"Ich bin immer noch sauer": Marvel ignoriert eine beliebte Serie trotz über 130 Episoden – und ihr Star hat genug
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Sieben Staffeln, 136 Episoden und direkte Verbindungen zu den „Avengers“ reichen für Marvel nicht, um eine Serie im MCU so richtig anzuerkennen. Dabei wäre gerade jetzt die beste Gelegenheit. Die Hauptdarstellerin ärgert das bis heute.

Disney und seine verbundenen Unternehmen
Von Björn Becher

Wenn zum Jahresende „Avengers: Doomsday“ in die Kinos kommt, werden Marvel-Figuren aus den unterschiedlichsten Bereichen im MCU vereinigt. Sogar die alten X-Men um Patrick Stewart, Ian McKellen und Co. sind Teil des Spektakels, obwohl sie einst die Kinoleinwände eroberten, als noch niemand an ein großes Universum dachte. Doch mit Figuren aus einer langlebigen Marvel-Serie solltet ihr nicht rechnen. Denn deren Kanon-Status im MCU bleibt weiterhin ein Streitthema.

Als „Marvel's Agents Of S.H.I.E.L.D.“ 2013 startete, war die Sache dagegen noch ziemlich eindeutig. Die Serie gehörte damals fest zum Marvel Cinematic Universe. Schließlich knüpfte sie sogar direkt an „Marvel's The Avengers“ an und holte mit Phil Coulson (Clark Gregg) sogar eine Figur zurück, die im großen Kino-Crossover vermeintlich gestorben war. Doch inzwischen ist die Lage deutlich komplizierter. Während Marvel das MCU im Kino und bei Disney+ immer weiter ausgebaut hat, spielen die Ereignisse aus „Agents Of S.H.I.E.L.D.“ dort praktisch keine Rolle mehr.

Chloe Bennet ist wegen Marvel frustriert

Genau das stößt Serienhauptdarstellerin Chloe Bennet sauer auf. Im Gespräch mit ELLE wurde sie gefragt, ob sie als Daisy Johnson alias Quake zurückkehren würde, sollte Marvel sie morgen anrufen. Ihre Antwort fiel eindeutig aus: „Absolut.“ Sie sei geradezu „besessen“ von Daisy und fühle sich der Figur bis heute eng verbunden.

Chloe Bennet liebt ihre Marvel-Heldin Quake, ist aber sauer, dass diese nicht so richtig als Teil des MCU anerkannt wird. Disney und seine verbundenen Unternehmen
Chloe Bennet liebt ihre Marvel-Heldin Quake, ist aber sauer, dass diese nicht so richtig als Teil des MCU anerkannt wird.

Dann machte Bennet allerdings auch ihrem Frust Luft. Sie sei „immer noch sauer“, dass Marvel „Agents Of S.H.I.E.L.D.“ nicht vollständig als Kanon anerkenne. Schließlich habe man als erste MCU-Serie mehr als 130 einstündige Episoden produziert und sehr viel Zeit im Leben der Zuschauerinnen und Zuschauer verbracht. Tatsächlich brachte es „Agents Of S.H.I.E.L.D.“ zwischen 2013 und 2020 auf sieben Staffeln und insgesamt sogar 136 Episoden. Bennet spielte in allen Staffeln eine der wichtigsten Figuren der Serie und mit Quake eine sehr mächtige und beliebte Marvel-Heldin.

"Agents Of S.H.I.E.L.D." war eng mit dem MCU verbunden

Gerade für langjährige Marvel-Fans dürfte Bennets Ärger nachvollziehbar sein. Denn zumindest zu Beginn machte die Serie keinen Hehl daraus, zum selben Universum wie die Kinofilme zu gehören. Neben Coulson tauchten unter anderem Maria Hill (Cobie Smulders), Lady Sif (Jaimie Alexander) und Peggy Carter (Hayley Atwell) auf. Auch Nick Fury (Samuel L. Jackson) war natürlich mit von der Partie, den ihr auf unserem Artikelbild auch ähnlich sauer seht, wie es Chloe Bennet immer noch zu sein scheint.

Besonders eng war die Verbindung rund um „Captain America 2: The Return Of The First Avenger“: Die große Hydra-Enthüllung des Kinofilms hatte direkte Auswirkungen auf die Serie und stellte deren komplette Ausgangslage auf den Kopf.

Auch später gab es noch Verbindungen zu den Filmen. Mit zunehmender Laufzeit entwickelte „Agents Of S.H.I.E.L.D.“ jedoch immer stärker ihre eigene Mythologie, während Ereignisse aus der Serie umgekehrt kaum Einfluss auf die Kinofilme hatten. Spätestens mit den Zeitreise-Geschichten der späteren Staffeln und dem fehlenden Umgang mit Thanos' Schnipser wurde der genaue Kanon-Status immer komplizierter.

Dazu wurde die Serie wohl auch zwischen Marvel-internen Querelen zerrieben. MCU-Mastermind Kevin Feige hatte lange Zeit nur den Filmbereich unter seiner Kontrolle. Ihm war es während dieser Zeit angeblich ein Dorn im Auge, dass das Serienteam außerhalb seines Zugriffs schalten und walten konnte. Als Feige schließlich auch die Verantwortung für den TV- und Streamingbereich übernahm, ignorierte er vorerst alles, was dort bislang entstanden war. Erst später gab es teilweise eine Kehrtwende. So wurden die Netflix-Serien um „Daredevil“ nachträglich anerkannt und mit „Daredevil: Born Again“ fortgeführt.

Bei „Agents Of S.H.I.E.L.D.“ ist damit aktuell nicht zu rechnen. Fans haben zwar ein wenig Resthoffnung, weil Marvel den Titel nie mit einer großen offiziellen Erklärung aus dem MCU gestrichen hat. Die Signale sind aber eindeutig. Auf Disney+ sind zwar alle sieben Staffeln weiterhin verfügbar, in der dort geführten vollständigen MCU-Timeline wird die Serie jedoch nicht berücksichtigt.

Eine Marvel-Serie, die zum MCU-Kanon gehört, wird jetzt beendet. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

Die nächste Marvel-Serie wird abgesetzt: Jetzt hat es sogar einen der beliebtesten Helden erwischt – schon zum 2. Mal!

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Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Björn Becher hat zwar nicht so viele Comics wie Gwenpool gelesen, kennt aber trotzdem auch obskure Marvel-Figuren und sowieso alles aus dem MCU. Zudem ist er für das berühmteste Kevin-Feige-Meme verantwortlich.
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