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    "Game Of Thrones": Die Autoren erklären, wie aus einer desaströsen Pilotfolge noch ein Serienerfolg wurde
    Von Björn Becher — 04.02.2016 um 16:59

    Wie viele eingefleischte Fans von „Game Of Thrones“ wissen, gab es eine alternative Pilotfolge, die ein Desaster gewesen sein soll. Die Serienmacher erklären nun, wie groß die Rettungsaufgabe war, der sie gegenüber standen.

    HBO
    Wie auf dieser Seite schon mehrfach berichtet, stand „Game Of Thrones“ anfangs unter keinem guten Stern. Regisseur Thomas McCarthy, der mit dem Journalismus-Drama „Spotlight“ gerade dick im Oscar-Rennen ist, inszenierte ursprünglich die Pilotfolge, nach der man bei HBO überhaupt nicht von der Serie angetan war. Die Chefautoren D.B. Weiss und David Benioff waren ziemlich geschockt und mussten zur Rettung schreiten, wie sie nun im Podcast Scriptnotes verrieten.

    Der wird von den Drehbuchautoren John August („Big Fish“) und Craig Mazin („Hangover 2“) geleitet und Weiss und Benioff waren zu Gast. Mazin, der mit den beiden Kollegen persönlich eng befreundet ist, gehört zu den wenigen Menschen, die den originalen Piloten gesehen haben. Er bekam die Episode von Weiss und Benioff gezeigt und war schockiert. „Ihr habt ein massives Problem“, habe er den Kollegen direkt danach gesagt. Weiss erklärte, dass es die schmerzhafteste Erfahrung seines Lebens gewesen sei, die Freunde dabei zu beobachten, wie sie den Original-Piloten schauen (via Time Magazine).

    So habe nach der Originalfolge niemand verstanden, dass Jaime und Cersei Geschwister sind, was ja ein ziemlich zentrales Handlungselement ist. Benioff verriet auch, dass er sich Notizen gemacht habe, mit den Anmerkungen der Freunde und sich dabei vor allem in dicken Großbuchstaben „Massives Problem“ notierte. Leider konnten die Freunde auch nicht wirklich viel helfen: „Ändert alles“, sei der Tipp von Mazin gewesen und die Macher hörten auf ihren Kumpel und Kollegen.

    Rund 90% der Szenen wurden - nun mit Regisseur Timothy Van Patten („Die Sopranos“) in der Verantwortung - neu gedreht. Zahlreiche Schauspieler wurden ersetzt, wobei die Macher den Austausch von Jennifer Ehle gegen Michelle Fairley für die Rolle der Catelyn Stark als Schlüssel-Neu-Casting betrachteten (eine Übersicht über alle Darsteller-Wechsel findet ihr in unserer Trivia-Sektion zu „Game Of Thrones“).

    Craig Mazin erinnerte sich dann, wie er den neuen Piloten bei der Premiere das erste Mal sah: „Ich vergesse niemals, wie ich zur Premiere der ersten Staffel eingeladen war. Ich ging ziemlich skeptisch rein und dachte nur: Mal sehen, wie es läuft. Dann saß ich da, die Serie geht los und ich bin geplättet. Absolut geplättet. Ich erinnere mich noch genau, wie ich anschließend das Kino verlassen und ihnen [Weiss und Benioff] gesagt habe: ‚Das ist die größte Rettungsmission in Hollywoods Geschichte.‘ Sie haben nicht nur, etwas sehr Schlechtes in etwas richtig Gutes verwandelt. Sie haben einen kompletten Sack voll Scheiße in etwas Brillantes verändert. Das passiert niemals.“

    Und so begann erst für uns TV-Zuschauer eine der eindrucksvollsten und beliebtesten TV-Serien der vergangenen Jahre.




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