Dass ein Film über den wohl größten Popstar aller Zeiten ein großes Publikum anziehen würde, war von vornherein klar. Die eigentliche Frage war daher, wie groß der Erfolg des Michael-Jackson-Biopics „Michael“ am Ende tatsächlich ausfallen würde. Die Antwort liegt inzwischen vor: Antoine Fuquas Film konnte weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar einspielen und ist damit gar das erfolgreichste Biopic aller Zeiten.
Ihr habt „Michael“ im Kino verpasst, seid aber neugierig darauf, in die Geschichte des King Of Pop einzutauchen und mitzuerleben, wie er zur weltweiten Ikone wurde? Dann könnt ihr euch freuen, denn „Michael“ steht ab sofort im Abo von WOW zum Abruf bereit. Doch lohnt sich der Film überhaupt?
Darum geht's in "Michael"
Der junge Michael Jackson (Juliano Krue Valdi) wächst als achtes von zehn Kindern unter der strengen Führung seines Vaters Joe (Colman Domingo) auf, der ihn schon früh auf eine Musikkarriere vorbereitet. Mit der Familienband Jackson Five feiert er erste Erfolge, bevor er bereits im Alter von 13 Jahren seine Solokarriere startet. Auch als Erwachsener (Jaafar Jackson) bleibt sein Leben maßgeblich von der Musik geprägt.
Ende der 1970er-Jahre lernt Michael bei Filmarbeiten Diana Ross (Kat Graham) und den Produzenten Quincy Jones (Kendrick Sampson) kennen, deren Einfluss seine musikalische Ausrichtung grundlegend verändert. Das von Jones produzierte Album „Off the Wall“ (1979) wird zu einem großen Erfolg, der 1982 mit der bahnbrechenden und bis heute meistverkauften Platte „Thriller“ noch übertroffen wird. Während seine Karriere immer größere Höhen erreicht, kommt es zum Bruch mit seinem Vater Joe: Michael entlässt ihn als Manager und überträgt die Aufgabe stattdessen dem Anwalt John Branca (Miles Teller).
Die Probleme sind offensichtlich
In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gab es für „Michael“ solide 3 von 5 möglichen Sternen. Unser Chefredakteur Christoph Petersen schreibt in seinem Fazit: „Als ultimatives Lip-Sync-Spektakel mit gewaltigen Schauwerten fährt ‚Michael‘ wirklich alles auf, was man sich als Fan nur wünschen kann.“
Wer also ein echter Superfan von Michael Jackson ist, sich vor allem an seiner Musik erfreuen möchte und keinerlei Kritik an der Pop-Ikone ertragen könnte, kann sich den Film bedenkenlos anschauen. Tatsächlich sollte es ursprünglich allerdings ganz anders kommen – und genau darin liegt das Potenzial einer vermutlich deutlich spannenderen „Michael“-Version.
Denn statt bereits in den späten 1980er-Jahren zu enden und Michaels Starpower im Zuge der „Bad“-Tour noch einmal eindrucksvoll zu unterstreichen, sollte „Michael“ eigentlich auch die Missbrauchsvorwürfe des damals 13-jährigen Jordan Chandler aus dem Jahr 1993 behandeln und damit eine gänzlich andere Tonalität anschlagen. Dieser Teil wurde tatsächlich auch gedreht. In seiner ursprünglichen Fassung sollte „Michael“ eine Laufzeit von fast dreieinhalb Stunden umfassen.
Allerdings wurde eine Klausel übersehen, die es untersagte, Chandler in einer filmischen Darstellung von Jacksons Leben einzubauen. Darüber hinaus hätte die Jackson Estate, also der von Verwaltern kontrollierte Nachlass, wohl kaum zugelassen, dass ein Biopic über Michael Jackson ein wirklich ausgewogenes und womöglich kontroverses Bild des Popstars zeichnet. So kam es zu extrem aufwendigen Nachdrehs, die immer wieder für neue Verschiebungen sorgten. Am Ende entstand eine oberflächliche, handzahme Nacherzählung. Ob sich daran im bereits bestätigten zweiten Teil etwas ändern wird? Das bleibt nun abzuwarten, ist aber eher unwahrscheinlich.
Nachfolgend könnt ihr euch den Trailer zu „Michael“ in der englischsprachigen Originalversion anschauen:
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