 Jahren gestorbene Schauspielerin als Beste Hauptdarstellerin gewonnen!
Für diese vier Filme gewann Katharine Hepburn ihre Oscars
Ihren ersten Oscar erhielt Hepburn für das Drama „Morgenrot des Ruhms“ (1933) – ihre erst dritte Kinorolle überhaupt! In der Verfilmung eines Theaterstücks von Zoë Akins spielte sie die junge, ehrgeizige Schauspielerin Eva Lovelace, die vom großen Durchbruch träumt.
In den darauffolgenden Jahren wurde Hepburn noch mehrmals nominiert (u.a. für das Screwball-Meisterwerk „Die Nacht vor der Hochzeit“, den Abenteuerkomödien-Klassiker „African Queen“ sowie David Leans meisterliche Romanze „Traum meines Lebens“), doch bis zu ihrem zweiten Oscar-Gewinn sollten mehr als drei Jahrzehnte vergehen.
Erst 1968 durfte sie ihren zweiten Goldjungen in den Händen halten – für „Rat mal, wer zum Essen kommt“, in dem sie zum neunten und letzten Mal mit Spencer Tracy („Die Frau, von der man spricht“) vor der Kamera stand. In der Tragikomödie waren die beiden Hollywood-Größen als wohlhabendes Ehepaar zu sehen, deren liberale Weltsicht ins Wanken gerät, als ihre Tochter (Katharine Houghton) ihren afroamerikanischen Verlobten (Sidney Poitier) mit nach Hause bringt.
Nun ging alles ganz schnell: Nur ein Jahr später wurde Hepburn dank ihrer Darstellung der Königin Eleonore von Aquitanien im Historienfilm „Der Löwe im Winter“ zur dreifachen Oscar-Gewinnerin. Allerdings musste sie sich das Rampenlicht mit Barbra Streisand teilen, die für ihre Hauptrolle im Musical „Funny Girl“ ebenfalls prämiert wurde (das ist in der Oscar-Geschichte übrigens bisher nur zwei Mal passiert – welche beiden Schauspieler sich ihren Gewinn außerdem teilen mussten, erfahrt ihr hier).
1982 bekam Hepburn schließlich ihren vierten und finalen Oscar. Mit ihrer Rolle der Ethel Thayer in „Am goldenen See“ stach sie u.a. Diane Keaton, Susan Sarandon und Meryl Streep aus. Hepburns Co-Star Henry Fonda wiederum gewann nur ein Jahr nach seinem Ehrenoscar den ersten regulären Academy Award – und das in letzter Minute: Die Leinwand-Legende spielte in dem Familiendrama ihre letzte Rolle. Nur etwa fünf Monate nach der Auszeichnung verstarb der „Spiel mir das Lied vom Tod“-Darsteller.
Ein Schauspieler würde übrigens für ein und dieselbe Rolle gleich zwei Mal (!) für den Oscar nominiert – und provozierte damit eine Regeländerung. Die ganze Geschichte lest ihr im folgenden Artikel:
2 Oscar-Nominierungen für ein und dieselbe Rolle: Mit dieser beispiellosen Leistung zwang ein Schauspieler die Academy zu einer Regeländerung!Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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