Die einst von Steven Spielberg aus der Taufe gehobene Blockbuster-Saga, die sich aus drei „Jurassic Park“- und bisher vier „Jurassic World“-Filmen zusammensetzt, hatte lange Zeit ein Quasi-Monopol: Wenn auf der großen Leinwand ein Action-Abenteuer mit Dinosauriern entbrennt, dann gehört es nahezu garantiert zu diesem Franchise.
Doch es wird an diesem Status gesägt! Aktuell sorgt „The End Of Oak Street“ für zünftige Unterhaltung mit Schreckensechsen, die Jagd auf Anne Hathaway, Ewan McGregor und Co. machen. Und wenn ihr euch das Warten auf den nächsten „Jurassic World“-Teil auch außerhalb des Kinos versüßen wollt (erst recht, da Teil fünf erst kürzlich seinen Regisseur verloren hat), gibt es ein Heimkino-Kleinod aus einer früheren Filmepoche für euch.
Denn lange vor „Jurassic Park“ waren Dinosaurier ein gern gesehener Bestandteil liebenswert-rumpeliger Low-Budget-Streifen, in denen mit viel Bastellaune sowie Sperrholz, Gummi, Fäden, Papier und Kleister eine Fantasiewelt erschaffen wird. Ein solcher Titel ist „Der Flug zur Hölle“ von 1957.
Der wurde kurioserweise trotz seines schmalen Kostenpunkts im Breitbildverfahren CinemaScope gedreht, was eine faszinierend-paradoxe Ästhetik aus Aufwand und Gerümpel provoziert. Bisherige Blu-ray-Editionen des Films sind nur noch zu gesteigerten Preisen zu ergattern, doch diese Woche hat „Der Flug zur Hölle“ eine Blu-ray-Neuauflage erhalten.
Darum geht es in "Der Flug zur Hölle"
Commander Hal Roberts (Jock Mahoney) leitet eine besondere Expedition: Er will eine Warmwasserzone in der Antarktis suchen und erforschen. Doch die mittels Hubschrauber absolvierte Expedition gerät ins Trudeln, als das Fluggerät erst in eine Gewitterfront kommt und dann mit einer riesigen Kreatur zusammenstößt. Also muss Pilot Jack Carmen (William Reynolds) notlanden.
Die Notlandung in einem tiefen Krater schneidet die Crew, zu der auch Mechaniker Steve Miller (Phil Harvey) und Journalistin Maggie Hathaway (Shirley Patterson) gehören, von sämtlichem Funkverkehr ab. Aber sie führt auch zur unglaublichen Entdeckung eines tropischen Dschungels, in dem es von urzeitlichen Wesen wie einem Tyrannosaurus Rex und allerhand übergroßen, fleischfressenden Pflanzen nur so wimmelt...
Animatronische Monster und ein gewaltiges Cyklorama, also ein überdimensioniertes, zylindrisches Panoramagemälde, auf der einen Seite, ein dumm-dämlich dreinblickender, geistesabwesend sabbernder T-Rex und unbeholfen zwischen Miniaturen gesetzte Echsen auf der anderen Seite: „Der Flug zur Hölle“ ist eine Berg-und-Tal-Fahrt entlang dessen, was Filmschaffende 1957 mit ein paar Dollar aus der Studio-Portokasse, Zeitdruck und viel Willen hinbekommen haben.
Immerhin: Der Sound von „Der Flug zur Hölle“ hat Filmgeschichte geschrieben. Denn in Steven Spielbergs Thriller-Juwel „Duell“ wurde im großen Finale das Gebrüll des abgelenkt schauenden B-Movie-T-Rex unter das Gebrause eines rostigen, bedrohlichen Trucks gemischt. In einem Anflug von Selbstreferenz wurde dieser Sound im Finale von „Der weiße Hai“ ein weiteres Mal wiederverwendet – dann, um den titelgebenden Hai noch unheimlicher klingen zu lassen.
Und wenn ihr nach „Der Flug zur Hölle“ einen jüngeren Dino-Reißer sehen möchtet, schreit der folgende Heimkino-Tipp nach euch, wenn auch nicht wie ein nach einem Truck und einem T-Rex klingender Hai...
Endlich gibt's die blutige Antwort auf "Jurassic World" auch in Deutschland! Wie gut ist der Mix aus Kriegsfilm und Dino-Abenteuer?*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.