Mit dem oscarnominierten „Leviathan“ und dem unserer Meinung nach mindestens ebenso großartigen „Loveless“ feierte der russische Filmemacher Andrey Zvyagintsev seinen internationalen Durchbruch. Aufgrund einer schweren COVID-Erkrankung lag der Regisseur 2021 monatelang in einem deutschen Krankenhaus im Koma. Als während des Reha-Aufenthalts der Angriff auf die Ukraine stattfand, kehrte er nicht mehr nach Russland zurück, dessen Regierung er zuvor schon mehrfach öffentlich kritisiert hatte.
Aktuell lebt Zvyagintsev in Frankreich. Dennoch spielt sein neuer Film „Minotaurus“ erneut in der alten Heimat. Schauplatz der vielschichtigen Story zwischen Polit-Thriller und Charakterdrama ist nämlich eine nicht näher identifizierte russische Provinzstadt. Gedreht wurde aus nachvollziehbaren Gründen allerdings in und um die lettische Hauptstadt Riga.
„Minotaurus“ startet bundesweit am 5. November 2026 in den deutschen Kinos.
Offiziell wurde der Film von dem 1969 entstandenen, 1972 in die deutschen Kinos gekommenen Claude-Chabrol-Klassiker „Die untreue Frau“ inspiriert. Wobei „Minotaurus“ kein simples Remake ist, wie unsere 4 von 5 möglichen Sternen vergebende FILMSTARTS-Kritik klarstellt, sondern ein starkes eigenes Profil entwickelt.
Das Fazit der von unserem Chefredakteur Christoph Petersen im Anschluss an die Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Cannes verfassten Rezension lautet: „Ein in grandiosen Cinemascope-Bildern eingefangenes Noir-Drama, das zwar im Kern eine hinlänglich bekannte Geschichte von einem aus Eifersucht mordenden Ehemann erzählt, aber durch den neuen Kontext trotzdem noch mal einen ganz anderen, ziemlich heftigen Punch entfaltet. Bitterböse und brillant inszeniert!“
Wir sind übrigens nicht die einzigen, denen „Minotaurus“ sehr gut gefallen hat. Auf Rotten Tomatoes, der wohl wichtigsten US-Sammelseite für professionelle Filmkritiken, sind bisher 45 Besprechungen gelistet, von denen 44 wohlwollend bis absolut begeistert ausfallen. Das ergibt einen traumhaften Quotienten von 98 Prozent positiver Bewertungen (Stand 1. Oktober 2026).
"Minotaurus": Das ist die Story
2022 in Russland: Auf den ersten Blick führt Unternehmer Gleb (Dmitriy Mazurov) ein zwar streng durchgetaktetes, aber doch mehr als gutes Leben. Gemeinsam mit seiner attraktiven Ehefrau Galina (Iris Lebedeva) und Sohn Seryozha (Boris Kudrin) lebt er in einem traumhaften Haus außerhalb einer Provinzstadt. Und auch seine längst zu einem Konzern angewachsene Speditionsfirma floriert. Doch dann brechen politisches Chaos und private Krisen parallel zueinander über Gleb herein und das unter der Oberfläche schon seit einer Weile rissige Idyll beginnt massiv zu bröckeln.
Denn während Russland in die benachbarte Ukraine einmarschiert, erfährt der Mann auch noch von der Affäre seiner Gattin. Als er vom Staat angewiesen wird, eine Reihe von Mitarbeitern für die Armee abzustellen, fliehen beinahe täglich essenzielle Teile seiner Belegschaft über die nahegelegene Grenze nach Georgien. Doch Gleb hat einen Plan, wie er seine kurz vor der Entgleisung stehende Existenz noch retten kann …
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Einen ganz anderen neuen Film stellen wir euch mitsamt seines Trailers im folgenden Artikel vor:
Reihenweise Superstars aus Marvel, "Dune" etc.: Bizarrer deutscher Trailer zum Weltuntergangs-Thriller "Sacrifice"