"Das war die schlimmste Tracht Prügel": "Yellowstone"-Mastermind enthüllt die Details hinter seinem "Sons Of Anarchy"-Ausstieg
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Heute ist Taylor Sheridan der gefeierte Macher des erfolgreichen „Yellowstone“-Franchise. Doch einst war er Schauspieler bei „Sons Of Anarchy“ und fühlte sich dort gedemütigt. Jetzt erzählt er, wie dieses Ende zum Anfang einer neuen Karriere wurde.

Paramount

Über viele Jahre versuchte Taylor Sheridan als Schauspieler durchzustarten. Doch mehr als Gastrollen für einzelne Episoden in Serien wie „Walker, Texas Ranger“ oder „V.I.P.“ mit Pamela Anderson sprangen lange Zeit nicht heraus. Erst nach einer etwas größeren Rolle in „Veronica Mars“ gab es einen Karrieresprung. In „Sons Of Anarchy“ hatte er als David Hale, stellvertretender Polizeichef des von einem Rocker-Club kontrollierten Ortes Charming, eine feste Nebenrolle. Im Großteil der Episoden der ersten beiden Staffeln war er zu sehen. In der ersten Folge der dritten Season starb seine Figur dann den Serientod – und damit endete auch Sheridans Schauspielkarriere.

Einige Jahre später meldete er sich mit seinem Drehbuchdebüt für den Thriller „Sicario“ zurück. Danach folgte sogar eine Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch für den Neo-Western „Hell Or High Water“. Vor allem erschuf Sheridan aber ein Serien-Imperium. Mehrere Hits der vergangenen Jahre wie „Lioness“, „Tulsa King“ und „Landman“ gehen auf sein Konto. Ganz vorne steht aber das gigantische „Yellowstone“-Franchise, mit dem er nur rund ein Jahrzehnt nach seinem Wechsel hinter die Kamera einer der mächtigsten und erfolgreichsten Serien-Macher Hollywoods ist. Mittlerweile tritt er auch gelegentlich wieder als Schauspieler in seinen eigenen Werken auf, aber vor allem ist er jetzt Autor und Produzent.

Bei einem Auftritt in der „Howard Stern Show“ erklärte Sheridan jetzt, wie eine Demütigung zu seinem Abgang von „Sons Of Anarchy“ führte und genau das diesen Karrierewechsel erst ermöglichte. Denn das „Sons Of Anarchy“-Ende war gleichzeitig „ die schlimmste Tracht Prügel“ und „das größte Geschenk“.

Taylor Sheridan verdiente mit "Sons Of Anarchy" nicht mal genug, um seine Miete zu zahlen

Bei „Sons Of Anarchy“ sei er in den ersten zwei Seasons nach dem absoluten gewerkschaftlichen Mindestlohn für Schauspieler bezahlt worden, was nicht zum Leben gereicht habe: „Ich bin buchstäblich vom Set gegangen, um zu meinem Zweitjob zu fahren, weil ich bei dieser Serie nicht genug verdient habe, um meine Miete zu zahlen und zu leben.“ Daher habe er den Verantwortlichen nach dem Ende der zweiten Staffel mitgeteilt: „Leute, für diesen Preis komme ich nicht zurück und mache das noch mal.“ Laut eigener Aussage wollte er nicht mal sonderlich viel mehr Geld. Er habe 20.000 Dollar gefordert, was die anderen Nebendarsteller des Hauptcasts bereits erhalten hätten.

Taylor Sheridan in FX
Taylor Sheridan in "Sons Of Anarchy" mit Charlie Hunnam.

Doch das sei abgelehnt worden. Man habe ihm stattdessen 15.000 Dollar für Auftritte in zehn Episoden garantiert. „Ich habe das durchgerechnet und gesagt: ‚Das ist keine Gehaltserhöhung. Nein!‘“, so Sheridan. Als seine Vertreter argumentierten, warum der Schauspieler mehr verdienen muss, gab es eine ziemlich demütigende Abfuhr.

"Dann soll der Typ sich eine Kochshow auf YouTube suchen"

So erinnert sich Sheridan an die damalige Konversation zurück, die schlussendlich zu seinem Serien-Ausstieg führte:

„Mein Anwalt antwortete diesem Typen von der Geschäftsabteilung: ‚Ich habe Kinder mit Kochshows auf YouTube, die mehr verdienen als das.‘ Und der der entgegnete: ‚Dann soll der Typ sich halt eine Kochshow auf YouTube suchen. Wir müssen ihn einfach nicht bezahlen, weil es von dieser Sorte Typen 50 Stück gibt – ich kann ihn morgen neu besetzen.‘““

Sheridan sei laut seiner Aussage damit klar geworden, dass er hier „nicht respektiert“ werde. Er entschied sich daher, die Serie zu verlassen und kehrte nur für eine Episode zurück, um seinen Tod zu drehen.

"Sons Of Anarchy"-Demütigung veränderte Sheridans Blick auf die Branche

Doch das Erlebte hinterließ noch größere Spuren: „Nennt es Stolz, Ego oder Integrität, aber mir wurde einfach klar, dass ich das Maximum dessen erreicht hatte, was ich in dieser Branche als Schauspieler tun kann“, erzählt er so im Interview mit Howard Stern. Daher sei in ihm der Entschluss gereift, es gar nicht mehr zu versuchen, sondern einen anderen Weg einzuschlagen.

Weil er gelernt habe, dass in diesem Geschäft diejenigen die meiste Macht haben, die selbst die Geschichten erzählen, entschied er sich, ab jetzt hinter die Kamera zu treten: „In diesem Moment beschloss ich, dass ich schreiben würde.“

Millionen statt Mindestlohn

Am Ende war es eine Entscheidung, die sich für ihn ausgezahlt hat. Statt den Gewerkschaftsmindestlohns als Schauspieler bei „Sons Of Anarchy“ zu beziehen, ist Sheridan als „Yellowstone“-Mastermind heute Multi-Millionär. Zuletzt sorgte er sogar mit einem Milliarden-Coup für Aufsehen.

Im Herbst 2025 wurde bekannt, dass Hollywood-Studio Universal Sheridan von Konkurrent Paramount abwirbt. Bereits seit diesem Jahr läuft ein auf acht Jahre ausgelegter Exklusivvertrag, unter dem Sheridan Kinofilme für Universal entwickeln wird. Ab 2029, wenn Sheridans aktueller Vertrag mit Paramount ausgelaufen ist, kommt auch noch ein TV-Deal dazu, unter dem angeblich rund 20 Serien entwickelt werden sollen. Die genaue Summe ist unter Verschluss, doch Insider vermuten, dass Universal Sheridan über die gesamte Laufzeit insgesamt mindestens eine Milliarde Dollar garantieren soll.

Falls ihr große Fans von „Yellowstone“ seid, haben wir hier übrigens einen Serien-Tipp für euch:

Wenn ihr "Yellowstone" mögt, dann müsst ihr auch diese Western-Serie schauen: Sie bekommt fast perfekte Bewertungen!

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
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