Sie sind lila, rot, grün und gelb, hören auf die Namen Tinky-Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po – kaum ein Kind der späten 90er kam an ihnen vorbei: die „Teletubbies“. Zwischen 1997 und 2001 liefen ganze 365 Folgen der britischen Kultserie über die Bildschirme, in denen die vier Figuren neugierig ihre farbenfrohe Welt erkundeten – ein festes Ritual für viele kleine Zuschauer*innen.
Ob die Serie pädagogisch wertvoll war, darüber lässt sich bis heute streiten. Unbestreitbar ist jedoch: Die Teletubbies sind ein fester Bestandteil unserer Kindheitserinnerungen. Und doch: Haben wir ihre Welt vielleicht ganz anders in Erinnerung, als sie tatsächlich war?
So riesig waren die "Teletubbies"
Vor einigen Jahren machten Fotos vom originalen „Teletubbies“-Set in den sozialen Medien die Runde – und brachten dabei ein verblüffendes Detail ans Licht: Die Teletubbies waren deutlich größer, als die meisten von uns dachten. Gut, als Kind wirkt sowieso alles etwas größer. Aber die vier Figuren entsprachen nicht einmal der durchschnittlichen Körpergröße von Erwachsenen.
Nikky Smedley, die Darstellerin von Laa-Laa, verriet in einem Interview mit Newsweek, dass ihr Kostüm unglaubliche 8 Fuß (etwa 2,43 Meter) maß. Das kleinste Kostüm, jenes von Po, war immerhin noch 6,6 Fuß (etwa 1,98 Meter) groß. Der lilafarbene Anzug von Tinky-Winky überragte mit fast 10 Fuß sogar die 3-Meter-Marke.
„Als wir sie zum ersten Mal sahen, waren wir überrascht – sie waren riesig“, erinnert sich Smedley. Doch warum wurden die Figuren überhaupt so übergroß designt? „Wir wollten, dass die kleinen Kinder denken, wir seien genauso groß wie sie“, erklärt sie. Um diese optische Täuschung hinzubekommen, musste alles am Set – inklusive der Teletubbies selbst – überdimensioniert sein.
Alles? Wirklich alles? Was ist dann mit den echten Kaninchen, die regelmäßig durchs Bild hoppelten? Auch für sie musste eine Lösung her. In einem Interview mit The Guardian erklärte Co-Schöpferin Anne Wood: „Sie mussten groß sein, um in den Maßstab zu passen.“ Deshalb entschied man sich für sogenannte Flämische Riesen – eine Kaninchenrasse, die bis zu 1,21 Meter lang werden kann und ursprünglich für Fell- und Fleischproduktion gezüchtet wurde.
Doch so imposant sie auch waren – das Leben der Tiere am Set war nicht ohne Schattenseiten. „Wir boten ihnen perfekte Bedingungen, sie liefen frei über die ‚Teletubby‘-Grasflächen“, so Wood. „Aber ihre Zucht hatte ihnen ein vergrößertes Herz beschert, und fast wöchentlich begrüßte mich der Tiertrainer verzweifelt und teilte mir mit, dass ein weiteres Tier gestorben war. Wir haben sieben von elf Tieren verloren – aber wenigstens sind sie glücklich gestorben.“
Eine bizarre und irgendwie traurige Fußnote zur scheinbar heilen Welt der Teletubbies. Vielleicht war sie also doch nicht ganz so bunt und sorgenfrei, wie wir sie in Erinnerung haben.
Übrigens: Eine ganz andere Kinderserie zieht bald beim Streaming-Dienst Netflix ein – und bekommt darüber hinaus auch noch eine 56. Staffel spendiert. Von welcher hier die Rede ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Netflix rettet die vielleicht berühmteste Serie der Welt – Staffel 56 (!) kommt noch dieses Jahr