Luxusautos statt Sci-Fi-Serie: Regisseur betrog Netflix um 11 Millionen – und muss jetzt in den Knast
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Netflix hat ihm insgesamt 55 Millionen Euro gegeben, um eine Staffel der Sci-Fi-Serie „White Horse“ zu drehen. Allerdings werden wir diese niemals zu Gesicht bekommen. Stattdessen wandert Regisseur Carl Rinsch nun für 30 Monate ins Gefängnis …

Netflix

Die Corona-Pandemie hat vielen psychisch übel mitgespielt – und der US-amerikanische Regisseur Carl Rinsch gehört wohl auch dazu. Nachdem die erste Staffel der Sci-Fi-Serie „White Horse“ 2020 bereits größtenteils abgedreht war, wurde das Verhalten des Regisseurs am Set laut Berichten anschließend immer erratischer. Bekannten und Kolleg*innen sagten sogar aus, der Filmemacher sei damals sogar der Meinung gewesen, nicht nur Blitzeinschläge und Vulkanausbrüche vorhersagen zu können, sondern auch Wissen über einen „geheimen Übertragungs-Mechanismus“ für das Covid-19-Virus zu besitzen.

Netflix hat dann irgendwann die Reißleine gezogen – und die 55 Millionen Euro, die in das Projekt gesteckt wurden, bereits in den Jahren 2020/21 offiziell abgeschrieben. Schon damals stand also direkt fest, dass wir die Serie niemals zu sehen kriegen werden. Aber damit nicht genug: Wie sich hinterher herausstellte, hat Carl Rinsch die letzten elf der insgesamt 55 Millionen gar nicht mehr in die Serie gesteckt, sondern auf seine privaten Konten transferiert. Das Geld floss dann in alle möglichen Luxusanschaffungen, darunter offenbar in gleich fünf Rolls-Royce und einen Ferrari. Auch in Kryptowährungen wurde ein Teil der Summe investiert.

Mehr als 600.000 Euro nur für Matratzen

Aber was den unvoreingenommenen Beobachter vermutlich am meisten „schockiert“: 638.000 Dollar flossen offenbar in zwei Luxusmatratzen – und nicht, dass jetzt jemand glaubt, dass bei dieser Summe die Bettwäsche schon mit dabei ist, für die wurden anscheinend noch einmal 295.000 Dollar fällig. Bereits im vergangenen Dezember wurde das Urteil gegen den ehemaligen Werbefilmer wegen Betruges und Geldwäsche gefällt. Aber erst jetzt, am 29. Juni 2026, entschied der Richter Jay Rakoff über das Strafmaß: Carl Rinsch muss im September 2026 eine zweieinhalbjährige Haftstrafe antreten (wobei theoretisch sogar bis zu 90 Jahre möglich gewesen wären).

Allerdings ist Netflix bei der ganzen Sache sogar noch vergleichsweise günstig weggekommen. Sein Kinodebüt gab Carl Rinsch im Jahr 2013 nämlich mit dem Fantasy-Blockbuster „47 Ronin“. Der Film kostete 175 bis 225 Millionen Dollar, dazu kamen noch mal Marketingkosten in Höhe von etwa 100 Millionen Dollar. Am Ende standen demgegenüber aber weltweite Einnahmen von lediglich 151,8 Millionen Dollar. Es wird deshalb spekuliert, dass das Hollywoodstudio Universal mit der Produktion ein Minus zwischen 96 und 150 Millionen Dollar eingefahren hat – und das ganz ohne Betrügereien.

Im Rahmen der Weltpremiere von „47 Ronin“ in Tokio habe ich Carl Rinsch damals übrigens persönlich zum Interview getroffen – genauso wie seinen Hauptdarsteller Keanu Reeves, der in den vergangenen Wochen so ziemlich der Einzige war, der für den Regisseur in die Bresche gesprungen ist.

Darum sollte es in der Serie "White Horse" eigentlich gehen

In einer nicht allzu fernen Zukunft wird eine neue, künstliche und menschenähnliche Spezies erschaffen – die sogenannten „Organic Intelligents“. Ihre Aufgabe: Sie sollen rund um den Globus humanitäre Hilfe leisten, wo immer Not am Mann ist – etwa bei Naturkatastrophen.

Aber die Situation gerät völlig außer Kontrolle, als die künstliche Spezies ins Visier von globalen Verschwörungen gerät. In der Folge entwickeln sich geopolitische Konflikte um die Kontrolle über diese Wesen, was die Menschheit letztlich an den Rand eines apokalyptischen Showdowns führt …

Apropos Netflix-Abstürze – auch diese eigentlich heiß erwartete Serie hat’s gerade böse erwischt:

Krasser Absturz eines einstigen Fantasy-Hits: "Avatar"-Fortsetzung startet enttäuschend auf Netflix
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.
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