Inzwischen sind Animes aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken – Serien wie „Naruto“, „Sailor Moon“ und „Dragon Ball“ sind längst Kult. Was viele aber gar nicht wissen: Als der erste Anime im deutschen Fernsehen anlief, löste er einen Skandal der Superlative aus. Deshalb wurde er nach nur drei Folgen wieder abgesetzt.
Diese Serie war der erste Anime im deutschen Fernsehen
Die allererste Anime-Show kam 1971 ins deutsche Fernsehen – vor unglaublichen 55 Jahren. Die damalige Leiterin des ARD-Nachmittagsprogramms hatte 8 Episoden der Serie „Speed Racer“ eingekauft, die Ende der 60er Jahre in Japan entstanden ist.
Tatsunoko Production
In der Serie geht es um den blutjungen Rennfahrer Gō Mifune, der mit seinem Super-Rennwagen selbst die waghalsigsten Wettrennen für sich entscheiden kann. Weil sein Auto über Hightech-Gadgets verfügt, muss er sich schon bald mit fiesen Bösewichten herumschlagen, die ihn ein für alle Mal aus dem Rennsport vertreiben und sein Auto stehlen wollen.
Heute gilt "Speed Racer" als harmloses Kindervergnügen – doch damals kam es zum Mega-Skandal
Aus heutiger Sicht wirkt „Speed Racer“ wie ein harmloser Anime, bei dem es um überdrehte Rennfahrer-Action geht. Doch 1971 war das ARD-Publikum wohl noch nicht bereit für den rasanten Spaß: Direkt bei Ausstrahlung kam es zum gigantischen Shitstorm in den deutschen Medien.
Die Presse warf dem Anime „Speed Racer“ vor, dass er Kinder zu Draufgängertum und Gewalt anstacheln könne. Der Spiegel bezeichnete die Show sogar als „Blut- und Karambolagenspektakel“. Heute mag es völlig absurd erscheinen, doch der mediale Aufschrei war tatsächlich so groß, dass zahlreiche Skandal-Artikel erschienen und sich sogar die Kirche in den Konflikt einmischte. Plötzlich wetterte halb Deutschland über den japanischen Import – und deshalb ist es wenig verwunderlich, dass die Serie nach nur 3 Folgen wieder abgesetzt wurde.