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    "Don Jon's Addiction": Regiedebütant Joseph Gordon-Levitt will zu plastische Sex-Szenen für R-Rating kürzen
    Von Maren Koetsier — 08.02.2013 um 18:41

    Joseph Gordon-Levitts Regiedebüt "Don Jon's Addiction" handelt von einem pornosüchtigen Macho, der es einfach nicht lassen kann, sich Pornos anzusehen und dabei Hand an sich zu legen. Diese delikaten und teilweise recht plastischen Sex-Szenen werden laut des Regisseurs in der US-Kinofassung nur in einer entschärften Version zu sehen sein. Gordon-Levitt wird noch einmal die Schere ansetzen. Das verriet er im Zuge der Präsentation seines Erstlingswerks bei den Filmfestspielen in Berlin.

    Joseph Gordon-Levitt stellte am Freitag (8. Februar 2013) sein Regiedebüt "Don Jon's Addiction" auf der Berlinale vor und stand Rede und Antwort. Ihm sei vor allem wichtig gewesen, zu zeigen, wie sehr die Medien auf das (Liebes-)Leben Einfluss nehmen und die Einstellung und Gewohnheiten der Menschen mitbestimmen können. Seine Hauptfigur (Don) Jon Matello (gespielt von ihm selbst) lässt sich von allerhand beeinflussen, unter anderem von Pornos. Und darum geht es auch in der Komödie, denn Jon ist pornosüchtig. Das geht soweit, dass er selbst nach dem Sex mit einer Frau noch einmal den Computer hochfährt, um sich neue Sex-Videos reinzuziehen. Und eben diese teils plastischen Sex-Szenen waren Thema bei der Pressekonferenz der 63. Internationalen Filmfestspiele in Berlin, denn es kam die Frage auf, ob "Don Jon's Addiction" ungeschnitten in die US-Kinos kommt oder ob der Debütant noch einmal die Schere ansetzt, um den Film für ein R-Rating (Jugendliche unter 17 dürfen in Begleitung eines Erwachsenen ins Kino) umzurüsten.

    Letzteres scheint der Fall zu sein, wie Gordon-Levitt erklärte: "Ja, ich denke, das werden wir machen müssen und ich werde direkt damit anfangen, sobald ich zurück bin." Seiner Meinung nach werde das den Ton des Films aber in keiner Weise verändern. Er denke, es sei wichtig, dass solche Bilder darin gezeigt werden, aber was genau, man darauf sehe, sei zweitrangig und nicht von großer Bedeutung. "Was wichtig ist, ist der Rhythmus des Films, die Wiederholung dessen, was Don Jon immer und immer wieder macht." Bei pornografischen Videos könne es teils sehr heftig zugehen, besonders, wenn jemand sehr viel davon konsumiere (so wie Hauptfigur Jon). Man sei aber sorgsam mit der Auswahl der richtigen Momente und ihrer Darstellung im Film umgegangen, so dass man eigentlich nichts sehe, was nicht bei einem R-Rating erlaubt sei. Dennoch geht der "The Dark Knight Rises"-Star davon aus, die Schere noch einmal anzusetzen.

    Mit einem R-Rating kann man natürlich ein viel größeres Publikum ansprechen, da unter 17-Jährige ebenfalls in die Kinovorstellung dürfen, währenddessen bei einem NC-17-Rating jeder, der das 17. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, von Kino-Erlebnis ausgeschlossen ist. Das ähnelt unserer FSK-Freigabe ab 18 Jahren. Ob der Film mit Scarlett Johansson ("The Avengers") und Julianne Moore ("Hannibal") hierzulande zum Kinostart am 10. Oktober 2013 dann in der auf dem Sundance Festival und der Berlinale gezeigten Version oder einer gekürzten in den Lichtspielhäusern zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.

    Wie uns Gordon-Levitts Erstlingswerk gefallen hat, könnt ihr in der FILMSTARTS-Kritik zu "Don Jon's Addiction" nachlesen. In unserem Berlinale-Blog bekommt ihr übrigens täglich neue Infos über das Festival, die Stars und die zahlreichen Filme. Die Berlinale findet noch bis zum 17. Februar 2013 statt.

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