Markant in Szene gesetzter Sadismus, opernhaft-selbstbewusster Stilwillen und ein im bravurösen Horror-Wahn versteckter, brillanter Subtext über Voyeurismus und die Mitschuld des Publikums: „Terror in der Oper“ oder schlicht „Opera“ ist ein sensationeller Meilenstein im italienischen Horror-Subgenre des Giallo. Und wie viele Vertreter dieses Genres, hatte auch diese mitreißende Regiearbeit von Dario Argento lange Zeit Probleme mit dem deutschen Jugendschutz:
Für eine FSK-Freigabe ab 18 Jahren wurden Ende der 1980er-Jahre noch 17 Filmminuten entfernt, was „Opera“ allerdings nicht davor bewahrte, 1990 auf dem Index zu landen. 25 Jahre später kam es zur De-Indizierung des soghaften Giallo-Klassikers, kurz darauf erhielt er von der FSK uncut neu eine 16er-Freigabe. 2023 feierte der Schocker über Stalking, Mord, Folter und die Unfähigkeit, sich vom Elend abzuwenden, sein 4K-Debüt im hiesigen Heimkino – als streng limitierte, rasch ausverkaufte Luxus-Edition.
Wer damals nicht schnell genug zugeschlagen hat, bekommt nun eine zweite Chance. Denn am 24. September 2026 erhält Dario Argentos Terror-Meisterwerk „Opera“ eine 4K-Neuauflage im Heimkino!
Im Gegensatz zur 2023 veröffentlichten deutschen 4K-Premiere von „Opera“, bei der es sich um ein 5-Disc-Digipak handelte, ist die kommende Edition ein 3-Disc-Mediabook. Neben einer 4K-Disc und einer Blu-ray-Kopie des Films umfasst sie eine Bonus-Blu-ray mit zahlreichen Featurettes und Interviews. Während das 5-Disc-Set die italienische Langfassung und die knappere Exportfassung umfasst, ist für das 3-Disc-Mediabook lediglich die Langfassung angekündigt.
Darum geht es in "Opera"
Parma: Opernsängerin Betty (Cristina Marsillach) ist talentiert, jung und die Zweitbesetzung für die Hauptrolle in einer ambitionierten Inszenierung von Verdis „Macbeth“. Als die divenhafte Erstbesetzung aufgrund eines Autounfalls ausfällt, bekommt sie vom eigentlich aus dem Horrorkino stammenden Regisseur Marco (Ian Charleson) die Chance, sich als zentraler Sopran der Oper behaupten.
Auf dem Stück soll jedoch ein Fluch lasten, und diesen Aberglauben hält sie zunehmend für zutreffend. Denn das Opernhaus wird von immer mehr merkwürdigen, gefährlichen Zwischenfällen heimgesucht. Nach und nach deutet sich an, dass Betty von einem wahnsinnigen Verehrer verfolgt wird ...
Ein Plan B, der Horrorgeschichte geschrieben hat
„Opera“ hatte nicht nur einen steinigen Weg bis zur Veröffentlichung, sondern auch eine äußerst knifflige Entstehung: 1985 bekam Argento eine Stelle als Opernregisseur angeboten, doch dann stemmte sich das Theater gegen seine Ideen für eine vom Horrorkino beeinflusste Interpretation von Giuseppe Verdis „Rigoletto“, woraufhin man wieder getrennte Wege ging.
Argento kam so auf die Idee, seine Erfahrungen und Einfälle stattdessen in einen Kinofilm fließen zu lassen. Während der Dreharbeiten hatte dann einer der Darsteller einen Autounfall, woraufhin der Drehplan durcheinandergewirbelt wurde. Außerdem kam es am Set zu Streitereien zwischen Argento und seiner Ex-Freundin Daria Nicolodi, die als Freundschaftsbeweis eine Nebenrolle übernahm, was sie rasch bereute, weil die Trennung weniger harmonisch verlief als gedacht.
Noch dazu verstarb während der Produktion Argentos Vater, was den Regisseur in eine schwere Depression stürzte, gegen die er während der Fertigstellung von „Opera“ ankämpfte. All diese Probleme sorgten im Zusammenspiel mit Argentos wachsenden Ambitionen dafür, dass dieser mit pervertierter Grandezza versehene Giallo zum bis dahin teuersten Film des Regisseurs aufstieg – aber es hat sich gelohnt!
Mit kreativ eingefädeltem Terror, einfallsreich-sadistischer Gewalt und erschreckend effizienter Darstellung von Stalking und Obsession sowie einem dem Opern-Thema gerecht werdenden Klang und pompösen Look ist „Opera“ ein Kronjuwel im Schaffen Argentos. Und wenn ihr nach diesem Horror-Meisterstreich auch Lust auf aktuellen Action-Horror habt: Vielleicht spricht euch der folgende Film ebenfalls an?
Nicht einmal drei Monate nach Kinostart: Blutige Horror-Action mit Marvel- und "Herr der Ringe"-Stars neu im Heimkino*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.