Hauchdünn und körperlich ziemlich mitgenommen hat Jack Reacher (Alan Ritchson) seine jüngste Konfrontation mit der CIA und zwei Elite-Killerinnen von den Philippinen überlebt. Viel Zeit zum Durchatmen hat er aber nicht. Denn während auf Amazon Prime Video parallel zum Finale der vierten Staffel von „Reacher“ auch das Spin-off „Neagley“ veröffentlicht wurde, wird in der Realität bereits an der fünften Season der Action-Erfolgsserie gearbeitet.
Seit einigen Wochen laufen in Kanada die Dreharbeiten für „Reacher: Staffel 5“ und darauf dürfen sich Fans wirklich freuen. Denn sie basiert auf Lee Childs 20. Jack-Reacher-Roman „Make Me“, der in Deutschland unter dem Titel „Keine Kompromisse“ erschienen ist.
Und dieses Buch gehört zu den besten späteren Reacher-Abenteuern, weswegen nicht nur renommierte Publikationen wie der Guardian oder die Los Angeles Times die Vorlage beim Erscheinen zu den besten Romanen des Jahres kürten. Auch eingefleischte „Reacher“-Allesleser wie der Autor dieser Zeilen lieben die Story, die zunächst als mysteriöse Kleinstadtgeschichte beginnt und an die Frühwerke erinnert, um dann eine überraschend finstere Richtung einzuschlagen.
Wie in Staffel 1: Reacher landet in einer mysteriösen Kleinstadt
Zu Beginn scheint der Roman eine Rückbesinnung auf einen klassischen „Reacher“-Topos zu sein, der auch in der gefeierten ersten Staffel der Serien-Adaption schon aufgegriffen wird: Der ziellos durch das Land ziehende Jack Reacher steigt in dem kleinen Kaff Mother's Rest nur aus dem Zug, weil ihn der seltsame Name interessiert.
Doch bald ist seine Neugier weit über die bloße Herkunft des Ortsnamens hinaus geweckt. Denn bereits am Bahnhof trifft er auf die ehemalige FBI-Agentin Michelle Chang, die inzwischen als Privatdetektivin tätig ist und sich in Mother's Rest eigentlich mit ihrem Kollegen Keever treffen wollte. Doch der ist spurlos verschwunden.
Als Reacher ihr bei der Suche hilft, erkennt das Duo schnell, dass in der kleinen Gemeinde irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Nicht nur begegnet ihnen der gesamte Ort misstrauisch und wenig auskunftsfreudig. Irgendjemand will auch zwingend verhindern, dass Reacher und Chang Fragen stellen.
Horror statt Wiederholung der ersten Staffel
Das anfängliche Setting mag an die erste Staffel „Reacher“ erinnern, wo es ihn nach Margrave verschlug und und er rasch bemerkte, dass die Gemeinde etwas vor ihm verbergen will. Doch auch wenn sich sicher einige eine Rückbesinnung auf die immer noch beste Staffel der gesamten Serie wünschen, wiederholt man sich hier nicht. Wir wollen hier nicht zu viel verraten, aber im Buch führen die Ermittlungen schon bald weit über Mother's Rest hinaus.
Im Roman spielen Chicago, Phoenix, Los Angeles und San Francisco im Verlauf der Geschichte ebenfalls eine Rolle. Aus dem zunächst sehr lokalen Vermisstenfall entwickelt sich eine deutlich größere Verschwörung, bei der auch die verborgenen Bereiche des Internets eine zentrale Bedeutung einnehmen.
Natürlich ist nicht bekannt, wie nah die Serie an der Buchvorlage bleibt. Bei der gerade zu Ende gegangenen vierten Staffel wich man massiv vom Roman ab, was hier aber dringend nötig war, um die Geschichte an die heutige Zeit anzupassen. Das ist hier mit der 2015 erschienenen Vorlage unserer Meinung nach nicht so zwingend.
Vor allem wird es spannend, wie hart die Serien-Adaption wird. Bei „Reacher“ geht es ohnehin heftig zu, gerade was die Brutalität der Action betrifft. Die vierte Staffel setzt noch einmal einen drauf und nicht nur die Ohr-Ab-Szene sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Doch „Keine Kompromisse“ wird im späteren Verlauf noch einmal ungewöhnlich finsterer als andere Stories der Romane. Die Vorlage wartet mit einer Auflösung auf, die selbst für eine Buchreihe, bei der Morde, Folter und andere Abgründe zum Alltag gehören, äußerst verstörend ist und durchaus Anleihen beim Horror-Genre aufweist.
Diese Stars sehen wir an der Seite von Alan Ritchson
Im Cast der neuen Staffel sind dieses Mal wieder einige hochkarätige Namen zu finden. Die aus einer kleinen Rolle in Amazons „Cross“ bekannte Amanda Ip wird als Michelle Chang zu sehen sein. In weiteren Hauptrollen sind Kevin Durand („The Strain“), Ciara Bravo („Cherry“) und Jay Baruchel („FUBAR“) dabei. Gerade die Beteiligung des kanadischen Komikers Baruchel ist dabei hervorzuheben, denn eigentlich sollte er bereits Teil der „Reacher“-Familie sein.
Für die vierte Staffel wurde er für die Rolle des Kleinstadtpolizisten Jacob Merrick besetzt. Baruchel stand sogar schon für ein paar Szenen vor der Kamera, bevor er kurzfristig die Produktion aus persönlichen Gründen verlassen musste. Christopher Rodriguez-Marquette sprang für ihn ein und war in der gerade zu Ende gegangenen vierten Staffel als Jacob zu sehen. Offensichtlich wollten die Verantwortlichen unbedingt mit Baruchel arbeiten und boten ihm jetzt für die fünfte Season einen anderen Part an.
Mehr zur vollen Ladung „Reacher“, die euch am heutigen 16. September bei Amazon Prime Video erwartet, gibt es derweil im folgenden Artikel:
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