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    3. Staffel "Dark": So aufwendig wurde die Spiegelwelt umgesetzt
    Von Markus Trutt — 14.07.2020 um 18:02

    In der finalen dritten Season des Netflix-Hits „Dark“ bekommen wir eine Parallelwelt präsentiert, in der viele bekannte Elemente spiegelverkehrt sind. Um das umzusetzen, griff man teilweise zu ebenso überraschenden wie aufwendigen Methoden.

    Netflix

    Für die „Dark“-Macher dürfte es bereits kein Leichtes gewesen sein, alle Einzelheiten der verworrenen Zeitreise-Handlung stets im Blick zu behalten und mit der dritten und letzten Staffel nun so meisterlich aufzulösen. Aber auch in Sachen Inszenierung stellte die finale Season Regisseur Baran bo Odar und sein Team noch einmal vor besonders große Herausforderungen.

    So galt es etwa, den Zuschauern eine neue Parallelwelt zu präsentieren, die der bereits etablierten Welt sehr ähnelt, sich in einigen Details dann aber doch unterscheidet. Der offensichtlichste Unterschied: Die aus den vorherigen Staffeln bekannten Orte erscheinen hier spiegelverkehrt, wie etwa auch ein von Netflix veröffentlichtes Vergleichsvideo noch einmal verdeutlicht:

    Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein simpler Kniff erscheint, war jedoch kein einfaches Unterfangen. Wie also wurde die „Dark“-Spiegelwelt überhaupt realisiert?

    Spiegelbild

    Die naheliegendste Methode zur Umsetzung der gespiegelten Schauplätze wäre wohl gewesen, alle nötigen Sets noch einmal seitenverkehrt neu aufzubauen. Allerdings wäre dieser Ansatz gerade aus Kostensicht schlicht nicht machbar gewesen. Stattdessen griff man zu einem anderen Trick, wie Baran bo Odar im Interview mit dem Hollywood Reporter erklärte.

    So wurde das Bild beim Großteil der „Dark“-Szenen in der Parallelwelt einfach gespiegelt, wobei „einfach“ hier definitiv in Anführungsstriche gesetzt werden sollte, da sich daraus ganz neue Schwierigkeiten ergaben, schließlich sollte so etwas wie Schrift nicht plötzlich falsch herum und damit unlesbar erscheinen. Daher mussten alle sichtbaren Texte – von Plakaten über Schilder bis Magnus‘ Tattoos – am Set in einer spiegelverkehrten Ausführung angefertigt werden.

    Und damit nicht genug: „Wir mussten Autos aus England für einige Einstellungen heranschaffen, in denen das Lenkrad auf der anderen Seite sein musste“, verriet Odar dem Hollywood Reporter.

    Viele Bilder von den Dreharbeiten zur dritten „Dark“-Staffel, die das Vorgehen illustrieren würden, gibt es bislang leider noch nicht, doch in einem Outtake-Clip zur Serie verstecken sich immerhin vereinzelte Blicke hinter die Kulissen der Season, bei denen man einen ungefähren Eindruck vom enormen Aufwand bekommt, der in die Parallelwelt-Szenen floss:

    Netflix
    Spiegelwelt-Szene in der finalen Serie (oben) und beim Dreh (unten)

    Aus Rechtshändern werden Linkshänder

    Auch die Darsteller waren durch die ungewöhnliche Inszenierung zusätzlich gefordert: „Die Schauspieler mussten so spielen, als seien sie in einer Spiegelwelt“, so Odar. „Wenn sie Rechtshänder sind, mussten sie mit ihrer linken Hand spielen, sodass es am Ende wieder so aussieht, dass sie Rechtshänder sind. Ich liebe Herausforderungen und langweile mich sehr schnell, sogar am Set. Und das war eine Herausforderung, die ich wirklich geliebt habe. [...]“

    „Sehr einfache Dinge wie das Öffnen einer Tür, musste man plötzlich mit der linken Hand machen. Du kannst das ja mal einen Tag lang probieren, es ist wirklich merkwürdig, wenn du kein Linkshänder bist. [...] Manchmal haben die Darsteller eine wirklich tolle Leistung abgeliefert, aber die falsche Hand benutzt. Dann sagten sie: ‚Verdammt! Das war die falsche Hand!‘ Das war wirklich witzig.“

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