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    Neu im Heimkino: Einer der größten Klassiker der Horrorfilm-Geschichte – wie ihr ihn noch nie gesehen habt
    Daniel Fabian
    Daniel Fabian
    -Redakteur
    Horror ist in seiner DNA verankert – ob irre wie „Braindead“ und „Eraserhead“ oder packend wie „Halloween“ und „High Tension“. Hauptsache ungekürzt!

    Er gilt nicht nur als Meilenstein des Horrorgenres, sondern obendrein als einer der größten Meilensteine der deutschen Kinogeschichte. Über 100 Jahre nach seiner Uraufführung erscheint „Das Cabinet des Dr. Caligari“ nun erstmals in 4K.

    Studio Hamburg Enterprises

    Das Cabinet des Dr. Caligari“ ist nicht einfach nur ein Horrorfilm-Klassiker, den jeder Genre-Fan zumindest einmal im Leben gesehen haben sollten, sondern vielmehr einer der ersten deutschen Kino-Meilensteine überhaupt. Die Weltpremiere vom Februar 1920 ist über 102 Jahre her. Einhundertzwei Jahre. Um sich mal vor Augen zu führen, wie weit das zurück liegt: Während die aus Österreich und Ungarn bestehende K-und-K-Monarchie im selben Jahr ihr Ende fand, erhielten Frauen in den USA das Recht, wählen zu gehen. Ja, es dürfte wohl kaum noch jemand leben, der das Schauermärchen von Robert Wiene damals auf der Leinwand erlebt hat. Umso wichtiger ist es, derartiges Kulturgut immer wieder neu aufleben zu lassen – und genau das geschieht nun auch mit der jüngsten Heimkino-Neuauflage des Films.

    „Das Cabinet des Dr. Caligari“ erscheint am 13. Mai 2022 erstmals auf 4K-Blu-ray. Das Set enthält den Film im Sinne der oftmals immer noch für notwendig empfundenen Abwärtskompatibilität zwar auch auf Blu-ray, lohnt sich aber natürlich vor allem für die neu restaurierte 4K-Version. Mit an Bord ist zudem die 2019 von Uwe Dierksen und Hermann Kretschmar angefertigte Musikfassung des Horror-Klassikers.

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    Außerdem enthalten sind Extras wie etwa die Dokumentation „Dr. Caligari - Die Geburt des Horrors im Ersten Weltkrieg“, ein Making-of zur digitalen Überarbeitung des Films sowie ein 20-seitiges Booklet.

    "Dr. Caligari": Ein Fiebertraum für die Ewigkeit

    Es gehört schon was dazu, um in einer FILMSTARTS-All-Time-Bestenliste zu landen. Gleich in mehreren platziert zu sein, ist allerdings eine Ehre, die wirklich nur absoluten Ausnahmefilmen zuteil wird – Filmen wie „Das Cabinet des Dr. Caligari“. Denn der brennt sich nicht nur mit einer der 100 großartigsten Einstellungen der Filmgeschichte ins Gedächtnis, obendrein zählt er für uns auch sowohl zu den 25 besten deutschen Filmen aller Zeiten als auch zu den besten Horrorfilmen aller Zeiten (für den es in der FILMSTARTS-Kritik natürlich nur die vollen fünf Punkte geben kann).

    Das Cabinet des Dr. Caligari

    Im Zentrum des – wie ihn Kritiker Ulrich Behrens in unserer Besprechung nennt – „in expressionistische Kulissen verpackten Alptraum“, der zwischen Fantasie und Realität, zwischen Schein und Sein eine ganz eigene Welt erschafft, steht ein Schausteller (Werner Krauss), dessen wahre Identität ein Geheimnis ist. Er nennt sich schlicht „Dr. Caligari“ – und als dieser möchte er auf dem anstehenden Jahrmarkt auch auftreten, um seinem Publikum den Schlafwandler Cesare (Conrad Veidt) zu präsentieren.

    Der Schlaftrunkene sei, so Caligari, seit 23 Jahren nicht mehr aufgewacht – es sei denn, er selbst habe ihn geweckt. Vor allem aber habe die schlummernde Sehenswürdigkeit die Gabe, nicht nur aus der Vergangenheit eines jeden Menschen zu erzählen, sondern auch seine Zukunft vorauszusagen. Und so prophezeiht Cesare eines Tages im Zuge einer Vorstellung einem der Besucher (Hans Heinrich von Twardowski), dass dieser nur noch bis zum Morgengrauen zu leben hat – und das mörderische Treiben nimmt seinen Lauf…

    Inspiration für den surrealen Fiebertraum, der visuell vor allem dank aufwändiger Kulissen expressionistischer Künstler eine Kinorevolution bewirkte (und seinerzeit sogar den Begriff „Caligarismus“ begründete), war übrigens ein Jahrmarktbesuch von Drehbuchautor Hans Janowitz. Der entdeckte inmitten des Rummels einst nämlich eine merkwürdige Gestalt, der sich nur im Schatten zu tummeln schien. Nachdem am nächsten Tag bekannt wurde, dass auf dem Jahrmarkt ein grausamer Mord begangen wurde, beschloss Janowitz, auch das Begräbnis des Opfers zu besuchen – und sah dort erneut jene umherstreifendes Wesen. Eine Geschichte, die mindestens so schaurig ist wie der letztliche Film, der aus ihr entsprang…

    Der Einfluss von „Das Cabinet des Dr. Caligari“ ist im Kino übrigens bis heute bemerkbar – und das keineswegs nur im Horror-Genre. Der Film inspirierte unter anderem „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ von Surrealismus-Enthusiast Terry Gilliam oder die Werke von Tim Burton, der mit Filmen wie „Lottergeist Beetlejuice“, „Sleepy Hollow“ oder „Sweeney Todd“ längst selbst zum Meister schauriger Unterhaltung aufstieg. Darüber hinaus kam es 1962 unter der Regie von Roger Kay sogar zu einer Neuverfilmung unter dem Titel „Das Kabinett des Dr. Caligari“, die einst hierzulande zwar sehr wohl in die Kinos kam, allerdings bis heute auf eine offizielle Heimkino-Auswertung wartet.

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