Er lief und lief und lief: Der beseelte, perlweiße VW-Käfer Herbie eroberte in den 1960ern die Herzen von Millionen von Kinobegeisterten. Beispielsweise wurden allein in Deutschland über 7,4 Millionen Eintrittskarten für die Disney-Rennsportkomödie „Ein toller Käfer“ gelöst, in der das liebenswerte Auto deutlich windschnittigere Wagen hat klapprig aussehen lassen.
Bis einschließlich 1980 folgten drei Leinwandfortsetzungen, darunter eine, die Herbie in der Rallye Monte Carlo antreten lässt und zwei, die den Käfer mit der Startnummer 53 als motorisierten, hupenden Freund menschlicher Pechvögel zeigen, die Lebenshilfe nötig haben. Hinzu kamen eine kurzlebige TV-Serie und ein Fernsehfilm aus dem Jahr 1997, in dem sich „Tanz der Teufel“-Star Bruce Campbell hinter das VW-Steuer klemmte.
Und vor 21 Jahren brauste der Teufelskerl unter den PKW zum (bislang) letzten Mal durch ein nigelnagelneues Kino-Abenteuer: Die Rennsport-Komödie „Herbie Fully Loaded – Ein toller Käfer startet durch“ war ein kleiner Achtungserfolg an den Kinokassen und nahm weltweit fast das Dreifache ihres 50-Millionen-Dollar-Budgets ein.
Das war nicht genug, um eine neue Herbie-Manie auszulösen, aber es reichte zweifelsfrei, um einige Kinder der 2000er zu Fans des Käfers zu machen – die sonderbare Kontroverse rund um Hauptdarstellerin Lindsay Lohan hin oder her. Und heute, am 24. September 2026, läuft „Herbie Fully Loaded“ ab 20.15 Uhr im Disney Channel. Zudem könnt ihr den Disney-Spaß bei Disney+ abrufen.
Darum geht es in "Herbie Fully Loaded"
Geschwindigkeits-Fanatikerin Maggie Peyton (Lindsay Lohan) sehnt sich danach, die Familientradition aufrecht zu erhalten und als Rennfahrerin Karriere zu machen. Ihr übervorsichtiger Vater Ray (Michael Keaton) hat allerdings andere Vorstellungen und hält sie mit aller Macht von PS-starken Boliden fern.
Als sich Maggie notgedrungen mit einem alten VW-Käfer begnügt, landet sie aber einen Glückstreffer: Das Auto hat eine Seele, ist ungeheuerlich stur und verrückt danach, der Welt zu beweisen, was es kann. Und so hilft der Wagen namens Herbie dem Jungspund auf die Straße zum Erfolg – wo das Duo direkt von Neidern begrüßt wird...
Eine Ente über Körbchen in einem Käfer-Film
Trotz einer Phase gesellschaftlicher Bemühung, positiver und respektvoller über Mitmenschen und ihr Erscheinungsbild zu kommunizieren: Die mediale Öffentlichkeit muss noch immer einige Lektionen lernen, insbesondere, wenn es um das Äußere von Frauen geht. Dass die Stimmung in den 2000ern in dieser Hinsicht aber nochmal deutlich ärger war als die Gegenwart, beweist etwa der Online-Diskurs rund um „Herbie Fully Loaded“.
Hauptdarstellerin Lindsay Lohan wurde nur sieben Jahre zuvor durch ihre Doppelrolle in Nancy Meyers' Disney-Familienkomödie „Ein Zwilling kommt selten allein“ zum gefeierten Jungstar und bewies sich 2004 mit der High-School-Satire „Girls Club“ auch als Talent für bissigere Stoffe. Doch 2005 kippte die mediale Stimmung und aus Wohlwollen wurde Sensationsgier:
Die zudem als Popstar tätige 19-Jährige geriet ins Visier der Klatschpresse und des Internetpöbels – und so wurde online Unmut breit, Lohan sei eine „unangebrachte“ Besetzung für die Disney-Familienkomödie über den sympathischen, aber auch frechen Volkswagen. Ihren Gipfel erreichte die Internet-Schmierenkampagne durch das Gerücht, Disney hätte zum Schutz des Familienpublikums ein VFX-Team angeheuert, Lohans Oberweite digital um zwei Körbchengrößen zu reduzieren (unter anderem berichtete der Irish Examiner) – eine Behauptung, die Regisseurin Angela Robinson vehement abstritt (via Chron).
Warten auf ein neues Rennen
Diese absurde Kontroverse ausgeblendet, ist „Herbie Fully Loaded“ eine behutsame Modernisierung der „Herbie“-Formel: Es gibt spaßig-alberne Rennfahraction, rund um den emotionalen VW-Käfer gibt es Slapstick und überzogene Situationskomik wie in einem zum Realfilm mutierten Cartoon, und der Soundtrack ist voller sonnig-fröhlichem Pop und Pop-Rock.
Der Einsatz von Computeranimationen ist leider völlig durchschaubar und auffällig – das müsste der nächste „Herbie“-Film dringend besser machen, sollte je einer folgen. Ein beseeltes, selbstfahrendes Auto in einer Welt kalt programmierter, ebenfalls selbstfahrender Autos: Daraus müsste sich doch was machen lassen?
Während wir darauf warten, könnt ihr euch ja erst einmal unseren folgenden Streaming-Tipp anschauen:
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