"Spider-Man: Brand New Day" ist nur noch die Ausnahme: So könnten Marvel und DC wieder mehr junge Menschen erreichen

Die Gen Z geht aktuell seltener für Superheldenfilme von Marvel und DC ins Kino. Während Spider-Man triumphiert, enttäuschten „Supergirl“ und „The Marvels“ bei jungen Menschen. „Ms. Marvel“-Darstellerin Iman Vellani hat dazu eine Idee.

Sony Pictures

Rund die Hälfte aller Kinobesucher in „Spider-Man: Brand New Day“ ist laut Statistiken unter 25 Jahre alt. Doch bei Superheldenfilmen sowohl von Marvel als auch von DC ist das mittlerweile die Ausnahme. Kürzlich erklärte ein anonymer Studioboss dem Hollywood Reporter sogar: „Die Gen Z interessiert sich nicht für Superhelden. Dieses Genre gehört den Millennials.“

Iman Vellani ist da anderer Meinung und in der besonderen Situation, dass sie aus gleich zwei Blickwinkeln auf die Lage schauen kann. Sie ist 24 Jahre alt und damit Teil der Gen Z. Und sie gehört als „Ms. Marvel“-Darstellerin zum MCU. In einem Austausch mit Fans sprach sie nun darüber, wie Studios die Gen Z besser erreichen könnten. In ihren Aussagen schwingt auch eine Kritik an der Superheldenmaschinerie mit.

"Spider-Man: Brand New Day" ist 2026 erfolgreich, "Supergirl" nicht

„Brand New Day“ ist gerade ein riesiger Hit und steht damit in der Tradition der Marke: Jeder Film mit Spider-Man lockt besonders viele junge Menschen in die Kinos. Im Mittelpunkt des aktuellen Abenteuers steht mit Peter Parker ein erst 22 Jahre alter Held. Ist das der Grund für den Erfolg? Nein, allein vom Alter der Superhelden kann die Begeisterung junger Menschen nicht abhängen. Das zeigen andere Beispiele aus dem DC- und dem Marvel-Universum.

Nach dem Erfolg von James Gunns „Superman“ kam 2026 „Supergirl“ in die Kinos. Hauptdarstellerin Milly Alcock ist mit ihren mittlerweile sogar 26 Jahren noch mal eine ganze Spur jünger als der 30-jährige Tom Holland. Doch der zweite Film des neuen DCU spielte gerade einmal 125 Millionen US-Dollar bei Kosten von rund 170 Millionen US-Dollar ein. Junge Frauen gingen kaum ins Kino.

Dasselbe gilt für „The Marvels“. Bei einem Budget von über 270 Millionen US-Dollar spielt das Werk gerade einmal rund 206 Millionen US-Dollar ein. Die 18- bis 24-jährigen Zuschauer machten nur 19 Prozent, die 13- bis 17-Jährigen nur acht Prozent des Publikums aus.

Der Anspruch an Superheldenfilme ist bei der Gen Z gestiegen

Iman Vellani, die als Ms. Marvel in dem MCU-Flop eine der Hauptrollen spielt, äußerte sich nun in einem Ask-Me-Anything mit dem Online-Portal League Of Comic Geeks zur Frage, wie Superheldenfilme mehr junge Menschen bewegen könnten. Dabei hat sie eine spannende These: Sie ist nämlich der Meinung, dass der Anspruch junger Menschen an Superheldenfilme gestiegen ist – und genau das entscheidet, ob sie ins Kino gehen.

„Unsere Generation ist mit einer Fülle an Superheldengeschichten aufgewachsen. Vielleicht hat sich die Neuartigkeit einfach abgenutzt, was ganz normal ist.“ Deswegen sei die Latte nun höher, meint Vellani: „Wir suchen nach Geschichten, die sich speziell und emotional anfühlen – gerade im Zeitalter der KI.“

Das macht Spider-Man so besonders

Sie fügt hinzu: „Ich glaube, dass die Gen Z unglaublich gut auf Superhelden anspricht, wenn sie zuerst als Menschen behandelt werden. Wir wollen Ehrlichkeit von unseren Geschichtenerzählern. Wir wollen, dass unsere Intelligenz respektiert wird.“

In anderen Worten heißt das: Auch junge Menschen wollen gut geschriebene Superheldenfilme. Filme mit Herz und Charakteren, die uns mitfühlen lassen. Kaum ein Superheld erfüllt diese Kriterien besser als Spider-Man: Der zurückhaltende Teenager, der plötzlich Superkräfte bekommt – und lernen muss, dass große Kraft auch große Verantwortung bedeutet.

Dennoch bleibt er immer menschlich und verletzlich. Gerade die Bedeutung von Familie und Liebe spielt in allen Teilen eine zentrale Rolle. Deswegen sind die Spider-Man-Filme nicht nur ein Kampf von Gut gegen Böse – sondern vor allem Coming-of-Age-Geschichten.

Vellani sagte – ohne es selbst auf Spider-Man zu beziehen –, dass junge Menschen Superhelden wollen, die „sich mit ihren Zuschauern weiterentwickeln und wachsen“. Die Lösung sei es laut Vellani nicht, Superheldenfilme einfach links liegen zu lassen. Es gehe darum, gute Geschichten zu entwickeln: „Geschichten, die nur in diesem Genre erzählt werden können.“

Eine amüsante Geschichte rund um den aktuellen Kino-Blockbuster haben wir derweil im folgenden Artikel für euch:

Kino bastelte "Spider-Man"-Poster nach Lieferschwierigkeiten einfach selbst – jetzt geht das Kunstwerk viral!

Dominik Thoma
Dominik Thoma
-Hospitant
Mit James Bond fing seine Leidenschaft für Filme richtig an. Dominik Thoma sah zuerst die Craig-Filme, dann alle anderen. Als er in kürzester Zeit mit der DVD-Box durch war, schaute er immer weiter ...
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