Vor 26 Jahren weigerten sich zwei Stars, diesem Oscar-Gewinner zu applaudieren: Das ist der Grund!
von Michael Bendix
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Amy Madigan gewann in diesem Jahr für „Weapons“ einen Academy Award. Ein wenig in Vergessenheit geraten dagegen ist ein kontroverser Oscar-Moment, der sich 1999 zugetragen hat und an dem Madigan unmittelbar beteiligt war...

Academy of Motion Picture Arts and Sciences

Das bis auf wenige Ausnahmen (u.a. „Der Exorzist“, „Get Out“) lange verschmähte Horror-Genre wird bei den Oscars immer präsenter: 2025 sorgte etwa „The Substance“ für Aufsehen, und auch in diesem Jahr bekam das Horror-Kino eine Bühne – dank dem 16-fach nominierten „Blood & Sinners“ und natürlich auch „Weapons - Die Stunde des Verschwindens“!

Der multiperspektivisch erzählte Horror-Thriller von Zach Cregger („Resident Evil“) war ein weltweiter Überraschungshit, der zudem auch bei der Kritik großen Anklang fand. Zudem brachte er Amy Madigan für ihre unvergessliche, gleichermaßen schillernde wie unheimliche Darstellung der Tante Gladys einen Oscar als Beste Nebendarstellerin ein! Ein wenig in Vergessenheit geraten ist allerdings, dass Madigan bereits vor 26 Jahren für einen Oscar-Moment sorgte, der heiß diskutiert wurde...

Weapons - Die Stunde des Verschwindens
Weapons - Die Stunde des Verschwindens
Starttermin 7. August 2025 | 2 Std. 08 Min.
Von Zach Cregger
Mit Josh Brolin, Julia Garner, Alden Ehrenreich
User-Wertung
4,0
Filmstarts
4,5

Amy Madigan hat sich geweigert, dieser Hollywood-Ikone zu applaudieren

Damals überreichten Robert De Niro und Martin Scorsese den Ehrenoscar an Elia Kazan, den legendären Regisseur von Klassikern wie „Endstation Sehnsucht“, „Die Faust im Nacken“ oder „Jenseits von Eden“.

Während Stars wie Warren Beatty (der in Kazans Meisterwerk „Fieber im Blut“ sein Leinwanddebüt gab) oder Regie-Kollegen wie Steven Spielberg lautstark applaudierten, blieben Amy Madigan und ihr Ehemann Ed Harris still. Mehr noch: Madigan verzichtete nicht nur auf Jubel oder Klatschen, sondern verschränkte sogar demonstrativ die Arme. Auch andere Anwesende reagierten nicht, darunter Schauspieler Nick Nolte.

Hier könnt ihr euch die besagte Szene in voller Länge ansehen:

Der Grund dafür wurde vergangenes Jahr von Madigan selbst in einem Interview mit der New York Times enthüllt. Ihre Aussage erschien dabei zwar nicht in der finalen Version des Interviews, doch Journalist Kyle Buchanan teilte auf seinen Social-Media-Kanälen eine Kachel mit den betreffenden Zitaten der „Straßen in Flammen“-Darstellerin (via Entertainment Weekly).

„Mein Vater, der nicht mehr unter uns ist, war politischer Analyst und Journalist und arbeitete im Kapitol, als der McCarthyismus herrschte, und das hat ihn wirklich, wirklich tief getroffen“, so Madigan. „[...] Das Ganze hat mir alles wieder ins Gedächtnis gerufen. Ich dachte nur: ‚Nein!‘“

Madigan bezieht sich auf Kazans frühere Zusammenarbeit mit dem sogenannten Komitee für unamerikanische Aktivitäten. Von 1947 bis 1957 veranstaltete Senator Joseph McCarthy eine regelrechte Hetzjagd auf angebliche oder tatsächliche Kommunisten sowie deren Sympathisanten in der US-Regierung. Auch in Hollywood existierte zu dieser Zeit eine schwarze Liste von Personen, die denunziert wurden und daraufhin mit schweren beruflichen Konsequenzen zu kämpfen hatten. Kazan, der zeitweise in der Kommunistischen Partei aktiv war, wurde 1952 ebenfalls vorgeladen – und nannte bei seiner zweiten Anhörung die Namen mehrerer Kollegen.

Elia Kazan über sein Denunziantentum: "Hatte das Recht dazu"

In Hollywood wurde er daraufhin in bestimmten Kreisen geächtet, auch wenn für seine Karriere keine reellen Beeinträchtigungen entstanden sind. 1997 äußerte sich Kazan in einem Interview mit der New York Times übrigens selbst zu diesem Thema. Auf die Frage, ob ihn die Kritik an seiner Person störe, antwortete er wie folgt (via Sensacine.com):

„Willst du die Wahrheit wissen? Überhaupt nicht. Ich habe in meinem Leben so viele Lobeshymnen bekommen. Einige verdient, andere nicht. Was spielt das schon für eine Rolle? Die ganze Zeit war nicht besonders angenehm. Ich schätze, ich war ein Teil davon. [Aber] ich habe gesagt, was ich dachte, und ich hatte das Recht dazu.“

Auch für Sean Penn stellte die Verleihung an Elia Kazan übrigens eine Zäsur dar. Hier lest ihr mehr dazu:

Sean Penn, 65, über die Oscars: "Die Academy hat ihre Mitschuld bis heute nicht anerkannt, im Namen des Patriotismus ist es dafür höchste Zeit"

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels. Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.

Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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