"Er war erschreckend schlecht": Oscarnominierter "Harry Potter"-Star bereut seit 20 Jahren, mit Steven Seagal zusammengearbeitet zu haben
von Michael Bendix
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Zwischen einem oscarnominierten Drama und einem „Harry Potter“-Film drehte sie einen B-Actioner mit Steven Seagal – und bereut diese Entscheidung bis heute. Hier erfahrt ihr, um welche britische Schauspiel-Größe es geht.

Sony Pictures

Steven Seagal hat in Hollywood, gelinde gesagt, keinen besonders guten Ruf. In den 1990er-Jahren gelang ihm dank Hits wie „Alarmstufe: Rot“ oder „Hard To Kill“ der Aufstieg zum Action-Star, doch sein Ruhm sollte nicht lange anhalten. Nach einigen Flops trat der heute 74-Jährige bereits in den frühen 2000ern vermehrt in zweitklassiger Direct-to-DVD-Ware auf, später machte er dann vor allem durch allerlei Skandale, Lügengeschichten sowie seine Freundschaft zum russischen Despoten Wladimir Putin Schlagzeilen.

Wenig überraschend betrachten es also nur die wenigsten seiner Kolleg*innen als Ehre, in einem Steven-Seagal-Film mitgewirkt zu haben. Das gilt beispielsweise für den zweifachen Oscar-Preisträger Michael Caine („Gottes Werk und Teufels Beitrag“), der 1994 in Seagals einziger Regiearbeit zu sehen war – und diesen Umstand in einem Interview offenherzig als Verzweiflungstat bezeichnete. Ganz ähnlich äußerte sich auch eine andere britische Filmgröße über die Zusammenarbeit mit dem in Michigan geborenen Schauspieler: Imelda Staunton.

Imelda Staunton bereut ihren Film mit Steven Seagal

In den 1990er-Jahren übernahm die 70-Jährige Nebenrollen in Filmen wie „Sinn und Sinnlichkeit“ oder „Shakespeare In Love“, bevor ihr 2004 mit Mike Leighs Drama „Vera Drake“ der endgültige internationale Durchbruch gelang. Für ihre Darstellung einer Arbeiterin, die im London der 1950er-Jahre heimlich illegale Abtreibungen durchführt, erhielt Staunton unter anderem den BAFTA Award als Beste Hauptdarstellerin sowie eine Oscar-Nominierung. Einem breiten Publikum dürfte sie heute vor allem als Dolores Umbridge aus der „Harry Potter“-Reihe sowie als Queen Elizabeth II. in den letzten beiden Staffeln des Netflix-Erfolgs „The Crown“ bekannt sein.

Kaum jemand dürfte sich dagegen noch daran erinnern, dass Staunton im Jahr 2006 – also zwei Jahre nach ihrer preisgekrönten Performance in „Vera Drake“ und ein Jahr vor ihrem ersten „Harry Potter“-Auftritt – in einem B-Actioner mit Steven Seagal mitspielte: „Shadow Man – Kurier des Todes“.

Shadow Man
Shadow Man
Starttermin 19. Juni 2023 | 1 Std. 35 Min.
Von Michael Keusch
Mit Steven Seagal, Vincent Riotta, Michael Elwyn
User-Wertung
2,4
Filmstarts
1,0

Und geht man nach ihren eigenen Aussagen, würde wohl auch Stanton selbst diese kuriose Karriere-Fußnote am liebsten vergessen. Als sie im Rahmen eines Q&A danach gefragt wurde, ob sie irgendeine ihrer Entscheidungen rückblickend bereue, kam sie unumwunden auf „Shadow Man“ zu sprechen (via Far Out Magazine):

„Ich habe einen Film mit Steven Seagal gedreht, bei dem ich im Nachhinein wünschte, ich hätte meine Zeit nicht damit verschwendet. Denn er war absolut furchtbar, erschreckend schlecht.“ Mit dieser Einschätzung ist sie nicht allein: FILMSTARTS-Redakteur Björn Becher vergab in seiner Rezension nur einen mickrigen Stern.

Warum sie die Rolle einer US-Botschafterin, die Seagals Figur bei der Suche nach seiner entführten Tochter unterstützt, überhaupt angenommen hatte? Da wäre natürlich zum einen das Geld – und zum anderen die Gelegenheit, vor der Kamera einen amerikanischen Akzent auszuprobieren. Wie gut ihr das gelungen ist, können außerhalb der eingeschworenen Seagal-Fangemeinde allerdings wahrscheinlich nicht allzu viele beurteilen...

„Mad Max: Fury Road“-Star Charlize Theron stand zwar nie gemeinsam mit Steven Seagal vor der Kamera – das hat sie allerdings nicht davon abgehalten, in einem Interview ordentlich über ihn herzuzuziehen, wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:

"Er ist dick und kann kaum kämpfen": Charlize Theron rechnet heftig mit 90er-Jahre-Actionstar ab
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Liebt es, wenn Filme in Bewegung sind – und bekommt von (guten!) Action-Filmen deshalb niemals genug. „Speed“ hat seine Leidenschaft für Action-Kino einst entfacht, und durch Filme wie „Ambulance“ oder „RRR“ lebt sie weiter.
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