Von Stephen King und Zombie-Urvater George A. Romero: Dieser Film stand 23 Jahre auf dem Index – jetzt kommt er uncut ins Heimkino
von Sidney Schering
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„Die Nacht der lebenden Toten“-Regisseur George A. Romero interpretiert eine Geschichte von „ES“-Schöpfer Stephen King: „Stark – The Dark Half“ ist ein oft vergessener 90er-Jahre-Horror und hat diese Woche sein Heimkino-Comeback gefeiert.

Bei diesem Film kamen die Ideen zweier Horror-Meister zusammen: „Stephen Kings Stark“, mittlerweile in Deutschland besser bekannt unter dem Alternativtitel „Stark – The Dark Half“, zeigt nämlich, wie sich Regisseur/Autor George A. Romero einem Stephen-King-Roman annähert. Und zwar auf eine Art und Weise, die in den 1990ern dem deutschen Jugendschutz zu viel war!

Die Romanadaption des „Die Nacht der lebenden Toten“-Machers erschien zwar uncut mit einer FSK-Freigabe ab 18 Jahren auf Video, jedoch landete diese Edition 1994 auf dem Index. 23 Jahre später folgte die Listenstreichung, in der Zwischenzeit fand eine um sechs Minuten gekürzte 16er-Fassung weitere Verbreitung. Mittlerweile ist auch die Uncut-Fassung ab 16 Jahren freigegeben, und diese Woche hat „Stark – The Dark Half“ eine Blu-ray-Neuauflage erhalten – natürlich ungekürzt!

Mit dieser Neuauflage bekommen Horror-Fans endlich eine preiswertere Alternative zu den längst vergriffenen, teils streng limitierten Editionen aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 geboten. Als Bonusmaterial gibt es auf der HD-Scheibe zwei Audiokommentare, ein Making Of, mehrere Interviews sowie Featurettes und entfallene Szenen zu entdecken.

Darum geht es in "Stark – The Dark Half"

College-Professor Thad Beaumont (Timothy Hutton) genießt nicht nur großes Ansehen an seiner Universität, sondern auch beachtlichen sowie heimlichen Erfolg als Schriftsteller. Denn unter dem Pseudonym George Stark veröffentlicht er blutig-drastische Horror-Geschichten, die mit schöner Verlässlichkeit zu Bestsellern avancieren.

Parallel dazu verfasst er anspruchsvolle Sachbücher unter seinem eigenen Namen, die allerdings weitaus weniger Anklang finden. Eines Tages flattert jedoch ein Erpresserbrief herein: Jemand will Thads schriftstellerisches Doppelleben auffliegen lassen. Also beschließt der Autor, sein Alter Ego zu begraben. Daraufhin nimmt eine Mordserie ihren Lauf, die Angst schürt, dass Thads Pseudonym ein Eigenleben entwickelt hat und Rache sucht...

Stephen King ringt mit seiner Sucht

Stephen Kings Roman* gilt unter Fans des Erfolgsschriftstellers als Wendepunkt: King verfasste das Buch in den letzten Zügen seines Kampfes gegen den Alkoholismus. Seither gilt King als trocken – und mit diesem Vorwissen fällt es leicht, den Roman als Parabel auf die Auseinandersetzung mit dem inneren Dämon der Sucht zu deuten.

Weiter flossen Kings Erfahrungen damit, namhaft zu sein und zu versuchen, ein Pseudonym aufrecht zu erhalten, in den Stoff. Für Romero war „Stark – The Dark Half“ unterdessen ein rarer Ausflug in ungewohnte Budgetgefilde: Oft arbeitete er mit niedrigen Budgets, seine King-Adaption verfügte aber über ein Budget von geschätzt 15 Millionen Dollar. Erst 2005 sollte Romero bei „Land Of The Dead“ wieder solch eine Summe in die Hand nehmen.

Mit dem vergleichsweise hohen Budget ging auch eine Konsequenz einher: Romero wollte Michael Rooker die Hauptrolle geben, der mittlerweile durch „Guardians Of The Galaxy“ berühmte, damals primär durch „Henry: Portrait Of A Serial Killer“ bekannte Mime war dem Studio jedoch eine zu ungewöhnliche Wahl. Also besetzte Romero ihn in einer Nebenrolle als Sheriff, wohingegen Timothy Hutton den zentralen Part zugesprochen bekam.

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.
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