Reise durch die deutsche TV-Unterhaltung der 90er: Trailer zu "Was haben wir gelacht"
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Zoten, Schenkelklopfer und Flachwitze – das deutsche Unterhaltungsfernsehen der 90er hatte sie zuhauf und in besonders frauenfeindlicher Ausprägung. Darauf wirft die Doku „Was haben wir gelacht“ einen kritischen Blick zurück:

Wer in den 90er aufgewachsen ist, wird sich noch gut ans schrille Unterhaltungsfernsehen jener Zeit erinnern: Comedy-Formate wie „Alles Nichts Oder?!“, „RTL Samstag Nacht“, „7 Tage, 7 Köpfe“ und die „Harald Schmidt-Show“ amüsierten ein großes Publikum, das zu Ende des Jahrzehnts Stefan Raabs „TV Total“ Quotenhochs bescheren sollte.

Doch ein Blick zurück könnte für alle, die Rassismus, Queer- und Frauenfeindlichkeit kritisch gegenüberstehen, sehr unangenehm werden, da viele der damaligen Shows zuhauf Witze auf Kosten ebenjener Gruppen machten. Wie das Unterhaltungsfernsehen dieser Zeit insbesondere auf Frauen blickte, erkundet die Doku „Was haben wir gelacht“, die am 16. Juli 2026 in den deutschen Kinos startet.

Entertainerinnen in einer zotigen Männerdomäne

Für ihren Dokumentarfilm haben die Filmemacherin Eva Müller und die Journalistin Isabel Schneider zwei Jahre lang Archivmaterial von deutschen Fernsehshows der 90er bis in die 00er-Jahre durchforstet. Wer sich zurückerinnert, wird nicht überrascht sein, dass überwiegend Männer vor der Kamera standen und ihre Zoten und Schenkelklopfer reihenweise unverhohlenen Sexismus und Misogynie offenbarten.

Zugleich kommen in „Was haben wir gelacht“ Entertainerinnen zu Wort, die sich damals gegen alle Widerstände ihren Weg ins Fernsehen bahnten: Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Maren Kroymann, Gaby Köster und Esther Schweins, die allesamt in den 90ern in bekannten TV-Shows mitwirkten, berichten von ihren Erfahrungen mit der Unterhaltungsbranche und setzen sich kritisch mit dem Geist der damaligen Comedy auseinander.

Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse „Was haben wir gelacht“ über die Mechanismen der TV-Unterhaltung vor 30 Jahren zu Tage fördert. Dass die Frauenfeindlichkeit jener Zeit noch immer nicht überwunden ist und das Thema brandaktuell bleibt, hat Dieter Nuhr ja kürzlich in seiner ‚Satire‘-Sendung vorgemacht

Wer stattdessen herausragende, frauengemachte Komik sehen will, sollte sich die Horror-Comedy-Serie „Widow’s Bay“ keinesfalls entgehen lassen:

In den USA gefeiert, bei uns viel zu unbekannt: Dieses Horror-Juwel ist schon jetzt eine der besten Serien des Jahres – jetzt streamen
Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.
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