Für diesen Kriegsfilm ging ein Hollywood-Star durch die Hölle: Jetzt erscheint er erstmals auf Blu-ray!
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„Das Wiegenlied der Verdammten“ ist ein (Anti-)Kriegsfilm, der sein Publikum in die Sinnlosigkeit und Absurdität des kriegerischen Geschehens stürzt. Mittendrin: Eine Hollywood-Legende, die sich für das Projekt wortwörtlich durchs Feuer kämpfte!

Von Sidney Schering

Mit über 90 Film- und Fernsehrollen hinterließ Peter O'Toole eine umfangreiche Vita, zu der unter anderem das Abenteuerepos „Lawrence von Arabien“, die quotenstarke Historienserie „Fackeln im Sturm“ und der Skandalfilm-Meilenstein „Caligula“ zählen. Acht Oscar-Nominierungen und einen Ehren-Oscar heimste der Mime ein – und schon lange vor Tom Cruise prahlte er zeitweise damit, seine Stunts selbst zu machen.

Ein Film hat O'Toole allerdings endgültig davon abgebracht, dieses Wagnis weiter durchzuziehen: Der (Anti-)Kriegsfilm „Das Wiegenlied der Verdammten“ zeigt nicht bloß die Sinnlosigkeit und Absurdität des Krieges, sondern bannte obendrein O'Tooles schiere Panik und Überlebensangst auf Zelluloid.

Nun könnt ihr die Gefahren, denen sich O'Toole stellte, völlig neu erleben. Denn diese Woche ist „Das Wiegenlied der Verdammten“ erstmals in Deutschland auf Blu-ray erschienen.

Darum geht es in "Das Wiegenlied der Verdammten"

Der Zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende entgegen, doch noch werden erbitterte Schlachten geschlagen. So torpediert ein deutsches U-Boot in der Südsee ein bewaffnetes Handelsschiff. Einzig der Flugzeugmechaniker Murphy (Peter O'Toole) überlebt die Attacke. Nachdem er sich an Land gerettet hat, schwört er, erbarmungslos Vergeltung zu suchen. Dazu macht er ein altes Flugzeug wieder flugtüchtig und baut im Alleingang Bomben und Torpedos. Doch wie erfolgreich kann ein Ein-Mann-Kommando schon sein?!

Der manische Sog des Kriegsgetümmels

„Das Wiegenlied der Verdammten“ basiert auf einem Roman des britischen Schriftstellers und Royal-Air-Force-Veteranen Max Catto, der sich weitestgehend auf Abenteuergeschichten mit exotischem Setting spezialisierte. Er verfasste aber auch die Vorlage zum Katastrophenfilm „Der Teufel kommt um vier“, der mit Frank Sinatra in tragender Rolle adaptiert wurde.

Sinatra sollte ursprünglich zudem die Hauptrolle in „Das Wiegenlied der Verdammten“ übernehmen, jedoch stieg er aus dem Projekt aus, noch bevor „Bullitt“-Regisseur Peter Yates und Produzent Michael Deeley („Blade Runner“) einstiegen. Das Drehbuch verantwortete unterdessen Stirling Silliphant („In der Hitze der Nacht“), dem eine erbarmungslose, unmissverständliche Abrechnung mit dem sinnbefreiten Wahn des Kriegs vorschwebte. O'Toole, der letztlich als Sinatra-Ersatz besetzt wurde, sah in der Romanadaption wiederum eine Gelegenheit, es noch einmal mit Stunts zu versuchen.

Der hatte bereits nach dem schlauchenden Dreh von „Lawrence von Arabien“, bei dem er sich mehrere Verletzungen zuzog, dem Vorhaben abgeschworen, seine Stunts selbst zu machen. Aber für diesen Stoff raffte er sich ein letztes Mal auf – bloß um es danach zu bereuen: In „Das Wiegenlied der Verdammten“ schwimmt O'Toole beispielsweise durch Wasser, auf dem sich ein brennender Ölfilm befindet, während um ihn herum Pyrotechnik gezündet wird.

Außerdem sitzt O'Toole höchstpersönlich am Steuer des Wasserflugzeugs. Wie er dem Magazin „Photoplay Film Monthly“ im Februar 1971 erzählte (via Wikipedia): „Wenn ihr euch ein Bild davon machen wollt, wie pure Angst aussieht, schaut euch einfach die Einstellungen an, in denen ich zum ersten Mal das Wasserflugzeug fliege.“

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.
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