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    Heimkino-Tipp: Dieser visuell herausragende Thriller voller Stars ist an den Kinokassen – zu Unrecht – total gefloppt
    31.03.2022 um 12:00
    Sidney Schering
    Sidney Schering
    -Freier Autor und Kritiker
    Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

    Bradley Cooper in einer seiner stärksten Rollen, Cate Blanchett als Femme fatale und grandiose Bilder von „Hellboy“-Mastermind Guillermo del Toro: „Nightmare Alley“ wurde zwar als Bester Film für den Oscar nominiert und leider auch zum Kinoflop.

    Kerry Hayes/2021 20th Century Studios All Rights Reserved

    +++ Meinung +++

    Es ist wie verhext: Wann immer es aussieht, als hätte „Pans Labyrinth“-Regisseur Guillermo del Toro endgültig den Draht zum Massenpublikum gefunden, kommt es zu einem Rückschlag. Sein Horrormärchen „Shape of Water“ wurde zuletzt nicht nur von der Presse gefeiert und mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet, sondern nahm zudem an den Kinokassen auch etwa das Zehnfache seines Budgets ein. Da sollte man denken, dass seine nächste Regiearbeit doch bestimmt ähnlich erfolgreich abschneidet. Aber leider kam es anders...

    Der starbesetzte Neo-Noir-Thriller „Nightmare Alley“ erhielt zwar verdientermaßen vier Oscar-Nominierungen (für Bester Film, Kamera, Kostüme und Ausstattung), dazu kamen vornehmlich positive bis sehr positive Reviews. Doch an den Kinokassen legte der Film eine echte Bruchlandung hin. Nach seiner Veröffentlichung bei Disney+ erscheint „Nightmare Alley“ nun aber auch auf DVD und Blu-ray – und somit haben interessierte Filmfans eigentlich keinen Grund mehr, diese atmosphärische Story über Lug, Trug und Verführung endlich nachzuholen:

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    Der Film lohnt sich dabei nicht nur aufgrund seiner starken Optik, sondern auch aufgrund seines Casts: Neben Cate Blanchett und „Hangover“-Darsteller Bradley Cooper, der in „Nightmare Alley“ eine der packendsten Performances seiner Karriere abliefert, spielen unter anderem auch noch Toni Collette, Willem DafoeRooney Mara und „Hellboy“-Star Ron Perlman mit.

    Das ist "Nightmare Alley"

    Der mysteriöse Stanton „Stan“ Carlisle (Bradley Cooper) schleppt sich von einem brennenden Haus zum Jahrmarkt des dubiosen Schaustellers Clement „Clem“ Hoately (Willem Dafoe). Dort gelingt dem anpassungsfähigen Schlitzohr ein rasanter Aufstieg: Aus der helfenden Hand wird alsbald der Lehrling eines Mentalistenpaares (Toni Collette & David Strathairn). Als Stan erkennt, dass er es als Performer drauf hat, verlässt er mit seiner Geliebten Molly (Rooney Mara) den Jahrmarkt, um in der Großstadt als Mentalist ein gut betuchtes Publikum zu unterhalten. Dort weckt er die Neugier der undurchschaubaren Psychiaterin Lilith Ritter (Cate Blanchett). Aber wird sie ihn beflügeln oder wird sie ihn zu Fall bringen...?

    Manchmal gleiten Filme wohl einfach am Kinopublikum vorbei. Dass „Nightmare Alley“ trotz der positiven Kritiken, des Staraufgebots und der Oscar-Nominierungen, die doch eigentlich größere Neugier entfachen sollten, nur etwa zwei Drittel seines 60-Millionen-Dollar-Budgets einspielen konnte, ist solch eine verwunderliche Enttäuschung. Das deutsche Kinopublikum zeigte sich besonders desinteressiert – del Toros hochatmosphärischer Jahrmarkt-Thriller wurde hierzulande von weniger als 85.000 Filmfans auf der großen Leinwand gesehen.

    Dabei sind allein schon die Schauwerte des Films absolute klasse und Grund genug, sich ihn anzuschauen – weshalb sich auch das Bonusmaterial der Blu-ray konsequenterweise vor allem den wunderschönen, betörenden Kostümen sowie dem detailreichen, makaberen Setdesign widmet. Von Dekorationsgegenständen wie einem konservierten Fötus mit durchdringendem Blick über weitläufige, verwitterte Kulissen bis hin zu einer ratternden, knirschenden, klappernden Jahrmarkthölle!

    In del Toros Welt der Außenseiter*innen, Abzocker*innen und Ausgestoßenen kann man sich nicht nur verlieren – man will es auch, selbst wenn an jeder Ecke Gefahr lauert. Und zwar in Form verräterischer Weggefährten, fatalem Hochmut und plötzlicher, drastischer Gewaltspitzen... Kurzum: Ein Trip durch diese Albtraumgasse ist ein Filmtrip, den man nicht nur als Noir-Fan so schnell sicher nicht vergisst!

    Der ewige Teufelskreis: "Nightmare Alley" in der Kritik

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