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    Sex und Drogen in "Rocketman": Warum Elton John so lange dafür kämpfen musste
    Von Benjamin Hecht — 05.04.2021 um 13:00
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    „Rocketman“ läuft heute bei ProSieben im TV und erzählt die Erfolgsgeschichte von Elton John. Der Popstar selbst musste lange dafür kämpfen, dass schwuler Sex und Drogenkonsum im Film deutlich dargestellt werden.

    Paramount Pictures
    Rocketman“ läuft am heutigen Ostermontag, 5. April 2021, bei ProSieben im Free-TV.

    „Rocketman“ ist ein Biopic über den Musiker Elton John, das kaum Anspruch auf historische Genauigkeit oder gar Realismus erhebt. Da kann es schon mal sein, das die Poplegende in der Rahmenhandlung einem Treffen der anonymen Alkoholiker beiwohnt, das in der Realität nie stattgefunden hat, oder er beim Klavierspielen plötzlich der Schwerkraft trotzt und im wahrsten Sinne des Wortes abhebt.

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    Das heißt jedoch nicht, dass der Film von „Bohemian Rhapsody“-Regisseur Dexter Fletcher das Leben von Elton John nicht authentisch nacherzählt. „Rocketman“ wurde von Anfang an als fantasievolles Musical beworben, ein Ansatz, der ohnehin viel besser zur illustren Persöhnlichkeit des im Film porträtierten Stars passt, als eine trockene Nacherzählung.

    Doch was die Themen Drogen und Sex angeht, ist „Rocketman“ dann doch sehr realitätsnah. Kein Wunder: Elton John persönlich setzte sich jahrelang dafür ein, dass die wilden Seiten seiner Erfolgsstory auf keinen Fall ausgeblendet werden.

    So kämpfte Elton John für Sex und Drogen in "Rocketman"

    Bereits im Jahr 2001 gab es einen ersten Anlauf, Elton Johns Leben zu verfilmen – mit Justin Timberlake in der Hauptrolle. In den frühen 2010er-Jahren sollte dann Tom Hardy den auffällig gekleideten Popstar spielen. Beide Projekte kamen jedoch nie zustande. Warum, erklärt Elton John in einem von ihm selbst geschriebenen Artikel im Guardian:

    „Einige Studios wollten weniger Sex und Drogen, damit der Film ein PG-13-Rating bekommt, aber ich habe nun mal kein PG-13-Leben geführt.“

    PG-13 ist eine Altersfreigabe in den USA, die unter anderem bedeutet, dass keine blutige Gewalt und keine nackte Haut gezeigt werden dürfen. Für Filmstudios ist es oft lukrativer, einen Film zu drehen, dessen Altersfreigabe möglichst niedrig ist, da so auch Tickets an Kinder und Familien verkauft werden können.

    Für Elton John kam es aber nicht in Frage, das bei der filmischen Darstellung seines Lebens, Sex und Drogen ausgespart werden. Allerdings heißt das nicht, das diese Aspekte einen übertriebenen Anteil im Film einnehmen.

    "Rocketman" ist so, wie es sich Elton John gewünscht hat

    Elton John führt in dem Guardian-Artikel noch weiter aus, wie er sich den Umgang mit nicht jugendfreien Themen in „Rocketman“ vorgestellt hatte:

    Ich wollte keinen Film, der mit Drogen und Sex vollgestopft ist, aber jeder weiß nun mal, dass ich in den 70ern und 80ern von beidem so einiges hatte. Es hätte für mich wenig Sinn ergeben, einen Film zu machen, in dem es so aussieht, als wäre ich damals nach jedem Konzert still in mein Hotelzimmer gegangen, nur mit einem warmen Glas Milch und einer Bibel als Gesellschaft.“

     

    „Rocketman“ sei außerdem „genau der Film, den ich machen wollte“, erklärt der Poptitan zufrieden. Zwar gibt es auch kritische Stimmen, die bemängeln, das Johns Homosexualität nicht noch mehr thematisiert wurde. Doch dass es in einer Produktion von einem großen Hollywood-Studio überhaupt eine schwule Sexszene gibt, ist auch heute noch eine absolute Ausnahme und alles andere als selbstverständlich.

    Gerade im Vergleich mit dem ein Jahr zuvor erschienenen „Bohemian Rhapsody“ fällt das auf. Denn obwohl auch Freddy Mercury ein reges Sexleben führte, scheut sich das „Queen“-Biopic davor, dessen Homosexualität auch tatsächlich zu zeigen und nicht nur anzudeuten.

    Ob die drastische Darstellung von Sex und Drogen allerdings auch ein Grund dafür wahr, weshalb „Rocketman“ so viel weniger Geld einbrachte als „Bohemian Rhapsody“ (195 Millionen vs. 905 Millionen US-Dollar weltweites Einspielergebnis) lässt sich nicht eindeutig sagen. Sicher haben jedoch auch andere Aspekte für den mangelnden Erfolg gesorgt. Schade, denn für uns ist der Elton-John-Film ähnlich gut wie die Queen-Biografie:

    FILMSTARTS-Kritik zu "Rocketman"

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