Abel Ferrara war das Enfant Terrible Hollywoods mit einem Faible für anspruchsvolle, poetische Gangster- und Mafiafilme. Mit Indie-Perlen wie „Die Frau mit der 45er Magnum“ und „Fear City“ sowie einigen Episoden der Kultserie „Miami Vice“ machte er sich ab Anfang der 1980er-Jahre einen Namen.
Seine größten künstlerischen wie kommerziellen Erfolge feierte der heute 75-Jährige in den frühen 1990ern mit zwei Filmen. Es sind jene Werke, für die er bis heute am bekanntesten ist: der Thriller „King Of New York“ mit Oscar-Preisträger Christopher Walken und das Polizeidrama „Bad Lieutenant“. Doch ausgerechnete auf diese zwei Kultfilme blickt Ferrara selbst heute ziemlich kritisch.
Abel Ferrara ist von seinen eigenen Filmen genervt
In einem Gespräch mit dem Interview-Magazin beklagt sich der Filmemacher darüber, dass man ihn immer wieder auf diese Klassiker reduziere. Mit seiner Kritik nahm Ferrara vor allem Kuratoren, Festivalveranstalter und Programmkino-Macher ins Visier. „Wann immer eine Vorführung meiner Filme geplant ist, wollen sie immer nur ‚Bad Lieutenant‘ oder ‚King Of New York‘ zeigen.“ Mit deutlichen Worten ergänzte er: „Inzwischen kann ich diese beiden Filme nicht mehr ertragen.“
Der Unmut, den der gebürtige New Yorker äußert, ist durchaus nachvollziehbar. Ferrara hat in seiner mehr als 50-jährigen Karriere immerhin über 25 Spielfilme völlig unterschiedlicher Genres gedreht. Rechnet man die von ihm inszenierten Serienepisoden, TV-Filme sowie Dokus und Kurzfilme hinzu, umfasst sein gesamtes künstlerisches Werk weit über 40 Produktionen. Da kann schon mal ein wenig Frust entstehen, wenn man stets auf dieselben Filme beschränkt wird – und Ferraras Arbeiten ab den 2000er-Jahren scheinbar keine (oder zumindest deutlich weniger) Beachtung erfahren.
Seine letzten Spielfilme liegen mittlerweile schon ein wenig zurück. 2021 drehte er den Thriller „Zeros And Ones“ mit Ethan Hawke, im Jahr darauf folgte das Historiendrama „Padre Pio“ mit Shia LaBeouf. Dennoch ist er weiterhin aktiv und tüftelt im Stillen schon länger an einem neuen Film. So bestätigte Ferrara in einem Interview im letzten Jahr, dass er an einem Gangsterfilm mit Asia Argento arbeite, der im italienischen Bari gedreht werden soll. Seitdem gab es aber keine neuen Infos mehr zu diesem Projekt.
Heute weitestgehend in Vergessenheit geraten ist sein umstrittenes Psycho-Drama „Snake Eyes“ von 1993 – trotz Stars wie Harvey Keitel und Musik-Ikone Madonna. Ferrara zufolge ist der Popstar hauptsächlich dafür verantwortlich, dass „Snake Eyes“ einst radikal floppte:
"Ich werde ihr nie verzeihen": Dieser Kult-Regisseur ist bis heute wütend auf Popstar und Golden-Globe-Gewinnerin Madonna