Der Sohn von Michael Douglas saß sieben Jahre im Gefängnis: "Mein Vater ließ mich auf seinen Partys Joints an die Gäste verteilen"

Als Kind eines Stars hat man es automatisch leicht? Dass es auch ganz anders sein kann, zeigt Cameron Douglas, der Sohn von Michael Douglas und Enkel von Kirk Douglas. Er hatte schon früh mit den hohen Erwartungen zu kämpfen und wurde drogenabhängig.

Touchstone

Mit dem Begriff „Nepo Baby“ werden die Kinder prominenter Eltern bezeichnet, die quasi in die Unterhaltungsbranche hineingeboren werden und denen es folglich deutlich leichter fällt als den meisten anderen, Karriere zu machen, Erfolg zu haben und Einfluss zu gewinnen. Unter diese Kategorie fallen Namen wie „Fifty Shades Of Grey“-Star Dakota Johnson (Tochter von Melanie Griffith und Don Johnson), Sängerin Gracie Abrams (Tochter von J. J. Abrams) oder „The Substance“-Darstellerin Margaret Qualley (Tochter von Andie MacDowell).

Und dieses Phänomen ist keineswegs neu: Lange bevor es dafür überhaupt einen Namen gab, machten Kinder berühmter Stars Karriere – etwa Jamie Lee Curtis (Tochter von Tony Curtis und Janet Leigh), Laura Dern (Tochter von Bruce Dern und Diane Ladd) oder auch Michael Douglas, dessen Vater Kirk durch Filme wie „Spartacus“ oder „Wege zum Ruhm“ zu den prägendsten Hollywood-Gesichtern seiner Generation zählte.

Cameron Douglas litt unter seinem Familiennamen

Doch berühmte Eltern sind nicht immer ein Segen. Cameron Douglas beispielsweise trat als Sohn von Michael Douglas und Enkel von Kirk Douglas ein großes Erbe an – und hatte lange damit zu kämpfen, im Schatten zweier Schauspiel-Giganten aufzuwachsen.

1978 geboren, entwickelte Cameron bereits als Jugendlicher eine Alkohol- und Marihuanaabhängigkeit. Später folgten härtere Drogen – mit 25 Jahren spritzte er sich nach eigenen Angaben bis zu drei Mal pro Stunde Heroin. Bereits mit Anfang 20 begann er außerdem, Methamphetamin zu verkaufen. „Ich hasste, was von meinem Leben wegen der Drogen übrig geblieben war, aber ich konnte nicht aufhören“, gab er später in seinen Memoiren bekannt (via Sensacine.com).

Es schien unausweichlich, dass Cameron Douglas irgendwann mit dem Gesetz aneinandergeraten würde. Und 2009 war es dann so weit: Der heute 47-Jährige wurde wegen Drogenbesitzes und Drogenhandels zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Aufgrund guter Führung kam er jedoch bereits 2016 wieder frei. Drei Jahre später veröffentlichte er das Buch „Long Way Home“, in dem er offen über seine Suchterkrankung und den Einfluss seines familiären Umfelds sprach.

Als das Werk erschien, war Douglas bereits clean – und betonte stets, dass er die Verantwortung für seine Drogensucht trotz aller Vorbelastungen letztlich selbst trage. Doch ganz so einfach ist es nicht – schließlich berichtete er von mehreren Erlebnissen aus seiner Kindheit, die ihn früh mit Drogen in Berührung brachten:

„Mein Vater ließ mich auf seinen Partys Joints an die Gäste verteilen“, schrieb er beispielsweise. „Je älter ich wurde, desto häufiger lief ich dort herum, kletterte auf Balkone und sah mehr, als ich hätte sehen sollen: Erwachsene, die Dinge taten, die Erwachsene eben tun, wenn sie ein exzessives Leben führen“. Er verriet zudem, dass er nach dem Ende der Feiern im Morgengrauen oft nach zurückgelassenen Drogenresten suchte.

Mittlerweile ist Cameron Douglas clean – und stand sogar mit seinem Vater vor der Kamera

Wenig überraschend wurde das Verhältnis zu seinem Vater mit den Jahren immer schwieriger. Die Last, zwei absoluten Weltstars nachzufolgen, brachte Cameron Douglas mit den folgenden Worten auf den Punkt: „Wie konkurriert man mit Kirk Douglas? Wie lebt man im Schatten von Michael Douglas?“ Letzterer wusste irgendwann selbst nicht mehr weiter. „Es gab Momente, in denen wir fast die Hoffnung verloren hatten“, wird der Oscar-Preisträger („Wall Street“) zitiert. „Das Leben bestand nur noch aus einer Krise nach der anderen. Ich dachte, wir würden ihn verlieren“.

Dazu kam es glücklicherweise nicht. Nachdem Cameron den Drogen abgeschworen hatte, kam es zur Versöhnung. Heute ist er Vater von zwei Kindern und arbeitet selbst als Schauspieler – es scheint fast so, als habe er sich nach und nach von dem Druck befreit, den übergroßen Erwartungen an seinen Familiennamen in jeder Hinsicht gerecht werden zu müssen.

2025 trat er sogar an der Seite seines Vaters im Familiendrama „Looking Through Water“ auf (nachdem sie mit Kirk Douglas im Jahr 2003 bereits die Komödie „Es bleibt in der Familie“ drehten)! Mittlerweile verstehen sich die beiden prächtig. Catherine Zeta-Jones, die Ehefrau von Michael Douglas und Stiefmutter von Cameron Douglas, schrieb anlässlich der Veröffentlichung von „Long Way Home“ sogar auf Instagram: „Ich bin so stolz auf dich und liebe dich von ganzem Herzen“.

Wusstet ihr übrigens, dass Michael Douglas seinen allerersten Filmauftritt in einem heute vergessenen Kriegsfilm hatte, dem einst Western-Ikone John Wayne auf die Sprünge geholfen hat? Hier erfahrt ihr mehr zu dem Film:

John Wayne tat alles, damit dieser starbesetzte Kriegsfilm gedreht wird: "Die amerikanischste Geschichte, die ich je gehört habe"

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.

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Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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