Ein Kultfilm zeichnet sich ganz sicher nicht dadurch aus, dass er die Massen in die Kinos gelockt hat. Häufig ist sogar das Gegenteil der Fall: Ein Kultfilm muss oft erst entdeckt werden, nachdem ihn das breite Publikum zunächst links liegen gelassen hat. Paradebeispiele dafür sind nicht nur „The Big Lebowski“ oder „Fight Club“, sondern auch „Fear And Loathing In Las Vegas“ von Terry Gilliam („Twelve Monkeys“).
Ihr habt die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Hunter S. Thompson bislang noch nicht gesehen? Ab sofort könnt ihr sie im Abo von Amazon Prime Video nachholen – und das lohnt sich! „Fear And Loathing In Las Vegas“ ist nicht nur eines der großen Highlight des 1990er-Jahre-Kinos, sondern auch einer der großen Meilensteine im Schaffen von Hauptdarsteller Johnny Depp.
Darum geht’s in "Fear And Loathing In Las Vegas"
Sportjournalist Raoul Duke (Johnny Depp) und sein Anwalt Dr. Gonzo (Benicio Del Toro) reisen nach Las Vegas, wo Duke über das Wüstenrennen Mint 400 berichten soll. Mit einem Auto voller Drogen machen sie sich auf den Weg und geraten bereits während der Fahrt in immer heftigere Rauschzustände. In Las Vegas angekommen, verlieren sie das eigentliche Ziel ihrer Reise jedoch schnell aus den Augen und verbringen ihre Zeit stattdessen in Hotels, Casinos und Bars, während sie von einer chaotischen Situation in die nächste stolpern.
Nachdem ihr erster Auftrag gescheitert ist, erhält Duke den Auftrag, an einer Konferenz über Drogenmissbrauch teilzunehmen. Gemeinsam mit Dr. Gonzo setzt er seinen exzessiven Drogenkonsum fort, wodurch ihre Erlebnisse zunehmend von Halluzinationen und Verwirrung geprägt werden. Zwischen Hotelwechseln, Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen und immer neuen Eskapaden verschlechtert sich ihre Lage zunehmend, bis Dr. Gonzo schließlich abreist. Duke bleibt allein zurück...
Generation ohne Zukunft
Man muss zwar schon einiges an Ignoranz mitbringen oder sich noch in sehr jungen Jahren befinden, doch „Fear And Loathing In Las Vegas“ lässt sich natürlich auch als Drogenkomödie missverstehen, in der der reine Exzess gefeiert wird. Dafür sorgen nicht nur die tatsächlich spleenig-entrückten Performances von Johnny Depp und Benicio Del Toro, die hier mit sichtbarer Spielfreude aus allen Rohren feuern, sondern auch Terry Gilliams Inszenierung, die konsequent auf groteske Verzerrungen setzt.
Tatsächlich ist „Fear And Loathing In Las Vegas“ mit seinen extremen Weitwinkelobjektiven, dem assoziativen Schnitt, den bizarren Masken sowie der grellen Ausstattung und Beleuchtung ein Film, der seine fiebrig-surreale Atmosphäre in jeder Einstellung zelebriert. Hinter dem psychedelischen Wahnsinn verbirgt sich jedoch eine tiefe Melancholie, die den Film letztlich sogar zu einem überraschend berührenden Seherlebnis macht.
Im Kern ist „Fear And Loathing In Las Vegas“ nämlich ein Schwanengesang auf den amerikanischen Traum und das Porträt einer desillusionierten Gesellschaft im Katerzustand, deren gegenkulturelle Ideale die 1960er-Jahre nicht überlebt haben. Es ist das Bild einer völlig aus den Fugen geratenen Generation, die es nicht einmal mehr schafft, in ihren benebelten Traumwelten vor den Dämonen und Monstern ihrer Zeit zu fliehen. Nein, Flower Power war gestern, das Wunderland ist abgebrannt – heute liegt Alice mit einer Spritze in der Armbeuge regungslos im Straßengraben.
Ihr habt Lust auf einen weiteren Film mit Johnny Depp? Idealerweise ein Geheimtipp? Dann haben wir die richtige Streaming-Empfehlung für euch:
Streaming-Tipp: Johnny Depp und Charlize Theron stoßen in diesem Sci-Fi-Thriller auf ein Weltraum-Geheimnis!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.