An den US-Kinos schnitt die kunterbunte, herrlich durchgeknallte Sci-Fi-Produktion „Flash Gordon“ durchwachsen ab – doch seit ihrer Kinoauswertung Ende 1980 baut sie kontinuierlich ihre Fanbase aus: Mit einem eingängigen, rockig-fetzigen Queen-Soundtrack und einem unvergesslich-schrägen Look mauserte sich die bonbonbunte Rock-Weltalloper zu einem der größten Kultfilme der Kinogeschichte.
Egal, ob ihr diese außergewöhnliche Anomalität in der Welt der Comicverfilmungen schon kennt oder sie noch nachholen möchtet: Es lohnt sich jetzt noch mehr, sie sich ins Heimkino zu holen. Denn am 29. Oktober 2026 bekommt „Flash Gordon“ eine optimierte 4K-Neuauflage in Form eines Limited Edition Mediabooks.
Dieses ist exklusiv im Plaion Shop erhältlich und umfasst zusätzlich zur 4K-Scheibe eine Blu-ray-Kopie des Films sowie eine Bonus-Disc mit zahlreichen Featurettes, Interviews und einer Begleitdokumentation. Zudem ist beim Film die deutsche Stereo-Tonspur neu abgemischt.
Damit wird ein Problem korrigiert, das Fans auf bisherigen Blu-ray- und 4K-Editionen störte, da ausgerechnet bei diesem klangstarken Kultfilm die deutsche Tonspur dort Kraft und Dynamik missen ließ.
"Flash Gordon": Darum geht es in der Sci-Fi-Perle
Footballspieler Flash Gordon (Sam J. Jones) und Reiseleiterin Dale Arden (Melody Anderson) begegnen dank einer sonderbaren Verkettung von Zufällen dem ebenso manischen wie brillanten Wissenschaftler Dr. Hans Zarkov (Chaim Topol). Genau der hat eine grausige Entdeckung gemacht:
Der über einen fernen Planeten herrschende, ruchlose Diktator Ming (Max von Sydow) hat vor, die Erde zu zerstören. Um ihn aufzuhalten, muss das ungleiche, irdische Trio seine Hoffnungen auf Mings Tochter Aura (Ornella Muti) setzen – und darauf, dass es ihm auf Mings Heimatplaneten gelingt, die zerstrittenen Völker von Prinz Barin (Timothy Dalton) und Falkenmann Prinz Vultan (Brian Blessed) zu vereinen...
Beeinflusst und beeinflussend
In gewisser Hinsicht ist „Flash Gordon“ das Bizarro-„Star Wars“: In den 1930er-Jahren waren die Comics rund um „Flash Gordon“ ein großer Hit, woraufhin sie in Form von drei Kino-Serials adaptiert wurden. George Lucas gehörte zur großen Fanbase dieser überbordenden Sci-Fi-Abenteuer und nahm sich vor, sie mit modernen Mitteln im ganz großen Stil (zurück) ins Kino zu hieven.
Als Lucas daran scheiterte, sich die „Flash Gordon“-Lizenz zu sichern, schuf er kurzerhand seine eigene Weltalloper – den „Star Wars“-Kosmos. Als Reaktion auf den immensen Erfolg des ersten „Krieg der Sterne“-Teils entstand wiederum dann doch diese „Flash Gordon“-Adaption, die anmutet, als hätte man vage Erinnerungen an die Originalcomics, „Star Wars“-Impressionen und ein paar Hair-Metal-Alben im Fieberwahn zusammengeklöppelt.
Das traf 1980 zwar weitaus seltener den Nerv des Publikums, als es sich Regisseur Mike Hodges gewiss ausgemalt hat – aber es bewies eine beneidenswert kultige Langlebigkeit. Und es stieg selbst zur Inspirationsquelle auf. Nicht nur Seth MacFarlanes „Ted“-Reihe zollt „Flash Gordon“ ausgiebig Tribut, auch die Regisseure hinter diversen bunt-musikalischen Comicadaptionen zählen den Film regelmäßig zu ihren Inspirationsquellen – etwa Taika Waititi („Thor 3-4“), James Gunn („Guardians Of The Galaxy“-Trilogie) und Edgar Wright („Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“).
Ein wilder, stolz-verrückter Look und ein Sound, der einfach rockt
Selbstredend lohnt es sich nicht bloß, „Flash Gordon“ zu schauen, um auf Entdeckungsreise zu gehen, wo man die Einflüsse auf den Film erkennt sowie die Momente erahnt, die späteren Filmen als Inspirationsquelle dienten. Denn Hodges und Drehbuchautor Lorenzo Semple Jr. haben einen farbenfroh-exzentrischen Weltall-Fiebertraum geschaffen, voller gewitzt-überspitzter Figuren und abgefahrenen Situationen.
Dank einer temporeichen Erzählweise wird „Flash Gordon“ trotz seiner Ansammlung an albernen Klischees und unglaubwürdigen Entwicklungen nie dröge – stattdessen steigert sich durch die Schlagzahl an verspielten, ironischen Verrücktheiten seine Sogkraft. Die vor Kreativität nur so triefenden Designs und der Cast, der stets eine gewinnende Balance aus amüsiert-augenzwinkernd und einer den Stoff dennoch nie ins Lächerliche ziehenden Ehrlichkeit findet, kommen „Flash Gordon“ ebenfalls zugute.
Ganz zu schweigen von den energisch-fetzigen Queen-Songs sowie der redlich mit ihnen mithaltenden Instrumentalmusik von „Die Duellisten“-Komponist Howard Blake. Die hat unser folgender Heimkino-Tipp zwar nicht zu bieten, allerdings hat auch er großen Kultfaktor:
Blutrünstiges Fantasy-Spektakel mit FSK 18 neu im Heimkino: Das indizierte Original ist Kult – aber das Remake ist noch so viel besser!Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.