19 in Deutschland beschlagnahmte Filme, die unbedingt wieder freigegeben werden sollten

Schluss mit der Zensur! Gerade wenn die Verbote so häufig die falschen Filme treffen!!!

Maniac

(William Lustig, USA 1980)

In William Lustigs „Maniac“ ermordert der geisteskranke Psychopath Frank Zito (Joe Spinell) auf grausame Weise junge Frauen, deren Skalps er anschließend für sein ganz privates Horrorkabinett verwendet: Er setzt sie Schaufensterpuppen auf, die er als seine verstorbene Mutter anredet…

Nach seiner Premiere in Cannes konnte die 350.000-Dollar-Prduktion allein in den USA knapp sechs Millionen Dollar einspielen. In Deutschland hingegen wurde der Film nach seinem Kinostart im November 1980 innerhalb kürzester Zeit beschlagnahmt.

Durch die Linse der Kamera von Robert Lindsay erscheint die Stadt New York in „Maniac“ wie ein irdisches Fegefeuer aus Smog, Dreck und einer immer präsenten Feindseligkeit – so erinnert der Film mitunter sogar an Martin Scorseses Meisterwerk „Taxi Driver“. William Lustigs von den Giallos der 60er und 70er inspirierter Reißer ist eine düstere Wundertüte, die von repetitiv inszenierten Morden über Elemente des Psychothrillers, des klassischen Dramas bis zum drastischen Horror-Gorefest alle Register zieht.

Zwar ist der Film sicherlich reißerisches Exploitation-Kino par excellence und kein sensibles Psychogramm, trotzdem bekommt das Publikum hier aber auch einen schonungslosen Blick in die Abgründe menschlichen Seins geboten. Die intensive Atmosphäre der ständigen Bedrohung und des andauernden Terrors sorgt dafür, dass „Maniac“ trotz Passagen des plakativen Ekel-Horrors bis heute fesselt. Sicherlich ist die dargestellte Gewalt hart, aber unter Berücksichtigung des Härtegrads heutiger Horrorproduktionen gehört der Kult-Slasher schon lange nicht mehr auf den Index.

P.S.: Leider wurde auch das ebenfalls sehr sehenswerte, konsequent aus der Ego-Perspektive gefilmte 2012er-Remake mit Elijah Wood im März 2015 bundesweit beschlagnahmt.

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