"Ich wollte unbedingt mitmachen, aber das Studio war dagegen": Harrison Ford bedauert seit 57 Jahren, dass er nicht in diesem Klassiker mitspielen durfte
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Bekannt wurde Harrison Ford erst als Han Solo in „Star Wars“. Schon einige Jahre zuvor hatte er allerdings die Chance auf eine Hauptrolle – in einem Klassiker, der unter anderem Quentin Tarantino beeinflusst hat!

Warner Bros.

1977 gelang Harrison Ford der Durchbruch – mit seinem ersten Auftritt als Han Solo in „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“, dem Auftaktfilm zum vielleicht größten Blockbuster-Franchise der Geschichte. Zu diesem Zeitpunkt konnte der heute 83-Jährige bereits auf über zehn Jahre vor der Kamera zurückblicken, doch obwohl er in Klassikern wie „Zabriskie Point“, „Der Dialog“ oder „American Graffiti“ (von „Star Wars“-Schöpfer George Lucas!) zu sehen war, musste er sich meist mit Nebenrollen zufriedengeben.

Dabei hätte er bereits Ende der 1960er-Jahre in die erste Reihe vortreten können! Denn niemand Geringeres als die französische Regie-Ikone Jacques Demy wollte Harrison Ford als Hauptdarsteller seines Films „Das Fotomodell“.

Das Fotomodell
Das Fotomodell
1 Std. 25 Min.
Von Jacques Demy
Mit Anouk Aimée, Gary Lockwood, Alexandra Hay
User-Wertung
2,7

Das romantische Drama dreht sich um den Architekturstudenten George Matthews (Gary Lockwood), der kurz vor seiner Einberufung zum Militär in Los Angeles dem französischen Fotomodell Lola (Anouk Aimée, die bereits in Demys „Lola, das Mädchen aus dem Hafen“ eine Figur mit demselben Namen spielte) begegnet. Im Laufe eines Tages kommen sich die beiden näher und verbringen gemeinsam Zeit miteinander.

Leider ist der Film in Deutschland weder im Streaming noch auf DVD oder Blu-ray erhältlich. Wenn ihr ihn sehen wollt, könnt ihr aber für vergleichsweise schmales Geld die britische Import-Blu-ray erwerben:

"Das Fotomodell" inspirierte Quentin Tarantino, "Barbie" und "La La Land"

„Model Shop“, so der Originaltitel, war die erste englischsprachige Produktion von Jacques Demy. Zwar floppte der Film an den Kinokassen und erreichte so nie ganz den Klassiker-Status von Demys Meisterwerken „Die Regenschirme von Cherbourg“ und „Die Mädchen von Rochefort“, doch unter Cinephilen und Filmschaffenden genießt er bis heute hohes Ansehen – so nannten ihn unter anderem Quentin Tarantino („Once Upon A Time... In Hollywood“), Greta Gerwig („Barbie“) und Damien Chazelle („La La Land“) als wichtige Inspirationsquelle.

Ford hatte die Hauptrolle bereits in der Tasche, doch in letzter Minute schritt das Studio ein und sorgte dafür, dass der unter anderem aus „2001: Odyssee im Weltraum“ bekannte Gary Lockwood den Zuschlag erhielt. Für den damaligen Hollywood-Neuling war das natürlich eine riesige Enttäuschung – und auch später sprach Ford noch mit großem Bedauern über die verpasste Chance:

„[Jacques Demy] wollte mich unbedingt für die Hauptrolle“, erinnerte sich der „Auf der Flucht“-Mime in einem Interview (via Far Out Magazine). „[Er] hat in seinem Film die Atmosphäre einer gemeinsamen Erinnerung auf wunderbare Weise eingefangen. Das war für mich eine seltsame Erfahrung. Ich wollte unbedingt bei ‚Das Fotomodell‘ mitmachen, aber das Studio war dagegen. […] Die Produzenten konnten nur schwer verstehen, warum Jacques ausgerechnet mich für diese Rolle haben wollte, obwohl es so viele erfahrenere Schauspieler gab.“

Leider war Jacques Demy also deutlich vorausschauender als die Studio-Verantwortlichen. Während Gary Lockwood nie in die Riege der ganz großen Hollywood-Namen aufstieg, wurde Harrison Ford rund ein Jahrzehnt später bekanntlich zum weltweiten Superstar. Wenn ihr übrigens wissen wollt, bei welchem Sci-Fi-Film er ausgerechnet durch Eddie Murphy (!) ersetzt wurde, dann lest direkt im nachfolgenden Artikel weiter:

In diesem Sci-Fi-Film wurde Harrison Ford durch Eddie Murphy ersetzt: Er war 19 Jahre in der Entwicklung und wurde zu einem der größten Flops aller Zeiten

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Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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