"Ein Abenteuer von epischem Ausmaß": Dieses in Vergessenheit geratene Meisterwerk ist nicht nur für Schwertkampf-Fans ein Muss
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Yoji Yamada schuf nicht nur mit „Samurai der Dämmerung“ einen der besten Filme um die legendären japanischen Krieger, sondern legte mit „The Hidden Blade“ ebenso sehenswert nach. Jetzt feiert der Ausnahme-Film sein Heimkino-Comeback.

Von Daniel Fabian

„Der einzige Grund, warum dieser Film nicht häufer in einem Atemzug mit Werken wie ‚Die sieben Samurai‘ und ‚Harakiri‘ genannt wird, ist, dass er nicht in den 50ern oder 60ern und nicht in Schwarz-Weiß erschienen ist“, heißt es in einer der beliebtesten Letterboxd-Reviews zu „Samurai der Dämmerung“ ein wenig zynisch. Und der Verfasser dieses Artikels kann dem nur zustimmen. Für ihn ist das an Action arme und stattdessen den zermürbenden Samurai-Alltag beleuchtende Drama vielleicht sogar noch besser als die beiden erwähnten Über-Klassiker …

… und wie die meisten Filme von Regisseur Yoji Yamada immer noch viel zu unbekannt. Dagegen wird nun zumindest stückweise etwas geändert. Denn nicht nur feiert „Samurai der Dämmerung“ diese Woche sein Comeback auf Blu-ray*, parallel dazu erscheint auch „The Hidden Blade - Das verborgene Schwert“ am 17. September 2026 endlich wieder auf Blu-ray.

Während Hollywood Mitte der 2000er mit dem Tom-Cruise-Blockbuster „The Last Samurai“ für großes Spektakel sorgte, schlug Yoji Yamada mit seiner (inhaltlich nicht zusammenhängenden) Samurai-Trilogie vergleichsweise ruhige Töne an. Seine Filmen gehen nicht nur dennoch, sondern gerade deshalb umso tiefer unter die Haut – wovon ihr euch nun endlich wieder im Heimkino überzeugen könnt. Jedenfalls zu zwei Dritteln. Denn das abschließende Kapitel „Love And Honor“ wird im Zuge dessen leider nicht mit einer neuen Veröffentlichung bedacht (dafür aber erscheint immerhin Yamadas „Das gelbe Taschentuch“).

Das ist "The Hidden Blade"

Basierend auf einer Kurzgeschichte von Shuhei Fujisawa wagt sich „The Hidden Blade“ – wie auch schon „Samurai der Dämmerung“ – in eine Ära des Umbruchs für die Samurai. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machen die Einflüsse der modernen Welt auch vor dem ehrenhaften Kriegertum nicht halt – und drohen traditionelle Werte endgültig zu verdrängen. Das muss auch Munezo Katagiri (Masatoshi Nagase) erkennen: Hin und her gerissen von seinen persönlichen Gefühlen und der Treue, die er seinem Clan einst schwor, sieht er sich schon bald mit einer Entscheidung konfrontiert, die nicht nur sein Leben für immer verändern wird, sondern auch darüber hinaus große Folgen haben könnte…

Das verborgene Schwert
Das verborgene Schwert
Starttermin 10. Dezember 2009 | 2 Std. 12 Min.
Von Yoji Yamada
Mit Masatoshi Nagase, Takako Matsu, Hidetaka Yoshioka

„The Hidden Blade“ spinnt die Themen des Vorgängers gekonnt weiter und widmet sich fernab von Samurai-Heldentum und epischen Schlachten vor allem den Kämpfen, die die Krieger mit sich selbst, der Klassengesellschaft und den ihnen auferlegten Pflichten austragen müssen. Tonal fällt das Ganze im zweiten Teil der Reihe allerdings spürbar leichtfüßiger aus. Welchen Film man selbst am Ende besser findet, dürfte letztlich auch davon abhängen. Großartig sind sie aber beide.

Die Kritiken bei Rotten Tomatoes fallen zu 84 Prozent positiv aus und werden dementsprechend euphorisch zusammengefasst: „Ein ruhiger, bedächtiger Samurai-Film à la John Ford, der Emotionen und psychologische Tiefe in ein Abenteuer von epischem Ausmaß einbringt.“ In seiner Heimat war „The Hidden Blade“ zudem sowohl ein Millionen-Hit an den Kinokassen als auch ein Kritikerliebling – der beim japanischen Pendant zu den Oscars in sagenhaften zwölf (!) Kategorien nominiert wurde.

Ihr zieht es vor, wenn die Action im Vordergrund steht? Dann solltet ihr den Film, um den es im nachfolgenden Artikel geht, auf keinen Fall verpassen.

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Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Aufgewachsen mit den Filmen von Jackie Chan, geht bis heute kaum ein Kampfsport-Reißer an ihm vorbei – ob aus Hongkong, Indonesien oder England.
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