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    Event-Serie "Charité" verlängert: 2. Staffel zeigt das Berliner Krankenhaus im Dritten Reich
    Von Tobias Tißen — 24.11.2017 um 15:04

    Durchschnittlich über sieben Millionen Zuschauer saßen im Frühjahr vor den Fernsehgeräten, als im Ersten „Charité“ ausgestrahlt wurde. Nun wurde die Krankenhaus-Serie um eine zweite Staffel verlängert, die im Dritten Reich spielen soll.

    Das Erste

    Ab März dieses Jahres wurden in der ARD die sechs Folgen der ersten Staffel „Charité“ ausgestrahlt. Handlungsort ist das gleichnamige, titelgebende Berliner Krankenhaus im ausgehenden 19. Jahrhundert. Und die Event-Serie war für den öffentlich-rechtlichen Sender ein durchschlagender Erfolg: Im Durchschnitt sahen rund 7,5 Millionen Menschen, unter welchen aus heutiger Sicht unfassbaren Zuständen Ärzte und Chirurgen damals arbeiteten. Wie Das Erste nun per Pressemitteilung bekanntgab, starten am 4. Dezember die Dreharbeiten zur zweiten Staffel. Darin soll die Berliner Charité zur Zeit des Nationalsozialismus gezeigt werden.

    Für die Produktion der sechs Folgen der zweiten Staffel erbt Anno Saul („Wo ist Fred?“) den Regiestuhl von Sönke Wortmann, die Drehbücher verfassten erneut Dorothee Schön (schrieb 16 „Tatort“-Episoden) und Dr. Sabine Thor-Wiedemann in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Charité. Nachdem zunächst die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts beleuchtet wurde, wird die kommende Staffel im Dritten Reich spielen: Im Laufe der Zeit hat sich das Krankenhaus enorm verändert, die Gebäude sind modern, ebenso die Operationssäle und Hygiene wird mittlerweile groß geschrieben. Die Arbeitsbedingungen sind also hervorragend – doch der Zerfall der ärztlichen Berufsethik zu Gunsten der schrecklichen NS-Gesundheitspolitik ist an allen Ecken spürbar. Während sich einige Mitarbeiter der Charité an der Ausmerzungsideolgie der Nationalsozialisten beteiligen, gehen andere in den Widerstand.

    Aufgrund des großen Zeitsprungs wurde die Besetzung im Vergleich zur ersten Staffel komplett ausgetauscht: Ulrich Noethen („Der Untergang“) verkörpert den weltberühmten Chirurgen Ferdinand Sauerbruch, Mala Emde („Meine Tochter Anne Frank“) die von der Nazi-Ideologie vereinnahmte Medizinstudentin Anni, Artjom Gilz („Leanders letzte Reise“) ihren Ehemann, den Oberarzt Dr. Waldhausen. In weiteren Rollen zu sehen: Luise Wolfram („Matilda“), Hans Löw („Hedi Schneider steckt fest“), Thomas Neumann („Tatort“) und Lukas Miko („Die beste aller Welten“). Die Dreharbeiten zur zweiten Staffel „Charité“ finden bis Ende März in der Nähe von Prag statt. Über einen Ausstrahlungstermin ist noch nichts bekannt.

    "Charité"-Autorinnen machen Kaiser-Wilhelm-Serie

    Aus der Feder der „Charité“-Autorinnen Dorothee Schön und Dr. Sabine Thor-Wiedemann folgt bald eine weitere Historien-Serie: Für UFA Fiction verfassen sie die Drehbücher zu „Wilhelm – Der letzte Kaiser“, wie die Produktionsfirma Anfang des Monats per Pressemitteilung bekanntgab. In dieser Serie soll das Leben des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. (1888 bis 1918) behandelt und seine Entwicklung vom ungeliebten und psychisch labilen Kind zum mächtigen und gefährlichen Herrscher erlebbar gemacht werden. Geplant sind mehrere Staffeln, bisher gibt es jedoch weder einen ausstrahlenden Sender noch einen Termin für den Beginn der Dreharbeiten.

     

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