"Von allem, womit ich jemals zu tun hatte, hasse ich diesen Film am meisten": Kult-Regisseur versucht seit 27 Jahren, seinen Horror-Flop mit Robert Downey Jr. zu vergessen

Im Jahr 1999 kam ein Horror-Thriller mit Robert Downey Jr. in die Kinos, der gnadenlos floppte und von der Kritik zerrissen wurde. Am meisten wird der Film allerdings von seinem Drehbuchautor gehasst.

Wenn Robert Downey Jr. nach dem schlechtesten Film seiner Karriere gefragt wird, nennt er einen Action-Thriller aus dem Jahr 1998. Dieser fiel in eine schwierige Phase seiner Karriere: Nach Drogen- und Justizskandalen musste der heutige Oscar-Preisträger („Oppenheimer“) nahezu jede Rolle annehmen, die ihm angeboten wurde. Downeys gefeiertes Comeback als Marvel-Superheld Iron Man lag damals noch in ferner Zukunft, und die meisten seiner damaligen Projekte fanden weder bei der Kritik noch beim Publikum großen Anklang.

Das trifft auch auf Jenseits der Träume“ zu, einen Horror-Thriller, für den der heute 61-Jährige neben Annette Bening („American Beauty“) und Aidan Quinn („Zauberhafte Schwestern“) vor der Kamera stand. Die Regie übernahm der renommierte irische Regisseur Neil Jordan („Interview mit einem Vampir“), während Bruce Robinson – der unter anderem die britische Kult-Komödie „Withnail & I“ schrieb und inszenierte – das Drehbuch schrieb. Die Geschichte dreht sich um eine Kinderbuch-Autorin (Bening), die in ihren Träumen die Morde eines Serienkillers (Downey Jr.) voraussieht. Klingt vielversprechend, oder?

Tatsächlich legte „Jenseits der Träume“ an den Kinokassen eine gewaltige Bruchlandung hin – einem Budget von 30 Millionen US-Dollar standen weltweite Einnahmen von 12 Millionen gegenüber. Und auch die Fachpresse fand wenig Gefallen an dem Film: Die US-amerikanische Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zählt gerade einmal 26 Prozent an überwiegend positiven Rezensionen.

Kaum jemand geht allerdings so hart mit „Jenseits der Träume“ ins Gericht wie Drehbuchautor Bruce Robinson. In einem Interview gab der „The Rum Diary“-Macher zu Protokoll: „Was zum Teufel hat Robert Downey Jr., einen verdammt großartigen Schauspieler, dazu gebracht, als Krankenschwester verkleidet Leuten die Kehle durchzuschneiden? Von allem, womit ich jemals zu tun hatte, hasse ich diesen Film am meisten“ (via Far Out Magazine).

Jenseits der Träume
Jenseits der Träume
Starttermin 12. August 1999 | 1 Std. 40 Min.
Von Neil Jordan
Mit Annette Bening, Aidan Quinn, Stephen Rea
User-Wertung
3,0
Auf Paramount+ streamen

Robinson bezeichnete den Film außerdem als „ein einziges, komplettes Chaos von vorne bis hinten“. „Ich dachte immer, ‚Jennifer 8‘ [Anm.: ein Thriller aus dem Jahr 1992 mit Uma Thurman] wäre mein Tiefpunkt“, führte der 80-Jährige weiter aus. „Aber um Himmels willen – dieser Film hat den Boden erreicht und anschließend noch weiter eingegraben. […] Neil und ich sollten gemeinsam zur Beerdigung dieses Films gehen, uns würdevoll von ihm verabschieden und anschließend eine verdammt große Steinplatte darüberlegen“.

Heute ist der Film tatsächlich weitgehend in Vergessenheit geraten, und auch der Autor dieser Zeilen war sofern er sich erinnern kann nicht gerade begeistert – obwohl „Jenseits der Träume“ SO heftige Worte vielleicht nicht verdient hat. Wenn ihr übrigens wissen wollt, wie Robert Downey Jr. seine MCU-Kolleg*innen Scarlett Johansson und Chris Hemsworth vor dem Rauswurf bewahrt hat, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

"Er hatte Eier aus Stahl": So hat Robert Downey Jr. verhindert, dass Chris Hemsworth & Scarlett Johansson von Marvel gefeuert werden

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Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Ob psychologischer Horror, Slasher-Film oder obskures Kleinod: Michael liebt das Horrorkino, seit er nach dem Schauen von „Blair Witch Projekt“ eine halbe Stunde lang wie versteinert auf dem Sofa saß.
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