"Wir haben 450.000 Anrufe aus aller Welt bekommen": Steven Seagal (74) ist überzeugt, dass ER die Hauptrolle in diesem Tom-Cruise-Blockbuster verdient hätte
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Im Jahr 2003 kam ein episches Historien-Abenteuer mit Tom Cruise in die Kinos – und wurde zum riesigen Hit. Laut Steven Seagal wäre der Film mit ihm in der Hauptrolle allerdings viel besser geworden.

Zu sagen, dass Steven Seagal keinen besonders guten Ruf in Hollywood genießt, wäre eine Untertreibung. Schon zu seiner (kurzen) Hochzeit in den 1990er-Jahren galt der „Alarmstufe: Rot“-Star als schwieriger Zeitgenosse, den so mancher Regisseur aus guten Gründen als „Nervensäge“ empfand. Inzwischen macht der 74-Jährige eher durch Skandale, Lügengeschichten und seine Freundschaft zum russischen Despoten Wladimir Putin auf sich aufmerksam als durch Schauspielerei und Kampfkunst – mit dem Martial-Arts-Actioner „Order Of The Dragon“ steht aktuell sein erster Film seit sieben Jahren in den Startlöchern.

Dass sein Comeback hohe Wellen schlagen wird, ist eher unwahrscheinlich. Noch unwahrscheinlicher ist aber eine Behauptung, die Seagal vor einigen Jahren aufgestellt hat: Laut dem „Nico“-Darsteller wäre nämlich ein Historien-Abenteuer von 2003 ein deutlich besserer Film geworden, wenn ihm die Hauptrolle angeboten worden wäre – und nicht Tom Cruise!

Die Rede ist von „Last Samurai“, in dem Cruise den US-Offizier Nathan Algren spielt, der im späten 19. Jahrhundert nach Japan kommt, um die kaiserliche Armee zu trainieren. Dabei gerät er in die Gefangenschaft der von Moritsugu Katsumoto (Ken Watanabe) angeführten Samurai-Rebellen. Doch schon bald beginnt er, sich mit den Werten der Krieger zu identifizieren – und kämpft schließlich an ihrer Seite.

Last Samurai
Last Samurai
Starttermin 8. Januar 2004 | 2 Std. 24 Min.
Von Edward Zwick
Mit Tom Cruise, Billy Connolly, Tony Goldwyn
User-Wertung
4,2
Filmstarts
4,5

Das von Edward Zwick („Blood Diamond“) inszenierte Epos enthält nicht nur eine der besten Schlachtszenen der Kinogeschichte, es war mit einem Einspielergebnis von 456,8 Millionen US-Dollar (gegenüber einem Budget von 140 Millionen) auch ein großer Erfolg. Doch wenn es nach Seagal geht, hat dem Film eine entscheidende Sache gefehlt: er selbst.

„Ich erzähle euch jetzt etwas, das vielleicht ein bisschen gefährlich ist“, so Seagal verschwörerisch in einem Interview (via Far Out Magazine). „Ich bin in Japan aufgewachsen. Ich wurde dort in den Kampfkünsten ausgebildet. Ich habe den Titel eines Meisters erhalten. Dann drehten sie ‚Last Samurai‘. Sie nehmen einen kleinen Kerl von vielleicht 1,57 Metern – ob hetero oder schwul, weiß ich nicht und ist mir auch egal. Er war noch nie in Japan. Er spricht kein Japanisch. Er hat nie ein Schwert in der Hand gehalten. Und ausgerechnet ihn machen sie zum letzten Samurai.“

Tom Cruise war sehr wohl in Japan – Steven Seagal dagegen erst mit 22

Kurzer Faktencheck zwischendurch: Tom Cruise ist 1,70 Meter groß, und er war vor 2003 anlässlich verschiedener PR-Touren nachweislich mehrmals in Japan. Seagal wiederum ist keineswegs in Japan aufgewachsen, sondern in Michigan und Kalifornien – erst im Alter von 22 Jahren zog er nach Ostasien. Seine Homophobie lassen wir an dieser Stelle mal unkommentiert...

Doch das waren noch nicht die einzigen Übertreibungen und Falschdarstellungen, die Seagal in der Hinterhand hatte: „Wir haben 450.000 Anrufe aus aller Welt bekommen: ‚Diese Rolle war wie für dich gemacht. Wie konnte das passieren?‘ Die meisten Leute, die ich kenne, mochten den Film ohnehin nicht und haben ihn sich gar nicht erst angesehen. Das ist eben ein Paradebeispiel für Hollywood und seine Politik.“

Wir haben so unsere Zweifel, dass es wirklich rund eine halbe Million Menschen gibt, die „Last Samurai“ lieber mit Steven Seagal in der Hauptrolle gesehen hätten. Charlize Theron gehört jedenfalls eher nicht dazu – ihre wenig schmeichelhaften Worte über ihren gefallenen Action-Kollegen lest ihr im nachfolgenden Artikel:

"Er ist dick und kann kaum kämpfen": Charlize Theron rechnet heftig mit 90er-Jahre-Actionstar ab
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Liebt es, wenn Filme in Bewegung sind – und bekommt von (guten!) Action-Filmen deshalb niemals genug. „Speed“ hat seine Leidenschaft für Action-Kino einst entfacht, und durch Filme wie „Ambulance“ oder „RRR“ lebt sie weiter.
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