Geheimtipp heute streamen: Einer der besten Filme mit Anne Hathaway, von dem ihr vielleicht noch nie gehört habt!
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

2026 könnte das kommerziell erfolgreichste Jahr für Anne Hathaway werden. Ob es aber auch künstlerisch das beste Jahr wird? Falls ihr ein Highlight der Oscar-Gewinnerin heute Abend streamen wollt, können wir euch einen Geheimtipp ans Herz legen.

Anne Hathaway („Interstellar“) gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den prägendsten und erfolgreichsten Schauspielerinnen Hollywoods. 2026 könnte für die Oscar-Preisträgerin („Les Misérables“) dennoch zu einem ganz besonderen Jahr werden – zumindest, wenn man den weltweiten Kinoerfolg ihrer aktuellen Projekte als Maßstab nimmt. Mit „Der Teufel trägt Prada 2“ hat sie bereits einen Volltreffer gelandet, der die Marke von 600 Millionen US-Dollar am Box Office weit überspringen konnte. Und im Juli steht mit Christopher NolansDie Odyssee“ bereits das nächste Großereignis an. Dass auch dieses monumentale Fantasy-Epos weltweit enorme Einnahmen erzielen wird, scheint mehr als wahrscheinlich.

Trotz ihres Superstar-Status gibt es im Schaffen Anne Hathaways einen Film, der im Schatten ihrer größten Erfolge oft etwas übersehen wird. Die Rede ist von „Rachels Hochzeit“ aus dem Jahr 2008. Wer Jonathan Demmes („Das Schweigen der Lämmer“) eindringliches Familien-Drama nachholen möchte, hat aktuell bei Netflix Gelegenheit dazu. Es lohnt sich!

Darum geht’s in "Rachels Hochzeit"

Kym (Anne Hathaway) kehrt aus einer Entzugsklinik nach Hause zurück, um an der Hochzeit ihrer Schwester Rachel (Rosemarie DeWitt) teilzunehmen. Die Familienfeier bringt jedoch nicht nur Freude, sondern auch alte Konflikte und schmerzhafte Erinnerungen ans Licht. Kyms impulsives Verhalten und ihre schwierige Vergangenheit sorgen immer wieder für Spannungen innerhalb der Familie und stellen die bevorstehende Hochzeit auf eine harte Probe.

Während die Vorbereitungen für das Fest weiterlaufen, treten die komplexen Dynamiken zwischen den Familienmitgliedern immer deutlicher zutage. Schuldgefühle, Trauer und unausgesprochene Vorwürfe bestimmen viele Begegnungen. Zugleich wird aber auch deutlich, wie schwer und zugleich notwendig Vergebung manchmal sein kann...

Anne Hathaways erste Oscar-Nominierung

Nicht selten wird „Rachels Hochzeit“ mit dem Dogma-95-Kino verglichen, das Werke wie „Das Fest“ von Thomas Vinterberg oder „Idioten“ von Lars von Trier hervorgebracht hat. Tatsächlich erinnert Demmes Film mit seiner beweglichen Kamera und seinem unmittelbaren, beinahe dokumentarischen Zugriff an diese Tradition. Gleichzeitig entwickelt „Rachels Hochzeit“ jedoch eine ganz eigene Wirkung und erscheint wie ein privates Familienvideo, das zufällig in die Hände eines Außenstehenden geraten ist.

Gerade daraus bezieht das Werk seine außergewöhnliche Intensität. Immer wieder entsteht das beklemmende Gefühl, in einen geschützten Raum einzudringen und Zeuge von Momenten zu werden, die eigentlich niemanden etwas angehen. Die Verletzungen, Ängste und Kränkungen der Figuren liegen offen da.

Rachels Hochzeit
Rachels Hochzeit
Starttermin 2. April 2009 | 1 Std. 53 Min.
Von Jonathan Demme
Mit Anne Hathaway, Rosemarie DeWitt, Bill Irwin
Pressekritiken
4,1
User-Wertung
3,6
Filmstarts
4,5

Das ist letztlich auch die große Stärke von „Rachels Hochzeit“: Die Figuren sind mit einer echten Wahrhaftigkeit gezeichnet. Sie erscheinen nicht wie dramaturgische Konstruktionen, sondern wie dreidimensionale Menschen, deren Widersprüche und Fehler man unmittelbar miterlebt. Damit das funktioniert, braucht es herausragende schauspielerische Leistungen – und genau daran mangelt es dem Film nicht.

Vor allem Anne Hathaway liefert eine Performance von beeindruckender Offenheit und emotionaler Präzision. Ihre Darstellung ist ungeschönt, herausfordernd und frei von jeder Eitelkeit. Sie zwingt das Publikum dazu, Kym nicht nur zu beurteilen, sondern sich mit ihr auseinanderzusetzen – und dabei vielleicht auch die eigenen Vorurteile gegenüber traumatisierten und suchtkranken Menschen zu hinterfragen. Dass Hathaway für diese außergewöhnliche Leistung ihre erste Oscar-Nominierung erhielt, war daher nicht nur nachvollziehbar, sondern geradezu unausweichlich.

Ab dem 16. Juli ist Anne Hathaway dann im eingangs erwähnten „Die Odyssee“ zu sehen. Den Trailer zum Film könnt ihr euch nachfolgend anschauen:

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