"Das sind keine Comicfiguren": Warum die "Call Of Duty"-Verfilmung anders werden soll als Marvel & Co.
von Björn Becher
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„Yellowstone“-Schöpfer Taylor Sheridan und Kriegsfilm-Spezialist Peter Berg arbeiten seit einer Weile an einer Verfilmung des Videospiel-Hits „Call Of Duty“. Die soll sich deutlich von typischen Hollywood-Blockbustern unterscheiden.

Activision Blizzard

Mit spektakulären Schießereien, gewaltigen Explosionen und actionreichen Militäreinsätzen begeistert die „Call Of Duty“-Reihe seit mehr als zwei Jahrzehnten Millionen von Spieler*innen. Es verwundert daher durchaus, dass Hollywood das Franchise noch immer nicht auf die große Leinwand gebracht hat. Versucht wurde das oft genug, doch über das vergangene Jahrzehnt haben sich diverse Kreativteams daran die Zähne ausgebissen. Jetzt soll es aber endlich klappen, wobei die kommende Verfilmung gerade kein zweistündiges Action-Feuerwerk werden soll.

Denn Regisseur Peter Berg („Lone Survivor“, „Operation: Kingdom“) hat eine ganz bestimmte Vorstellung davon, was einen guten „Call Of Duty“-Film ausmacht. Und die hat weniger mit möglichst vielen Explosionen zu tun als mit den Menschen, die sich hinter den Waffen verbergen. Wie er jetzt in einem Interview mit ComicBook.com verriet, will er gemeinsam mit Drehbuchautor Taylor Sheridan, dem Schöpfer von „Yellowstone“ und Autor des gefeierten Thrillers „Sicario“, einen Kriegsfilm inszenieren, in dem vor allem die psychologischen Belastungen der Soldaten eine wichtige Rolle spielen. Als Vorbild dienen dabei insbesondere die „Modern Warfare“-Spiele der Reihe.

Der Regisseur erklärt seinen Blick auf "Call Of Duty"

„Wenn man sich die Missionen, die Geschichten und die Figuren von ‚Modern Warfare‘ wirklich anschaut – Leute wie Captain Price, Soap, Ghost und Alex –, dann sind das komplexe Menschen. Das sind keine Comic- oder Cartoonfiguren, und das meine ich keineswegs respektlos“, erklärt Berg seinen Ansatz. Er will zwar ausdrücklich nicht gegen Marvel oder DC austeilen, macht in dem Interview aber deutlich, dass er seinen Film bewusst von den überlebensgroßen Helden abgrenzen möchte, die das Blockbusterkino seit Jahren dominieren.

Für den Regisseur steckt hinter den spektakulären Kämpfen der Videospiele nämlich ein ernster Kern. Die Geschichten seien „vielschichtig“ und hätten „eine echte Seele“. „Ja, es gibt Gewalt, es gibt schwere Waffen und Ausrüstung und es wird getötet – aber darunter, so denke ich, setzen sich das Spiel und seine Macher wirklich mit den Kosten des Krieges auseinander. Mit dem Preis, den jemand zahlt, wenn er als Krieger – aus welchen Gründen auch immer – beschließt, sich zwischen die reale Gefahr und den Rest von uns zu stellen, und mit der Last, die diese Jungs tragen“, schildert der Filmemacher seine Perspektive auf das Franchise.

Kein bloßes Action-Geballer

Dass Berg trotz dieser Worte nicht auf spektakuläre Action verzichten wird, dürfte außer Frage stehen. Schließlich zeugt davon nicht nur sein bisheriges Werk mit Titeln wie „Lone Survivor“ und „Operation: Kingdom“, sondern er erwähnt das explizit als Teil der Vorlage und auch die Fans der Spiele dürften das erwarten. Er möchte nur ausdrücklich kein reines Ballerspektakel inszenieren. „Es geht nicht einfach nur darum, alle abzuknallen und dazu Popcorn zu essen“, stellte er im Interview klar.

Stattdessen soll der Film die Konsequenzen des Krieges ernst nehmen. Berg glaubt, dass er und Sheridan genau diesen Kern der Videospielreihe verstehen. Dabei deutete er sogar an, dass die „Call Of Duty“-Verfilmung hinsichtlich der expliziten Gewaltdarstellung möglicherweise etwas zurückhaltender ausfallen werde als sein neuer Kriegsfilm „The Mosquito Bowl“, der in den USA dieses Wochenende in ausgewählten Kinos startet, bevor er Ende November 2026 weltweit zu Netflix kommt.

Ob der Ansatz tatsächlich aufgeht, sollen wir in nicht zu ferner Zukunft erfahren. Das hinter der Adaption steckende Studio Paramount, die Mutterfirma Skydance sowie der Spieleentwickler Activision Blizzard zeigen sich jedenfalls überzeugt vom Gelingen des Projekts und haben deswegen bereits einen US-Kinostart von „Call Of Duty“ für Ende Juni 2028 angesetzt. Im kommenden Jahr sollen die Dreharbeiten stattfinden, sodass wir vielleicht auch zeitnah erfahren, wer Captain Price und Co. verkörpern wird.

Falls ihr euch derweil für Bergs kommenden Film „The Mosquito Bowl“ interessiert, haben wir nachfolgend noch den Trailer für euch:

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 25 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" und alles, was gerade im Kino läuft.
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