Ob Hobbits oder Affen, hier beginnt die Zukunft:
WETA ist und bleibt das Maß aller (digitalen) Dinge
Ein weiteres Highlight des Setbesuchs ist unser Abstecher zu Weta, jenem vielfach oscarprämierten Unternehmen, das seit der „Herr der Ringe“-Trilogie zu den weltweit führenden Produzenten von Requisiten (Weta Workshop) und digitalen Effekten (Weta Digital) zählt. Während die sehr lohnenswerte Workshop-Tour eh für jeden Neuseeland-Touristen zum Pflichtprogramm zählen sollte, haben wir anschließend noch die Chance, exklusiv mit dem Visual Effects Supervisor und fünffachen (!) Oscar-Preisträger Joe Letteri zu sprechen. Und dass der zu den besten seines Fachs zählt, sieht man schon daran, dass er auf seinem Laptop zunächst versehentlich den Ordner mit den digitalen Effekten für „Planet der Affen: Revolution“ öffnet, bevor er uns aktuelle Beispiele seiner Arbeit an „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ vorführt und anhand von Fanliebling Gollum erklärt, wie sehr sich die digitalen Effekte in den vergangenen zehn Jahren weiterentwickelt haben:
„Die erste Szene, an der wir bei ‚Der Hobbit‘ gearbeitet haben, war eine mit Gollum. So konnten wir genau dort weitermachen, wo wir vor zehn Jahren bei ‚Herr der Ringe‘ aufgehört haben. Damals haben wir all diese Dinge wie die Animation von Haut oder das Motion Capturing noch aus dem Stehgreif improvisiert, aber inzwischen konnten wir uns auf allen Gebieten weiterentwickeln. Der größte Durchbruch war für uns dabei, dass Andy Serkis als Gollum mit den anderen Schauspielern am Set agieren kann und dass das dann auch die Performance ist, die wir für den Film verwenden. Vor zehn Jahren war Andy zwar auch mit am Set, aber wir haben damals einfach keine Möglichkeit gefunden, ihn dort so aufzunehmen, dass wir es anschließend auch verwenden konnten. Und die Animation der Mimik wurde damals sogar noch komplett von Hand gemacht, das Performance Capturing haben wir dann erst bei Filmen wie ‚King Kong‘, ‚Avatar‘ oder ‚Planet der Affen: Prevolution‘ weit genug entwickelt. Es fühlt sich an, als wären diese Filme alle nur eine Vorbereitung für diesen einen Moment gewesen: Andy dreht mit Martin Freeman am Set – und er IST Gollum. Er steckt in seinem Motion-Capture-Anzug und spielt mit Martin unter Peter Jacksons Regie – und das wird dann nur noch übersetzt in das, was ihr am Ende auf der Leinwand seht. Zudem gibt es nun in einem kleinen Teil von Gollums Gesicht mehr Details als in den ‚Herr der Ringe‘-Filmen an seinem ganzen Körper – das ist es, was man mit schnelleren Rechnern alles anstellen kann!“