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    #WTF: Dieser Regisseur hat die berühmten "Star Wars"-Rolltitel WIRKLICH erfunden!
    Von Andreas Staben — 09.12.2016 um 16:12

    In unserer wöchentlichen Trivia-Serie #WTF rollen wir unglaubliche, absurde, überraschende oder auch einfach nur saulustige Geschichten aus der Welt des Films neu auf. Außerdem könnt ihr über die #WTF-Story der kommenden Woche selbst mit abstimmen!

    Wenige Tage vor dem Start des neuen Abenteuers aus dem „Star Wars“-Universum steht es fest: In „Rogue One“ gibt es erstmals keinen erklärenden Rolltitel zu Beginn. Nach der gewohnten Eröffnungszeile „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…“ fehlt diesmal der feierliche Einleitungstext in gelber Schrift, der sich in der tiefschwarzen Unendlichkeit zu verlieren scheint. Wir werden sehen, wie gut Gareth Edwards‘ Ablegerfilm ohne diese liebgewonnene Orientierungshilfe auskommt, die in allen sieben bisherigen Saga-Filmen eingesetzt wurde:



    Wir können uns heute nur schwer einen echten „Star Wars“-Film ohne das langsame Eintauchen in die von John Williams‘ majestätischer Musik begleiteten einleitenden Schrifttafeln vorstellen, für die George Lucas einst sogar auf einen Filmvorspann im eigentlichen Sinne (mit den Credits der Mitwirkenden) verzichtet hat, was damals noch absolut außergewöhnlich war. Aber es war eine schwere Geburt, bis dieser längst zum Markenzeichen gewordene Auftakt bei „Krieg der Sterne“ (heute: „Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung“) seine endgültige Gestalt annahm – und ein anderer berühmter Filmemacher musste Lucas dabei mächtig unter die Arme greifen:


    Der hinter George Lucas (in der Mitte, mit Brille) stehende Herr ist niemand Geringeres als Brian De Palma, der Regisseur von „Carrie“, „Scarface“ und „Mission: Impossible“ – und verschiedenen Quellen zufolge hat er eine wichtige Rolle bei der Entstehung des berühmten Rolltitels gespielt: Als Lucas die Rohfassung von „Krieg der Sterne“ im Frühjahr 1977 einigen Freunden und Kollegen vorführte, war die Reaktion nicht gerade enthusiastisch. Vor allem De Palma habe sich kritisch geäußert: „Du, George, ich habe zu Beginn des Films nicht den blassesten Schimmer, wo ich mich da überhaupt befinde. Wer ist denn dieser Kerl mit dem Helm? Und was machen all die anderen Typen um ihn herum? Ich verstehe das alles nicht. Was machst du da auf der Leinwand, George?“ So schildert es jedenfalls der damals ebenfalls anwesende Steven Spielberg 2015 in einem Interview mit der Zeitung Die Welt.

    George Lucas und Steven Spielberg in "South Park"


    Die Reaktion machte Lucas ratlos, aber schließlich habe De Palma vorgeschlagen, eine Schrifttafel zur Eröffnung zu verwenden, um die Hintergründe zu erklären – was dann auch geschah. Das ist Spielbergs Version des Geschehens - eine etwas abweichende Variante findet sich in Chris Taylors Buch „Wie Star Wars das Universum eroberte“ von 2014. Nach der hatte es damals schon einen (ausufernden) Erklärtext von Lucas gegeben, aber De Palma sei trotzdem unzufrieden gewesen: „Was soll der ganze Scheiß mit der Macht? Wo ist das Blut, wenn Leute erschossen werden?“, so zitiert ihn Taylor.

    Wo ist das Blut? - Al Pacino in De Palmas "Scarface"

    Schließlich habe der kritische Kollege seinem Freund (womöglich auf Vermittlung von Lucas‘ damaliger Frau Marcia, die als Cutterin wesentlichen Einfluss auf den Film hatte) ein Friedensangebot gemacht, den Text des Rolltitels gemeinsam mit dem Filmkritiker und späteren Drehbuchautor Jay Cocks („Gangs Of New York“, „Silence“) überarbeitet und ihm seine endgültige Form gegeben.

    Wie immer es genau gewesen sein mag: So oder so hat Brian De Palma seinen kleinen Anteil an der großen „Star Wars“-Hinter-den-Kulissen-Saga.

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