"Die amerikanischste Geschichte, die ich je gehört habe": John Wayne kämpfte für diesen Kriegsfilm – und holte den Star sogar höchstpersönlich an Bord!
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Vor 60 Jahren war John Wayne von einer wahren Geschichte so begeistert, dass er alles tat, damit sie ihren Weg ins Kino findet. Er fungierte sogar als ausführender Produzent und gab sich mit einer kleinen Nebenrolle zufrieden!

United Artists

John Wayne war bekanntermaßen nicht nur eine Western-Ikone, sondern auch ein glühender – manche würden sagen: fanatischer – Patriot, der Filme und Kolleg*innen regelmäßig danach bewertete, ob sie seiner Vorstellung amerikanischer Grundwerte entsprachen. Ein Monumental-Epos mit Kirk Douglas in der Hauptrolle lehnte er so beispielsweise entschieden ab, weil er es für „marxistische Propaganda“ hielt. Interessanterweise löste ein anderer Film mit demselben Hauptdarsteller aber genau das Gegenteil in ihm aus.

Die Rede ist vonDer Schatten des Giganten“, einem heute etwas in Vergessenheit geratenen Kriegsfilm, der die wahre Geschichte des US-Armeeoffiziers David Daniel „Mickey“ Marcus erzählt. Im Arabisch-Israelischen Krieg von 1948 half dieser dem neu gegründeten Staat Israel beim Kampf um seine Unabhängigkeit und wurde dessen erster General.

Der Schatten des Giganten
Der Schatten des Giganten
Starttermin 1. April 2025 | 2 Std. 18 Min.
Von Melville Shavelson
Mit Kirk Douglas, Senta Berger, Angie Dickinson
User-Wertung
3,0
Im Stream

Wayne unterstützte das Projekt bereits vor seiner Realisierung. Autor und Regisseur Melville Shavelson („Hausboot“) hatte jahrelang vergeblich versucht, Studios und Produzenten für den Film zu gewinnen – doch niemand in Hollywood zeigte Interesse an dem Stoff.

„Kein Studio wollte den Film finanzieren“, so Shavelson in einem Interview, das in dem biografischen Buch „John Wayne: The Man Behind The Myth*“ dokumentiert ist (via Far Out Magazine). „Ich erzählte [John], dass ich Probleme hatte, das Projekt auf die Beine zu stellen. Er fragte mich, worin das Problem bestehe. Also schilderte ich ihm die Geschichte, und er sagte: ‚Ein amerikanischer Armeeoffizier hilft einem kleinen Land dabei, seine Unabhängigkeit zu erkämpfen. Das ist die amerikanischste Geschichte, die ich je gehört habe.‘ Anschließend fragte er mich, warum ich keine Finanzierung dafür bekomme.“

John Wayne produzierte, spielte eine Nebenrolle – und holte den Star an Bord!

Shavelson meinte, dass damals „niemand einen Film über einen jüdischen General sehen wollte“. Doch die offene Unterstützung des noch immer sehr einflussreichen „Der schwarze Falke“-Stars brachte den Stein schließlich doch ins Rollen. Wayne übernahm nicht nur eine Nebenrolle, sondern fungierte auch als auführender Produzent. Zudem war er es, der Kirk Douglas als Hauptdarsteller an Bord holte:

„Der Grund, warum ich, ‚Der Schatten des Giganten‘ gemacht habe, war, dass Wayne mich anrief und sagte: ‚Hör zu, ich habe hier ein Drehbuch, das wie für dich gemacht ist. Wenn du die Hauptrolle spielst, übernehme ich den kleinen Part des Generals‘“, erinnerte sich Douglas. „Und genau das hat er getan. Wayne ist eine Institution. Solche Menschen gibt es heute nicht mehr.“

Nachdem mit Wayne und Douglas gleich zwei große Namen bestätigt waren, ließen sich nach und nach weitere Stars überzeugen – darunter Yul Brynner, Frank Sinatra sowie die deutsche Schauspielerin Senta Berger. Übrigens: Niemand Geringeres als Oscar-Preisträger Michael Douglas („Wall Street“), der Sohn von Kirk Douglas, hatte in „Der Schatten des Giganten“ seinen allerersten Filmauftritt – als im Vor- oder Abspann nicht genannter, namenloser Jeepfahrer.

Der ganz große Erfolg an den Kinokassen blieb derweil aus. Kritisiert wurde schon damals, dass der Film den Nahostkonflikt ausgesprochen einseitig zeichnet und die israelische Sichtweise nahezu ungebrochen übernimmt. Genau deshalb gilt „Der Schatten des Giganten“ heute aber auch als aufschlussreiches Zeitdokument.

Welcher Western-Klassiker in den Augen von John Wayne VIEL zu unamerikanisch war, erfahrt ihr übrigens im nachfolgenden Artikel:

"Das Unamerikanischste, das ich in meinem ganzen Leben gesehen habe": John Wayne hasste diesen hochspannenden Western-Klassiker

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Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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