Heute ohne Werbung im TV: Western-Klassiker mit einer für John Waynes Karriere einmaligen Besonderheit!
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Neben seinen großen Erfolgen wie „Der schwarze Falke“, „Ringo“ oder „Rio Bravo“ ist ein anderer Top-Western mit John Wayne leider etwas in die Obskurität gerutscht. Am Abend könnt ihr ihn im Free-TV nachholen oder endlich mal wieder schauen:

Von Oliver Kube

Man nennt mich Hondo“ ist auf den ersten Blick eigentlich ein typischer Wayne-Western. Warum er genau dies vor allem in Bezug auf seine Machart nicht war, erfahrt ihr etwas weiter unten in diesem Artikel. Hier kommen jetzt erst einmal die Details darüber, wann, wo und wie ihr den Klassiker heute genießen könnt:

„Man nennt mich Hondo“ läuft am heutigen 21. September 2026 um 20.15 Uhr auf arte. Eine Wiederholung ist nicht angekündigt. Dafür steht der FSK-12-Titel aber schon jetzt als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung. Alternativ dazu ist er im Streaming-Abo bei WOW* sowie für ein paar Euro auch als Blu-ray und DVD oder als Video-on-Demand zu haben:

Ein außergewöhnlicher Wayne-Western

Trotz seiner typischen Western-Elemente und der für John Wayne charakteristischen Darstellung ist „Man nennt mich Hondo“ ein außergewöhnlicher Film. Das lag nicht nur an seiner klugen, empathisch erzählten Story, sondern vor allem an der Machart. Das Werk entstand nämlich auf dem Höhepunkt des 3D-Kinobooms Anfang der 1950er und ist der einzige Film im Œuvre des Superstars, der auf diese Art gedreht wurde.

Wayne agierte hier selbst als Produzent und wollte sich unbedingt auch einmal in einem Streifen mit dieser neuartigen Technik präsentieren. Aufgrund der ebenso empfindlichen wie komplex zu bedienenden Kameras zogen sich die Dreharbeiten außergewöhnlich lange hin – auch weil weder Regisseur John Farrow („Die Nacht hat tausend Augen“) noch Chef-Kameramann Robert Burks („Über den Dächern von Nizza“) zuvor schon einmal dreidimensional gefilmt hatten.

Dadurch verzögerte sich die Fertigstellung erheblich. Am Ende musste Farrow sogar wegen anderweitiger Verpflichtungen die Produktion verlassen, bevor er einige essenzielle Szenen im Kasten hatte. Wayne überlegte zunächst, diese selbst zu inszenieren, erhielt dann aber von seinem Freund, dem legendären John Ford („Der Mann, der Liberty Valance erschoss“), Schützenhilfe. Die Regie-Legende drehte die noch ausstehenden Sequenzen und weigerte sich, von Wayne ein Honorar oder eine Nennung im Abspann anzunehmen.

Man nennt mich Hondo
Man nennt mich Hondo
Starttermin 29. Juli 1954 | 1 Std. 23 Min.
Von John Farrow
Mit John Wayne, Geraldine Page, Ward Bond
User-Wertung
3,0
Im Stream

Als „Man nennt mich Hondo“ dann endlich bereit zur Veröffentlichung war, war der 3D-Hype bereits wieder stark am Abklingen. Das Studio versuchte, den Film dennoch landesweit in diesem Format in die Kinos zu bringen – auch um die von ihm entwickelte neue Polaroid-3D-Projektionstechnik zu verkaufen. Doch kaum ein US-Lichtspielhaus war bereit, die dafür notwendigen, extrem teuren neuen Leinwände anzuschaffen. So gab es letztlich lediglich eine Handvoll Vorführungen in Kinos in New York und Los Angeles. Überall sonst wurde der Streifen im herkömmlichen 2D-Format gezeigt.

Zwar spielte „Man nennt mich Hondo“ für damalige Verhältnisse sehr beachtliche 4,1 Millionen Dollar ein. Nach Abzug der exorbitanten Produktionskosten von über drei Millionen, der Werbeausgaben, des Gewinnanteils der Kinobetreiber*innen und der Steuern war das Ganze jedoch ein riesiges Minusgeschäft. So war John Wayne, der mit seiner Produktionsfirma Wayne-Fellows Productions für einen beträchtlichen Teil des Verlustes geradestehen musste, schnell wieder von der Idee, weitere 3D-Filme zu machen, geheilt.

"Man nennt mich Hondo": Das ist die Story

1870 im Grenzgebiet zwischen Texas und New Mexico: Hondo Lane (John Wayne) und sein Hund Sam tauchen zu Fuß auf der abgelegenen, sichtlich heruntergekommenen Ranch von Angie Lowe (Geraldine Page) und ihrem kleinen Sohn Johnny (Lee Aaker) auf. Hondo hat sein Pferd bei einem Angriff durch Ureinwohner verloren und fragt, ob er auf dem Hof aushelfen dürfe, bis er sich einen neuen Gaul leisten könne. Anne willigt ein, da ihr Mann, wie sie sagt, aktuell mit einem Viehtrieb unterwegs sei. Hondo durchschaut die Notlüge und ahnt, dass der Gatte entweder tot oder bereits seit längerer Zeit abwesend sein muss, sagt aber nichts.

Während Hondo Mutter und Sohn bei der Arbeit hilft und ihnen den einen oder anderen überlebenswichtigen Prärie-Kniff beibringt, wird er für den Jungen zu einer Art Vaterfigur. Doch dann erfährt Angie, dass ihr Gast anderenorts drei Männer getötet haben soll. Aus Sorge um Johnny will sie, dass Hondo geht. Kaum ist er aufgebrochen, tauchen jedoch auf dem Kriegspfad befindliche Apachen unter Häuptling Vittorio (Michael Pate aus „Der Hofnarr“) auf der Ranch auf …

Hondo und sein treuer Hund Sam machen mal 'ne Pause. Paramount Pictures
Hondo und sein treuer Hund Sam machen mal 'ne Pause.

Wie gut ist "Man nennt mich Hondo"?

Von der unglücklich verlaufenen Produktionsgeschichte einmal abgesehen, ist „Man nennt mich Hondo“ ein wunderbarer Film. Nicht nur sind die Bilder wahrlich episch und Wayne besonders ausdrucksstark. Auch seine primäre Szenenpartnerin, die bis dato exklusiv auf Theaterbühnen aktive Geraldine Page („Eine Witwe mordet leise“), begeistert mit authentischem Spiel und wurde zurecht oscarnominiert.

Zudem ist die Story vom Leben im „Wilden Westen“ sehr vielschichtig und betrachtet dieses aus diversen, erstaunlich ausgewogen und intelligent präsentierten Blickwinkeln – unter anderem dem der von den weißen Siedlern immer wieder betrogenen und belogenen Ureinwohner.

Für viele seiner Fans war und bleibt John Wayne der ultimative Schauspieler. Welchen Kollegen der Duke selbst besonders verehrte, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

"Er kann einfach alles": John Wayne hielt diese Hollywood-Ikone für den besten Schauspieler der Welt

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.
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