Das Streaming-Zeitalter: Unzählige Filme sind leichter denn je verfügbar. Allerdings sind Klassiker, Geheimtipps, Kultfavoriten und aktuelle Knaller über viele Plattformen verteilt, auf denen sich zudem viele, viele Fehlgriffe befinden. Hinzu kommen wenig hilfreiche Startseiten und schlecht sortierte Untermenüs – schon kann die Suche nach dem idealen Filmfutter zur Tortur werden.
Daher stehen wir euch bei FILMSTARTS zur Seite: Jede Woche empfehlen euch unsere Autoren und Autorinnen drei Filme, die im Abo von Amazon Prime Video ohne Aufpreis verfügbar sind – und die ihr auf keinen Fall verpassen solltet.
Björn Schneider empfiehlt: "Air - Der große Wurf" (2023)
In „Air - Der große Wurf“ geht es (auch) um Michael Jordan, den besten Basketballer aller Zeiten. Doch aufgepasst: Der vom Oscar-prämierten „Dream-Team“ Ben Affleck und Matt Damon („Good Will Hunting“) realisierte Film ist keine „typische“ Biografie, die pflichtbewusst die wichtigsten Lebensstationen der Hauptfigur abarbeitet. Vielmehr behandelt das Amazon-Original einen der größten Marketing-Coups und Wirtschafts-Deals aller Zeiten. Verantwortlich dafür ist ein Schuh! Was zunächst nach trockenem Business-Krimi klingen mag, entpuppt sich als raffiniertes, herausragend gespieltes Drama, das eine perfekte Balance zwischen bewährten Erzählmustern und kreativen Einfällen findet.
Damon ist als Nike-Mitarbeiter Sonny Vaccaro zu sehen, der 1984 alles riskiert, um den damals noch unbekannten Jordan unter Vertrag zu nehmen. Eine besondere Rolle spielt dabei der „Air Jordan 1“, der bis heute berühmteste Sportschuh der Welt – mit dem „His Airness“ bald zum gefeierten Basketball-Megastar aufsteigt. „Air“ entführt gekonnt und glaubhaft in die 80er-Jahre und zeigt auf faszinierende Weise, wie aus einer größenwahnsinnigen Idee eine der fruchtbarsten Kooperationen in der Geschichte des Sports erwuchs. Genial ist Afflecks Regie-Einfall, Jordan nur von hinten, von der Seite oder im Schatten zu filmen. Diese bewusste „Leerstelle“ schafft eine besondere Atmosphäre und eine Spannung, der man sich nicht entziehen kann.
Sidney Schering empfiehlt: "Manche mögen's heiß" (1959)
„Manche mögen's heiß“ ist eine beschwingte, rhythmische Komödie über Mord, fliehende Augenzeugen, Eifersüchteleien, Identität und Liebe! Im bahnbrechenden, zeitlos komischen und rasanten Meisterwerk beobachten die Musiker Joe (Tony Curtis) und Jerry (Jack Lemmon), wie ein Mafioso einen Spitzel und seine Kumpane kalt macht. Um nicht ebenfalls ins Gras zu beißen, verkleiden sich die Kumpel als Frauen und schließen sich einer Damenkapelle an, die sich auf dem Weg nach Florida befindet...
Meisterregisseur Billy Wilder mag am Set eine schwere Zeit mit Marilyn Monroe gehabt haben, die in diesem Komödien-Meilenstein die Sängerin Sugar spielt, doch davon ist dem Film nichts anzumerken: Monroe spielt keck und flippig mit ihrem Image, Curtis gibt mit Charisma, Ironie und Pep einen Frauenhelden, der gezwungen wird, sich in die andere Rolle einzufinden, und Lemmon hat ansteckende Freude an seinem chaotisch-liebenswerten Part.
Dem brillanten Film winkte ein Kostüm-Oscar, zudem erntete er fünf Nominierungen, darunter für Wilders Inszenierung. Die musikalische Gangsterfarce hat echte Schnellfeuerdialoge, ist auf den Punkt genau inszeniert und wird durch einen der besten Schlusssätze der Kinogeschichte abgerundet!
Egal, ob ihr „Manche mögen's heiß“ schon kennt oder noch kennenlernen wollt: Jede Woche ist eine perfekte Woche für diesen Film! Schaut den folgenden Trailer also nur, wenn ihr bereit seid, euren nächsten Abend auf dem Sofa umzuplanen:
Sebastian Daniels empfiehlt: "Fraktus" (2012)
Der Kult-Klassiker „This Is Spinal Tap“ setzte 1984 Maßstäbe im Mockumentary-Genre. „Fraktus“ ist gewissermaßen das deutsche Äquivalent dazu, erzählt der Film doch ebenfalls im pseudo-dokumentarischen Stil die Chronik einer fiktiven Band, die angeblich die Musikgeschichte stark geprägt hat. In Wahrheit ist „Fraktus“ natürlich eine Erfindung des Künstler-Trios Studio Braun, das im Film selbstredend in die Rollen ihrer Elektro-Alter Egos schlüpft.
Wunderbar überzeichnet, detailverliebt und mit absurd-schräger Komik ausgestattet, provoziert „Fraktus“ in seinen besten Momenten richtige Brüller. Dank seiner cleveren Einfälle und zahlreichen Cameos funktioniert die Mockumentary aber vor allem auch als Satire auf die Musikindustrie, Showbiz-Mechanismen, verklärende Nostalgie und das Doku-Genre selbst. Ein brillanter Spaß!
Hinweis: Beim vorliegenden Text handelt es sich um eine Zusammenstellung von Streaming-Tipps, die schon zuvor in verschiedenen Artikeln auf FILMSTARTS erschienen sind.
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