Für Fans einer bestimmten Generation sind die „Harry Potter“-Filme heilig. Das erkennt man nicht nur an der ungebrochenen Beliebtheit der ursprünglichen Filmreihe, sondern auch daran, dass einige die Ende 2026 startende „Harry Potter“-Serie als einfaches Remake abtun – womöglich etwas zu vorschnell. Denn nicht nur hat die Serie deutlich mehr Zeit für die Adaption zur Verfügung und soll sich so enger an die Buchvorlage halten. Sie wird auch ganz anders klingen. Schließlich ist hier nicht Komponisten-Legende John Williams für die Musik verantwortlich, sondern sein kaum weniger bekannter Kollege Hans Zimmer.
Zimmer tritt gemeinsam mit Kara Talve und Anže Rozman aus seinem Komponistenkollektiv Bleeding Fingers Music in die sehr, sehr großen Fußstapfen von John Williams. Im Gespräch mit der Filmseite Collider zeigt er sich entsprechend ehrfürchtig, aber auch zuversichtlich – schließlich ist es nicht das erste Mal:
Hans Zimmer verneigt sich vor John Williams
„Als ich ‚Man Of Steel‘ gemacht habe, was natürlich Superman ist, bin ich drei Monate lang herumgerannt und habe gerufen: Ich weiß nicht, ich kann das nicht. Ich kann das nicht, weil es John Williams ist. Es ist brillant“, so Zimmer gegenüber Collider. „Christopher Nolan war der Produzent und hat zu [Regisseur] Zack Snyder gesagt: Du wirst nichts von Hans hören, wenn du nicht zu ihm fährst. Zack hat mich angerufen […] und gesagt: Ich komme am Dienstag. Also habe ich mir eine Melodie ausgedacht, war aber immer noch unglaublich besorgt.“
Doch der Filmemacher gab ihm einen guten Tipp: „Zack hat mir etwas ganz Einfaches gesagt: Hans, es ist nur ein Film. Und das war so befreiend. Es ist nur ein Film und mein Leben besteht daraus, Musik für Filme zu machen. Das tue ich, weil ich es liebe“, erklärte Zimmer. „Ich kann nicht so komponieren wie John Williams, aber auch wenn ich es könnte, würde ich versuchen, so weit weg wie möglich von ihm zu bleiben und etwas Originelles zu schreiben.“
Zimmers „Man Of Steel“-Score mag nicht so ikonisch wie John Williams' „Superman“-Thema sein, hat aber dennoch zahlreiche Fans. Man darf also gespannt sein, was sich Hans Zimmer und Co. für „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (so der Titel der ersten Staffel) ausgedacht haben. Bis wir die erste Kostprobe davon erhalten, dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, schließlich startet die Serie bereits an Weihnachten 2026 auf HBO Max.
Warum die „Harry Potter“-Serie sich stark von den Filmen unterscheiden wird und gegenüber der vorherigen Adaption sogar einen unfairen Vorteil hat, erklärt übrigens auch FILMSTARTS-Redakteur und „Harry Potter“-Fan Alexander Gehlsdorf in dem nachfolgenden Video: