Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland („Charlatan“, „Hitlerjunge Salomon“) hat ihren nächsten Stoff gefunden, der sich – wie viele ihrer Filme zuvor – entlang einer persönlichen Biographie den kulturellen und politischen Umbrüchen der Zeit widmet, sowie den Moralfragen, die diese mit sich bringen.
Den biographischen Erzählfaden liefert dieses Mal niemand Geringeres als Marlene Dietrich („Der blaue Engel“, „Shanghai Express“). Weltstar und Stilikone. Gender Bender und „Femme fatale“. Leinwandlegende in Deutschland und erste Deutsche in Hollywood. Freiheitsmedaillen-Trägerin und „Volksverräterin“?
Mit „Berlinweh - Yearning For A Home“ wird sich die vielfach preisgekrönte Agnieszka Holland dem großen Namen Marlene Dietrich und ihrem außergewöhnlichen Lebensweg durch das 20. Jahrhundert mit all seinem Wandel und seinen Widersprüchen widmen.
Zwei Frauen, dieselben dringenden Fragen
Zwei Frauen, deren politische Entscheidungen vielen in ihrem Heimatland missfielen. Nach Dietrichs Annahme der US-Staatsbürgerschaft 1939 und ihrem starkem Engagement für die US-Truppen war ihr Name in Deutschland nicht mehr nur mit Begeisterung behaftet. Holland erlebte vor Kurzem ebenfalls viel Gegenwind aus der Heimat – ihr Flüchtlingskrisen-Drama „Green Border“ 2023 sah sich mit diversen Zensur-Versuchen und Verunglimpfungen der polnischen Regierung konfrontiert.
Elephant Classic Films
Den persönlichen Bezug und ihr Bedürfnis, sich Marlene Dietrich zu widmen, erklärte Holland wie folgt: „Jedes Mal sage ich mir, dass ich keine Filme mehr über reale, berühmte Persönlichkeiten machen werde... und dann tritt wieder jemand aus der Vergangenheit hervor, der mir die wichtigsten, dringendsten Fragen stellt – in dessen Entscheidungen ich meine eigenen wiedererkenne, ebenso wie meine Ängste.“
Holland will sich in „Berlinweh“ jedoch nicht nur der Zeit um den Zweiten Weltkrieg widmen, sondern Dietrichs Leben in vier verschiedenen Schlüsselmomenten, an unterschiedlichen Orten und Zeitpunkten beleuchten: Paris 1937, Bergen-Belsen 1945, Tel Aviv 1960, und erneut Paris 1983.
Zwischen Exil, Schuld, Haltung und Heimat
Eine schillernde öffentliche Persönlichkeit, und dahinter die „inneren Konflikte einer Künstlerin zwischen Exil, Schuld, Haltung und Heimat“ will der Film beleuchten, so die offizielle Ankündigung. Holland wird mit Gewissheit dafür sorgen, dass neben Glanz, Glamour und privaten Sehnsüchten die Töne von gesellschaftlicher Verantwortung und politischem Engagement laut anklingen.
Wer Marlene Dietrich im neuen Biopic verkörpern darf (und damit in die Fußstapfen von Katja Flint tritt, die Dietrich bereits in einem starbesetzten Film von Joseph Vilsmaier aus dem Jahr 2000 spielte), steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Als Drehbuchautor wurde Ingo Rasper verpflichtet, die Produktion übernehmen die Berliner Produktionsfirma X Filme Creative Pool, die tschechische Marlene Film Production sowie der britische Produzent Mile Downey als bewährtes Team – sie realisierten mit Holland bereits das 2025 veröffentlichte Kafka-Biopic „Franz K.“, zu dem ihr euch nachfolgend den Trailer anschauen könnt:
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