Heute Abend streamen: Die Fortsetzung zum vielleicht legendärsten FSK-18-Schocker der 2000er – die gar keine sein sollte!
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Der kleine fiese Psycho-Horror-Reißer „Saw“ entwickelte sich 2004 rasend schnell zu einem globalen Phänomen. Da musste natürlich rasch eine Fortsetzung her, für die man ein Jahr später daher einen durchaus ungewohnten Weg ging...

Nach seiner Premiere beim renommierten Sundance Film Festival sollte der für bescheidene 1,2 Millionen Dollar produzierte Horror-Thriller „Saw“ ursprünglich eigentlich nur für den Heimkinomarkt veröffentlicht werden. Doch das Studio Lionsgate, das sich das Regiedebüt des späteren „Conjuring“- und „Aquaman“-Machers James Wan gesichert hatte, bewies letztlich doch den richtigen Riecher und brachte die Geburtsstunde des inzwischen ikonisch gewordenen Jigsaw-Killers auf die große Leinwand – mit überragendem Erfolg.

Allein am ersten Wochenende spielte „Saw“ in den US-Kinos mehr als das 15(!)-Fache seines Budgets ein – sodass es direkt grünes Licht für eine Fortsetzung gab, die man auf besonderem Wege schnell auf den Weg bringen konnte (dazu weiter unten mehr). „Saw“ hat den Grundstein für das legendäre Horror-Franchise gelegt, „Saw II“ hat es mit seinen weitaus expliziteren Folter-Apparatur-Szenen aber im Grunde erst so richtig zu dem gemacht, was wir bis heute damit verbinden.

Für alle Fans der inzwischen zehnteiligen Reihe – oder die, die es noch werden wollen – lohnt sich die (erneute) Sichtung des FSK-18-Schockers daher allemal. Gestreamt werden kann „Saw II“ derzeit zwar leider in keinem der großen Streaming-Abos, dafür gehört er (genau wie „Saw“, Saw III“ und „Saw IV“) aktuell zum Portfolio der Plattform Home of Horror, die bei Amazon Prime Video als Zusatz-Channel gebucht werden oder auf der hauseigenen Website für 14 Tage kostenlos getestet werden kann. Daneben gibt es den Film natürlich auch ganz regulär als VoD sowie auf Blu-ray und DVD.

Darum geht's in "Saw II"

Der Jigsaw-Killer (Tobin Bell), der Menschen mit seinen verqueren Moralvorstellungen und sadistischen Todes-Fallen den Wert des Lebens näherbringen will, ist noch immer auf freiem Fuß, jedoch mehr und mehr von seiner Krebserkrankung gezeichnet. Tatsächlich gelingt es einem Einsatzteam der Polizei um Detective Eric Matthews (Donnie Wahlberg) das Versteck des erbarmungslosen Tüftlers ausfindig zu machen – nur um auf einer Reihe von Bildschirmen festzustellen, dass Jigsaw bereits ein neues Spiel in Stellung gebracht hat.

Acht Personen – darunter auch Matthews‘ Sohn Daniel (Erik Knudsen) und die Jigsaw-Überlebende Amanda (Shawnee Smith) – sind in einem Haus eingesperrt, in dem sie ein Nervengas einatmen, das sie innerhalb von zwei Stunden töten wird. Um an das Gegengift zu kommen, müssen die Gefangenen brutale Prüfungen bestehen – von denen eine gnadenloser ist als die andere...

Die bekannte "Saw"-DNA – obwohl es eigentlich ein anderer Film werden sollte

An die Klasse der Genre-Perle „Saw“ mag „Saw II“ zwar nicht herankommen. Hochspannung inklusive fieser Twists wird aber auch hier wieder geboten. Zudem hat die erste Fortsetzung den weiteren Verlauf der Reihe mit einem größeren Opfer-Ensemble, ausgeklügelteren Fallen und höherem Gewaltgrad ganz entscheidend geprägt – was angesichts der Tatsache, dass es sich beim ursprünglichen Drehbuch gar nicht um ein „Saw“-Sequel handelte, umso erstaunlicher ist!

Wie eingangs erwähnt, wollte das Produzenten-Team um (den 2005 verstorbenen) Gregg Hoffman auf den „Saw“-Erfolg möglichst schnell „Saw II“ folgen lassen. Regisseur James Wan und Drehbuchautor Leigh Whannell, die Masterminds hinter dem Erstling, steckten aber bereits mitten in den Vorbereitungen zu ihrem nächsten Schocker „Dead Silence“. Und so stieß man auf das Drehbuch zu einem Projekt namens „The Desperate“ aus der Feder eines gewissen Darren Lynn Bousman.

Saw II - Das Spiel geht weiter...
Saw II - Das Spiel geht weiter...
Starttermin 9. Februar 2006 | 1 Std. 35 Min.
Von Darren Lynn Bousman
Mit Tobin Bell, Shawnee Smith, Erik Knudsen
Pressekritiken
2,5
User-Wertung
2,6
Filmstarts
2,5

Der hatte unter anderem deswegen Probleme, sein Skript einem Studio zu verkaufen, da die Ähnlichkeiten zu „Saw“ zu frappierend gewesen sein sollen. Und so hatten Hoffman und Co. die gewiefte Idee, aus „The Desperate“ kurzerhand einfach „Saw II“ zu machen. Leigh Whannell legte dafür dann doch noch einmal Hand an, um die Geschichte ins „Saw“-Universum zu integrieren und Darren Lynn Bousman nahm selbst auf dem Regiestuhl Platz.

Und die Rechnung ging voll auf! „Saw II“ erblickte bereits ein Jahr nach dem ersten „Saw“ das Licht der Leinwände und konnte dessen Erfolg sogar noch mal toppen (verschlang mit einem Budget von vier Millionen Dollar aber auch etwas mehr Produktionskosten). Mit einem weltweiten Einspiel von 147,7 Millionen Dollar ist „Saw II“ bis heute der zweiterfolgreichste „Saw“-Film überhaupt (nur getoppt von „Saw III“ mit rund 165 Millionen). Und Bousman durfte nach dem Glücksfall mit dem Sequel noch bei drei weiteren Teilen der Reihe („Saw III“, „Saw IV“ und „Saw: Spiral“) die Inszenierung übernehmen.

Kommt "Saw 11" noch?

Die Zukunft der „Saw“-Reihe ist aktuell übrigens noch etwas ungewiss. Nachdem das Franchise 2023 mit dem zwischen „Saw“ und „Saw II“ spielenden „Saw X“ zu alter Form zurückgefunden hat, war eigentlich auch „Saw XI“ schnell beschlossene Sache. Nach anfänglichen Verzögerungen sorgte ein neuer Deal um die Rechte dann gar dafür, dass die Original-Schöpfer James Wan und Leigh Whannell nun wieder selbst an der Fortführung beteiligt sein werden.

Allerdings gab es jetzt schon einige Monate lang keine Updates mehr zu den weiteren Plänen. Was Wan zuletzt dazu zu sagen hatte, könnt ihr aber im folgenden Artikel nachlesen:

"Nicht nur blutig, sondern auch psychisch traumatisierend": James Wan möchte mit "Saw 11" wieder zurück zu den Wurzeln

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Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Filme, Serien, Videospiele. Markus brennt schon seit Kindertagen für so ziemlich alles, was über Bildschirme und Leinwände flimmert.
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