Robert Eggers („The Witch“) möchte keine Filme drehen, die in der Gegenwart spielen – schlicht und einfach, weil ihn das nicht sonderlich reizt. Stattdessen stürzt sich der Filmemacher in regelmäßigen Abständen auf düstere, folkloristisch unterfütterte Stoffe vor historischer Kulisse. Mit „Nosferatu - Der Untote“ konnte Eggers zuletzt nicht nur die Kritik begeistern, sondern auch an den Kinokassen einen großen Erfolg feiern.
Mit „Werwulf“ erwartet uns nun sein neuer Streich, der wie die logische Konsequenz aus „Nosferatu“ erscheint. Nachdem er sich einem Vampir angenommen hat, darf natürlich die nächste legendäre Horrorfigur nicht fehlen: der titelgebende Mondwandler. Der nun veröffentlichte Trailer unterstreicht in jeder Sekunde, dass uns hier ein atmosphärisch dichtes und erneut auf maximale Authentizität bedachtes Gothic-Gruselstück erwartet.
Darum geht's in "Werwulf" von Robert Eggers
Die Handlung ist in einem kleinen Dörfchen im England des 13. Jahrhunderts angesiedelt. Hier treibt schon bald eine Bestie ihr Unwesen, die die Bewohnerinnen und Bewohner (u.a. Aaron Taylor-Johnson, Lily Rose-Depp und Willem Dafoe) der Gemeinde zunehmend in Aufruhr versetzt.
Um die historische Epoche möglichst akkurat einzufangen, hat Eggers „Werwulf“ nicht nur auf 35-Millimeter-Film gedreht, sondern sich auch für das quadratische Seitenverhältnis 1,37:1 entschieden, das bereits bei „Der Leuchtturm“ zum Einsatz kam.
Darüber hinaus mutet das Werk wie ein Schwarz-Weiß-Film an. Wer den Trailer gesehen hat, wird sofort aufgefallen sein, dass die Haut der Schauspielerinnen und Schauspieler ungemein fahl wirkt und beinahe an ein ausgeblichenes Gemälde erinnert. Das liegt daran, dass Eggers das Material einer orthochromatischen Nachbearbeitung unterzogen hat. Dadurch entsteht eine Ästhetik, die für einen verfärbten, beinahe kranken Look sorgt und die dargestellte Epoche umso authentischer erscheinen lässt.
Auch bei den Dialogen setzt Eggers auf größtmögliche historische Genauigkeit: Gesprochen wird natürlich im zeitgemäßen Mittelenglisch. Zudem kamen vor allem praktische Effekte zum Einsatz. Bis Robert Eggers den Werwolf entfesselt und einmal mehr volkstümliche Überlieferungen, Aberglauben und tief verwurzelte Ängste miteinander verbinden kann, müssen wir uns allerdings noch ein wenig gedulden. Der Mond wird erst am 7. Januar 2027 auf der großen Leinwand angeheult.
Übrigens: Robert Eggers hat sich bereits entschieden, welches Projekt er nach „Werwulf“ angehen wird – diesmal wird es kein Horrorfilm! Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Überraschung: Der Macher einiger der größten Horror-Highlights der letzten Jahre verfilmt die bekannteste Liebesgeschichte aller Zeiten