Heimkino-Highlight: Diesen Film drehte Leonardo DiCaprio nach "Titanic", doch kaum jemand kennt ihn – jetzt gibt es ihn endlich auf Blu-ray
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Ob Sammlereditionen aus aller Welt, aktuelle Schnäppchen oder Uncut-Horror – er weiß ganz genau, wie man an die großen Must-Haves kommt.

Leonardo DiCaprio war nach „Titanic“ einer der gefragtesten Stars in Hollywood. Einen Film, den der Ausnahme-Schauspieler im Anschluss an das mit elf Oscars prämierte Epos von James Cameron drehte, kennt heute dennoch kaum jemand.

Dass Leonardo DiCaprio einer der besten Schauspieler seiner Generation ist, steht mittlerweile ziemlich außer Frage. Und so fiel Filmfans auch kollektiv ein Stein vom Herzen, als der gebürtige Kalifornier für „The Revenant - Der Rückkehrer“ 2016 endlich seinen langersehnten, hochverdienten Oscar bekam – den er zuvor genauso gut auch schon für „Aviator“, „Blood Diamond“, „Django Unchained“ oder „The Wolf Of Wall Street“ hätte bekommen können.

Seinen großen Durchbruch feierte DiCaprio – natürlich – mit James Camerons Katastrophen-Romantik-Epos „Titanic“, das mit elf Auszeichnungen bis heute den Oscar-Rekord hält (und diesen mit „Ben Hur“ und „Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs“ teilt). Brüllte er zunächst noch als „König der Welt“ von der Reling, eroberte er in den darauffolgenden Jahren auch Hollywood im Sturm. Viele Filmschaffende wollten mit ihm arbeiten, noch viel mehr Fans ihn auf der Leinwand sehen – und doch ging ein Film völlig unter, der im Fahrwasser von „Titanic“ eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit hätte bekommen müssen …

… oder habt ihr schon einmal von „Celebrity - Schön. Reich. Berühmt.“ gehört? Falls nicht, dann geht es euch wie dem Verfasser dieses Artikels, der gar nicht glauben konnte, dass es diesen Film tatsächlich gibt. Und dass er ihn nicht kennt. Ab dem 3. Juli 2026 gibt es ihn auf Blu-ray – und ich habe anlässlich des Heimkino-Comebacks mal die Gelegenheit genutzt, diese Bildungslücke vorab zu schließen…

Während DiCaprio lediglich in einer Nebenrolle – für ungefähr zehn Minuten in der Mitte des Films – als aufbrausender Jungstar zwischen Koksrausch, sexuellen Eskapaden und ausuferndem Beziehungsstreit zu sehen ist, ist bemerkenswert, wer sich hier am Set alles die Klinke in die Hand gab. Neben Hauptdarsteller Kenneth Branagh („Tenet“) erwarten euch so unter anderem auch Winona Ryder, Melanie Griffith, Judy Davis, Charlize Theron, J.K. Simmons, Sam Rockwell, Famke Janssen sowie „Die Simpsons“-Urgestein Hank Azaria, „Superbad“-Regisseur Greg Mottola und… ja, sogar Donald Trump schaut kurz vorbei. Der Filmemacher, der dieses irre Ensemble vor der Kamera versammeln konnte? Kein Geringerer als der vierfache Oscar-Preisträger Woody Allen („Der Stadtneurotiker“).

Das ist "Celebrity - Schön. Reich. Berühmt."

Der Möchtegern-Erfolgsautor Lee Simon (Kenneth Branagh) träumt von einer großen Karriere, hat mit seinen Werken bislang allerdings nicht allzu große Wellen schlagen können. Also hält er sich erst einmal als Klatschreporter über Wasser. Dabei lässt er keine Gelegenheit aus, um in die Welt der Stars abzutauchen, mit den Reichen und Schönen anzubandeln – und dabei ganz nebenbei auch sein ach so vielversprechendes Schreibtalent anzupreisen. Irgendwann wird ihm schon jemand zum großen Glück verhelfen, so Lees Hoffnung.

Seine Ehefrau Robin (Judy Davis) wird das jedoch nicht sein. Von der trennt sich der sensationshungrige Egoist nämlich, als er schließlich merkt, dass er sich mehr erhofft als das langweilige Leben, das auch alle anderen führen. Stets auf der Suche nach dem schnellen Ruhm ebenso wie nach einer schnellen Nummer, stürzt er sich in die New Yorker Szene der High Society…

Celebrity - Schön, reich, berühmt
Celebrity - Schön, reich, berühmt
Starttermin 8. April 1999 | 1 Std. 50 Min.
Von Woody Allen
Mit Leonardo DiCaprio, Winona Ryder, Charlize Theron
User-Wertung
3,0
Filmstarts
3,5
Im Stream

„Celebrity“ bringt vieles mit, was Woody Allens Filme ausmacht. Die Satire lebt von smarten Beobachtungen, spannenden Feststellungen und schrulligem Humor, der mal voll ins Schwarze trifft, mal amüsiert und mal auch gar nicht funktioniert. Zudem verleiht der jazzige Soundtrack der High-Society-Odyssee eine locker-leichte Unbeschwertheit und harmoniert hervorragend mit den famosen Schwarz-Weiß-Bildern von Kamera-Ausnahmekönner Sven Nykvist („Chaplin“), die „Celebrity“ eine besondere Zeitlosigkeit verleihen.

Am Ende fühlt sich das Ganze aber dennoch mehr wie eine Aneinanderreihung von Sketches an und weniger wie ein Film mit rotem Faden. Das ist an sich zwar auch nicht weiter schlimm, lässt am Ende aber doch irgendetwas vermissen. Und warum Woody Allen die Hauptrolle nicht einfach selbst gespielt hat, wo diese doch ganz offensichtlich auf ihm basiert, weiß er wohl nur selbst…

Wen wir als Celebrity feiern, sagt viel über unsere Gesellschaft aus. Diese und andere Erkenntnisse machen diese Suche nach Anschluss in einer Welt der Unverbindlichkeiten dennoch äußerst unterhaltsam. Sollte euch das hingegen kalt lassen, holt euch ja vielleicht die wohl lustigsten Blowjob-Lektion der Filmgeschichte ab, die beinahe mit dem Erstickungstod endet...

Übrigens: Der mittlerweile 90-jährige Allen arbeitet aktuell an seinem allerletzten Film. Was bislang über das Projekt bekannt ist, könnt ihr hier nachlesen:

Vierfacher Oscarpreisträger kehrt mit 89 (!) Jahren noch einmal auf den Regiestuhl zurück – für seinen allerletzten Film

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