Manchmal ist es schon erstaunlich, welch langlebige Qualität manche Filmreihen entwickeln können. Gerade im Horror-Bereich sind uns natürlich zahlreiche Franchises bekannt, die bereits seit den 1970er-Jahren bestehen und bis heute immer weiter ausgebaut werden. Dass aber ausgerechnet „Sniper – Der Scharfschütze“ den Auftakt für eine inzwischen zwölf Teile umfassende Reihe bilden sollte, ist durchaus bemerkenswert.
Der neueste Teil, „Sniper: No Nation“, ist inzwischen im Abo von Netflix verfügbar. Mit von der Partie ist auch hier noch immer „Platoon“-Star Tom Berenger, der bereits im ersten Teil mit dem Präzisionsgewehr auf die Jagd ging. Ihr habt den gelungenen Auftakt der Reihe bislang noch nicht gesehen? Dann gibt es heute, am 1. Oktober, die Gelegenheit dazu: „Sniper – Der Scharfschütze“ läuft um 22 Uhr bei Tele 5.
Darum geht’s in "Sniper – Der Scharfschütze"
US-Marine Thomas Beckett (Tom Berenger) ist ein erfahrener Scharfschütze, der bereits 74 Menschen getötet hat. Im Dschungel von Panama erhält er den Auftrag, im Namen der Regierung Rebellen aufzuspüren und lautlos auszuschalten. Allerdings hat Beckett den Ruf, dass seine Partner bei den gefährlichen Einsätzen selten lange überleben. Für seine nächste Mission wird ihm ausgerechnet der unerfahrene Richard Miller (Billy Zane) zur Seite gestellt. Gemeinsam sollen sie General Miguel Alvarez (Frederick Miragliotta) ausschalten, einen skrupellosen Drogenhändler, der einen Putsch plant, um sich selbst zum Präsidenten zu machen.
Doch der Einsatz verläuft anders als geplant: Alvarez entkommt und plötzlich werden Beckett und Miller selbst zu Gejagten. Während sich die beiden Marines durch den dichten Dschungel kämpfen, rückt Alvarez' Truppe ihnen immer näher. Unter den Verfolgern befindet sich auch ein besonders gefährlicher Scharfschütze – ein Mann, den Beckett einst selbst ausgebildet hat. Damit wird die Mission für die beiden nicht nur zu einem Kampf ums Überleben, sondern auch zu einer persönlichen Konfrontation mit Becketts Vergangenheit.
Stimmungsvolles Action-Kino
Man sollte nicht mit der Erwartung an „Sniper“ herangehen, hier einen Action-Meilenstein des 1990er-Jahre-Kinos zu entdecken. Allerdings beweist „Anaconda“-Regisseur Luis Llosa schon hier, dass er sein Handwerk beherrscht. Allein die Art und Weise, wie er den undurchsichtigen und stellenweise bedrohlich wirkenden panamaischen Urwald in Szene setzt, zeugt von einem sicheren Gespür für Atmosphäre. Überhaupt ist „Sniper“ ein durchaus stimmungsvoller Genre-Beitrag, der seine Spannung vor allem aus der ständigen Anspannung bezieht: Jederzeit könnte einer der beiden Soldaten entdeckt werden, und jeder noch so kleine Fehler kann den gesamten Einsatz gefährden.
Die Geschichte zweier ungleicher, lautlos agierender Killer, die durch das dichte Dickicht gejagt werden, hätte in dieser Form tatsächlich auch hervorragend in das Action-Kino der 1980er-Jahre gepasst. Damals gehörten Söldnerfilme mit markigen Helden, exotischen Schauplätzen und beeindruckenden Dschungelkulissen schließlich fest zum Genre. Ein wenig aus der Zeit gefallen wirkte „Sniper“ deshalb bereits bei seiner Veröffentlichung, doch gerade das verleiht dem Film nach wie vor einen gewissen Charme.
Wer ein Herz für kernige Genre-Hausmannskost hat, bekommt hier etwas mehr als 90 Minuten solide Action, eine atmosphärische Kulisse und ein ungleiches Hauptdarsteller-Duo geboten. „Sniper – Der Scharfschütze“ mag kein großer Meilenstein des Action-Kinos sein, als schnörkelloser Reißer funktioniert der Auftakt der inzwischen erstaunlich umfangreichen Reihe aber auch heute noch ziemlich gut.
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