Eine Gruppe scheinbar ganz gewöhnlicher Jugendlicher verwandelt sich regelmäßig in farblich codierte Kampfkunst-Superhelden, um die Erde vor feindlichen Monstern zu beschützen: Diese Prämisse dürfte den meisten bekannt vorkommen, die in den Neunzigerjahren oder später ihre Kindheit und Jugend verbracht haben. Schließlich beschreibt sie das Science-Fiction-Franchise „Power Rangers“, das seit Jahrzehnten junge Zuschauer*innen begeistert.
Was allerdings längst nicht alle wissen dürften: Während die Schauspieler*innen ihre Dialoge und Szenen ohne Maske in Kalifornien drehen, stammen die spektakulären Kampfszenen in den bunten Anzügen und die Aufnahmen der Monster aus dem japanischen Franchise „Super Sentai“. Dieses wurde bereits 1975 ins Leben gerufen und umfasst mittlerweile mehr als 50 Serien sowie unzählige Filme.
Hinter dem amerikanischen Erfolg steckt der Medienunternehmer Haim Saban, der die japanische Reihe ursprünglich in die USA importieren wollte. Da sich das dortige Publikum jedoch nur schwer mit den japanischen Erzählweisen, Traditionen und Werten identifizieren konnte, entschied man sich für einen anderen Ansatz: Statt die Originalgeschichten einfach zu übernehmen, entwickelte man völlig neue Handlungen mit amerikanischen Schauspieler*innen.
Lediglich die spektakulären Kampfszenen mit den kostümierten Held*innen, Monstern und Robotern aus dem japanischen Original wurden in die US-Version integriert. In den auffälligen Anzügen stecken dabei kampferprobte Stuntleute, die mit ihren akrobatischen Einlagen für die actionreichen Höhepunkte sorgen. Einer von ihnen war Yasutomo Ihara. Dass der Japaner seine Fähigkeiten eines Tages allerdings nicht mehr nur für spektakuläre Stunts, sondern auch für kriminelle Zwecke einsetzen würde, hätte wohl niemand erwartet.
Finanzielle Schwierigkeiten trieben Ihara in die Kriminalität
Zwischen 2010 und 2011 verkörperte Yasutomo Ihara in der 34. Serie des „Super Sentai“-Franchise einen grünen Ranger. Die entsprechenden Aufnahmen fanden später auch ihren Weg in die amerikanische Version: In der 20. Staffel von „Power Rangers“ waren seine Stunts und Akrobatikeinlagen somit ebenfalls zu sehen. Doch nur wenige Jahre später nahm sein Leben eine unerwartete Wendung.
Nachdem eine Knieverletzung seine Karriere als Stuntman beendet hatte, geriet Ihara in finanzielle Schwierigkeiten. Zwischen 2013 und 2014 beging er daraufhin in Japan eine Reihe von Einbrüchen. Der Wert der gestohlenen Waren belief sich auf rund 8,2 Millionen Yen, was damals etwa 77.000 US-Dollar entsprach. Bei seiner Festnahme gestand Ihara, mindestens 43 Einbrüche verübt zu haben. Dabei kam ihm ausgerechnet das zugute, was ihn zuvor als Stuntman ausgezeichnet hatte: Dank seiner körperlichen Fähigkeiten konnte er Mauern und Masten erklimmen sowie über Balkone in höher gelegene Stockwerke gelangen.
Die japanischen Medien verpassten ihm deshalb den Spitznamen „Spider-Man-Dieb“. Im Jahr 2020 wurde Yasutomo Ihara schließlich offiziell zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ausgerechnet ein ehemaliger Stuntman, der einst als grüner Held gegen Monster kämpfte, landete damit selbst auf der falschen Seite des Gesetzes.
Übrigens: Wenn auch die „Teletubbies“ zu euren Kindheitserinnerungen gehören, solltet ihr unbedingt einen Blick in den nachfolgenden Artikel werfen. Darin verraten wir euch ein Detail über die Kultserie, das ihr womöglich noch nicht kanntet.
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