So einen Film habt ihr noch nie gesehen! Völlig irres Rache-Action-Epos feiert heute Premiere bei Netflix – nach ganzen 14 Jahren
von Daniel Fabian
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Ihr seid stets auf der Suche nach Filmen fernab des Mainstream-Einheitsbreis, die euch mit Ideen überraschen und begeistern, wie ihr sie noch nie gesehen habt? Dann haben wir da einen Netflix-Tipp für euch…

Vaaraahi Chalana Chitram / Netflix

„Lest euch bloß nicht die Inhaltsangabe zu diesem Film durch – schaut ihn einfach. Ihr werdet nicht enttäuscht sein.“: So lautet die beliebteste Kritik zu „Eega“ auf Letterboxd. Und auch der Autor dieses Artikels findet: Je weniger man über diesen phänomenalen und einzigartigen Film vorher weiß, desto besser!

Aus diesem Grund haben wir euch den Trailer zu „Eega“ auch nicht über dem Artikel eingebunden. Stattdessen habt ihr die Option, gleich selbst die Wiedergabe zu starten. Nur eines wollen wir noch vorwegschicken: Es handelt sich um einen Mix aus Rache-Thriller, Action-Kracher, Fantasy-Abenteuer und Romanze des indischen Ausnahme-Regisseurs S.S. Rajamouli – der zwar bereits 14 Jahre auf dem Buckel hat, bislang aber nie offiziell in Deutschland veröffentlicht wurde. Und zwar weder auf DVD/Blu-ray noch digital als VoD.

Einen Hinweis wollen wir euch allerdings noch hier lassen, bevor es um den Film selbst gehen soll: Wie viele indische Filme auf Netflix findet ihr „Eega“ ab sofort nur mit einem kleinen Trick in eurem Account. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist, in eurem Profil die „Anzeige-Sprache“ auf Englisch einzustellen.

Achtung, in den nachfolgenden Absätzen verraten wir, worum es in „Eega“ geht – und warum es sich lohnt, mal reinzuschauen.

"Eega": Rache, Insekten und die große Liebe

Um auch noch die Letterboxd-Review mit den zweitmeisten Likes zu zitieren und damit schon mal auf den Plot überzuleiten: „Man hat nie gelebt, wenn man nicht zwei Stunden lang gesehen hat, wie eine Fliege versucht, einen Mann zu töten. Kino pur!“

Ja, richtig gelesen. Denn in „Eega“ lernen wir zunächst Nani (Nani) und Bindu (Samantha Ruth Prabhu) kennen, die unsterblich ineinander verliebt sind. Doch ihre Liebe bekommt nie eine echte Chance, denn der skrupellose Sudeep (Sudeep) tötet Nani aus Eifersucht, um Bindu für sich zu beanspruchen. Was der mächtige Geschäftsmann allerdings nicht ahnt: Nicht nur fällt ihm Bindu deshalb noch lange nicht einfach so in die Arme, Nani wird obendrein als Fliege wiedergeboren – und dem Insekt dürstet es nach Rache...

Eega
Eega
2 Std. 14 Min.
Von S.S. Rajamouli
Mit Sudeep, Nani, Samantha Ruth Prabhu
User-Wertung
3,0

Was zunächst nach einer völlig hirnrissigen Idee klingt, ist im Grunde erst einmal auch genau das. Doch wer die Werke von S.S. Rajamouli – von „Baahubali“ bis „RRR“ – kennt, weiß, dass es der indische Blockbuster-Maestro wie kaum ein anderer Filmemacher versteht, Over-the-Top-Spektakel mit zutiefst menschlichen Emotionen in Einklang zu bringen. Und zwar so, wie es wohl nur wenige Geschichtenerzähler auf der Welt können. Klar, gerade westliche Zuschauer*innen dürften damit ein gutes Stück aus ihrer Komfortzone gelockt. Doch es lohnt sich, sich darauf einzulassen. Und zwar richtig!

Wer einfach nur seinen Spaß haben will, wird hier mit reihenweise wilden Einfällen und Action-Sequenzen belohnt, wie man sie vorher noch nie gesehen hat – die trotz offensichtlicher CGI-Einsätze vor allem mit der schieren Entschlossenheit begeistern, mit der sie Rajamouli zelebriert. So brachiale Ballereien, bei der die Kamera einer Fliege (!) über die Schulter (oder eher: über die Flügel) schaut, gab es noch nie. Doch wer es zulässt, die Geschichte und ihre Figuren an sich heranzulassen, darf sich nicht nur über ein einzigartig-originelles Action-Feuerwerk freuen, sondern auch über eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte und einen unglaublich düsteren Rache-Thriller – der am Ende aber natürlich trotzdem vor allem mit seiner schrulligen Prämisse im Gedächtnis bleibt.

Ihr bekommt von indischem Larger-than-Life-Kino nie genug? Dann habt ihr aktuell allen Grund, auch mal wieder ins Kino zu gehen. Dort erwartet euch seit dieser Woche nämlich das gigantische IMAX-Epos „Ramayana: Rise Of A Legend“:

Die 500 Millionen Dollar teure Antwort auf "Die Odyssee": Neuer Trailer zu einem der größten Fantasy-Epen aller Zeiten

Und falls ihr euch nun fragt, wer zur Hölle nur auf die Idee kommt, eine Fliege ins Zentrum eines Films zu stellen: Auf diese Idee kam nicht nur S.S. Rajamouli, sondern auch der für seine surrealen Mindfucks bekannte Quentin Dupieux („Rubber“). Auch für seinen herrlich schrägen „Eine Fliege kommt selten allein“ können wir eine klare Empfehlung für alle Fans des Abstrusen abgeben:

Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Kino aus aller Welt ist wie reisen, ohne vom Sofa aufzustehen. Fremde Kulturen und neue Sichtweisen – davon kann man nie genug haben.
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