Falls ihr euch der Aufgabe ohne Vorkenntnis stellen wollt, empfehlen wir euch, jetzt nicht (!) diesen Artikel zu lesen, sondern wirklich „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ zu schauen (gibt es zum Beispiel bei Disney+ im Streaming-Abo*) und dann erst zurückzukehren. Mal sehen, ob ihr entdeckt habt, dass Peter Cushing das Gros der Dreharbeiten über keine imperialen Stiefel, sondern Hausschuhe trug.
Doch wir sind ehrlich mit euch: Es dürfte euch sehr schwerfallen, auf die Füße von Grand Moff Tarkin zu achten. Denn am ehesten wird euch auffallen, dass man diese erstaunlich selten sieht. Es gibt nur wenige Szenen, in denen der mächtige Imperiale komplett im Bild ist (und das sind dann teilweise auch Totalen, bei denen nicht mal immer zu erkennen ist, ob hier wirklich Cushing selbst vor der Kamera stand). Meistens hat ihn George Lucas bewusst so gefilmt, dass man seine Füße nicht sieht, weil die eben bequeme Pantoffeln zierten.
Peter Cushings "Star Wars"-Stiefel waren eine Qual
Schauspieler Peter Cushing erzählte die ganze Geschichte bereits 1986 in einem Interview mit dem Autor Paul Roland, das auch heute noch auf dessen Blog abrufbar ist. Darin bringt er den Hintergrund herrlich trocken auf den Punkt: „Grand Moff Tarkin in ‚Star Wars‘ […] habe ich in meinen Hausschuhen gespielt, weil die Stiefel in Größe 46, die sie mir besorgt hatten, mich schlichtweg umgebracht haben!“
Laut eigener Aussage wandte sich Cushing nach den Kostümproben, als klar wurde, dass die vorgesehenen Stiefel ihm zu klein waren und es keinen Ersatz gab, an Regisseur George Lucas: „George, ich verlange ja gar keine Nahaufnahmen, aber könntest du mich einfach ab der Taille aufwärts filmen? Denn diese Stiefel sind die reinste Qual!“, sagte er dem „Star Wars“-Schöpfer, wie er sich Jahre später erinnerte.
Disney und seine verbundenen Unternehmen
Lucas ließ sich darauf ein und Cushing wurde fortan möglichst so gefilmt, dass seine Füße nicht zu sehen waren. Die Geräusche der Schritte mit schweren Stiefeln entstanden dann in der Post-Produktion, was bei Filmen ohnehin üblich ist, selbst wenn der Cast am Set das richtige Schuhwerk trägt.
Tarkin kommandierte Darth Vader in Pantoffeln herum
Vor eine Herausforderung stellte es die Beteiligten trotzdem. Schließlich ist Tarkin einer der mächtigsten und furchteinflößendsten Bösewichte des Films. Er droht Prinzessin Leia mit der Vernichtung ihrer Heimatwelt und ordnet kurz darauf tatsächlich die Zerstörung von Alderaan an. Gerade im allerersten „Star Wars“-Film wirkt er sogar wie jemand, der Darth Vader Befehle erteilen kann. Der mächtige Sith-Lord scheint hier eher der Vollstrecker zu sein, während Tarkin den direkten Draht zum Imperator hat.
Dass Cushing in diesen Szenen Hausschuhe trug, machte es seinem Gegenüber aber oft schwer, angemessen auf die eigentlich bedrohliche Situation zu reagieren. Laut Don Henderson, der einen jungen imperialen Offizier verkörperte, trug Cushing einmal sogar Damenpantoffeln. Er und weitere Cast-Mitglieder hätten die ganze Szene verzweifelt dagegen ankämpfen müssen, nicht laut loszulachen. Für Cushing selbst sei das Tragen der Hausschuhe dagegen so selbstverständlich geworden, dass er es völlig vergaß. Laut Henderson verstand die Schauspiel-Ikone zunächst gar nicht, was immer wieder Gekicher bei seinen Auftritten verursachte. Erst die Erklärung seiner Kollegen, dass es an seinen Schuhe liege, machte ihm den amüsanten Umstand bewusst.
So bleibt uns zum Abschluss dieses Artikels nur, wie eingangs erwähnt, noch einmal einen „Star Wars“-Rewatch zu empfehlen. Auch wenn ihr die Hausschuhe niemals erspäht, bekommt praktisch jede Tarkin-Szene des Films eine völlig neue Ebene, wenn ihr daran denkt, dass er gerade Pantoffeln trägt. Eine weitere spannende „Star Wars“-Geschichte gibt es im folgenden Artikel:
Ausgerechnet Disney verhinderte diese Prinzessin Leia – Jahrzehnte vor dem "Star Wars"-Kauf*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.